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SRF-Interview geht viral Bizarrer Streit um «Korruption und anderen Bullshit»

Habe ich Bullshit gesagt? Bullshit, sagt Liviu Dragnea.
Legende: Habe ich Bullshit gesagt? Bullshit, sagt Liviu Dragnea. Keystone

SRF-Korrespondent Urs Bruderer stellte gestern Abend einen Ausschnitt aus seinem Gespräch mit Liviu Dragnea, dem Chef der rumänischen Sozialdemokraten, auf Facebook.

Post von Urs Bruderer

Der Grund: Rumänische Kollegen hatten Bruderers Beitrag entdeckt und Dragnea mit dessen eigenen Worten konfrontiert, er möge nicht über «Korruption und andern solchen Bullshit» reden.

In den rumänischen Medien erregten die Worte grosse Aufmerksamkeit. Doch Dragnea behauptete, der Ausschnitt sei manipuliert, SRF sei also Fake News.

Mit dem ungeschnittenen File schlug der SRF-Korrespondent zwei Fliegen mit einer Klappe: Er half der Erinnerung des PSD-Parteichefs auf die Sprünge. Und er gab den Rumäninnen und Rumänen die Möglichkeit, sich von der Wahrheit zu überzeugen.

Viele nutzten sie: Das Interview ging viral und wurde schon fast 100'000 mal angehört. Und bei den Strassenprotesten tauchten Schilder auf: «Korruption ist kein Bullshit».

Seit Tagen Proteste

In Rumänien gibt es seit Tagen Proteste gegen die sozialliberale Regierung. Sie richten sich gegen eine per Eilverordnung eingeschränkte Strafverfolgung von Amtsmissbrauch. Trotz der bisherigen Kritik auch aus den eigenen Reihen lehnt es Ministerpräsident Sorin Grindeanu nach wie vor ab, die umstrittene Verordnung abzuschaffen.

Die Kritiker der Regierung monieren, dass die Eilverordnung PSD-Chef Dragnea schützen soll. Er ist wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch angeklagt. Auch aus den eigenen Reihen kommt inzwischen Kritik. Handelsminister Florin Jianu trat aus Protest zurück, ebenso wie zwei Staatssekretäre. Einige Lokalpolitiker traten aus Protest aus der PSD aus.

4 Kommentare

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  • Kommentar von L. Leuenberger (L.L.)
    1 302 000 000 Franken Entwicklungshilfe bezahlen CH- Steuerzahler an die 13 osteuropäischen EU-Staaten. Mit 76 Millionen an Bulgarien,45 Millionen an Kroatien und 181 Millionen an Rumänien leistet CH Solidaritätszahlungen.Im Schnitt verdient ein Rumäne 400 Franken pro Monat. Die EU buttert auch Milliarden an Entwicklungshilfe in ihr Sorgenkind Rumänien, leider verschwindet mehr als die Hälfte in die Korruption. Die EU-Expansion ist gelungen, dass das besser für die Leute ist, glaubt nur Brüssel
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  • Kommentar von Roland Gadient (Roland Gadient)
    Hören wir auf den Oststaaten die Korruption vorzuwerfen, die geben es zu das sie korruot sind und was ist bei uns, schauen sie msl uneres öffentlichen Vergaben bei Bsuaufträgen an und vergleiche diese Projekte mit gleichwertigen im Ausland ( mit Teuerungsaufrechnung und den entsprechenden Lebenskosten und Lohnkosten Index. dann werden sie staunen und wir können weiterreden über Korruption.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Naja, ich denke in Rumänien ist die Korruption schon noch etwas ausgeprägter als bei uns die Vetternwirtschaft. Bei uns z. B. muss man noch keine Ärzte schmieren.
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    2. Antwort von Felice Limacher (Felimas)
      Es gibt überhaupt keinen Anlass für Vergleiche, Herr Gadient, egal wo und wie Korruption vorkommt. Und es gilt genauso "laut" gegen diese vor zu gehen und nicht unter den Teppich zu kehren und die Augen zu schliessen ... !!! Korruption ist der Tod jeder Demokratie.
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