Zum Inhalt springen

Header

Eine Kamera zeigt Sepp Blatter und im Hintergrund hat es viele Länderfahnen
Legende: Blatter kann auf die Hälfte der Stimmen ziemlich sicher zählen. Doch wie entscheidet sich die andere Hälfte? Keystone
Inhalt

International Blatter beruft Fifa-Krisensitzung ein: Diese Verbände nehmen teil

Fifa-Präsident Sepp Blatter habe die Präsidenten der sechs Konföderationen der Fifa zur Krisensitzung geladen. Die Verbände Europas und Südamerikas gelten als Kritiker Blatters. Afrika und Asien stehen hingegen hinter Blatter. Worum es im Treffen genau geht, ist noch unklar.

Fifa-Präsident Joseph Blatter hat am Vormittag eine Krisensitzung des «Emergency Comittee» einberufen, an der Vertreter der verschiedenen Konföderationen teilnehmen. Eine Fifa-Sprecherin hat das Treffen bestätigt. Zu dessen Inhalt sagte sie lediglich, es sei einberufen worden, um die «aktuelle Situation zu diskutieren».

Verhaftete nicht anwesend

Das Komittee trifft sich äusserst selten und zwei seiner nominierten Mitglieder können an der heutigen Sitzung nicht teilnehmen: Jeffrey Webb, Präsident der nord- und mittelamerikanischen Konföderation (Concacaf), und Eugenio Figueredo von der südamerikanischen Konföderation. Sie sind unter den gestern in Zürich verhafteten Funktionären. Die Concacaf sagte denn auch in einer Stellungnahme, dass keiner ihrer Vertreter an der Sitzung teilgenommen hat.

Die Fifa ist unterteilt in sechs Regionalverbände – genannt Konföderationen. Diese werden am Freitag unterschiedlich viele Stimmen haben in der Wahl ums Präsidium:

Die Konföderationen der Fifa

Region
Name
Anzahl Stimmen
AfrikaCAF54 Stimmen
EuropaUefa53 Stimmen
Asien
AFC46 Stimmen
Nord- und Mittelamerika
Concacaf35 Stimmen
OzeanienOFC11 Stimmen
SüdamerikaConmebol10 Stimmen
Total
209 Stimmen

UEFA möchte Wahl verschieben, boykottiert sie aber nicht

Die Spitze des europäischen Dachverbandes Uefa hatte sich am Mittwoch in bislang nicht gekannter Deutlichkeit gegen Blatter positioniert und eine Verschiebung des Kongresses samt Wahlen gefordert. Von einem Boykott der Veranstaltung im Züricher Hallenstadion werden sie aber absehen.

Der Präsident des englischen Fussballverbands (FA), Greg Dyke, fordert nach den Festnahmen mehrerer Funktionäre und Durchsuchungen in der Fifa-Zentrale in Zürich den Rücktritt von Sepp Blatter. Dies ist aber nichts Neues. Er ist bekannt als Blatter-Kritiker.

Südamerika ist wohl mit im Boot

Nach dpa-Informationen wollen die Vertreter der südamerikanischen Konföderation Conmebol bei internen Gesprächen ihr Wahlverhalten «ernsthaft überdenken». Zusammen mit der Uefa haben sie aber erst 63 Stimmen. Deshalb wird offenbar in bilateralen Verhandlungen eine Allianz mit der Concacaf gesucht. Zwei der Verhafteten haben leitende Funktionen in der Concacaf.

Video
Einschätzungen von SRF-Reporterin Biljana Gogic
Aus Tagesschau vom 28.05.2015.
abspielen

Eine Koalition aus Europa und Südamerika - deren Länder bislang alle 20 WM-Titel seit 1930 gewannen - würde allerdings noch nicht für eine Mehrheit reichen. Der Verband Ozeaniens OFC äusserte sich bisher noch nicht.

Asien und Afrika könnten Blatter retten

Die asiatische Konföderation AFC erneuerte ihr Treuebekenntnis zu Blatter. Man stehe zu der Entscheidung, «Fifa-Präsident Joseph S. Blatter zu unterstützen». Auch Afrika steht offenbar weiter treu zu ihm.

Im ersten Wahlgang sind zwei Drittel der Stimmen für die Wahl erforderlich – das sind derzeit 140. Bis gestern ging man davon aus, dass Blatter diese problemlos erhält. Nun ist das nicht mehr sicher.

Im zweiten Wahlgang genügt aber eine einfache Mehrheit von 50 Prozent der Stimmen. Afrika und Asien kommen zusammen auf 100 Stimmen, es fehlen bis zur einfachen Mehrheit also nur noch fünf.

Kritik und Rückendeckung aus der Politik

Wladimir Putin
Präsident Russlands
Putin stärkt Sepp Blatter den Rücken. Die Verhaftungen in der Schweiz seien schon wieder ein Versuch der USA, ihr Rechtssystem auf andere Staaten auszuweiten.
David Cameron
Premier Grossbritanniens
Die Regierung fordert Blatters Rücktritt und unterstützt die Gegenkandidatur von Prinz Ali bin al-Hussein – so wie auch der englische Fussballverband FA.
Laurent Fabius
Aussenminister Frankreichs
Er spricht sich für eine Verschiebung der Präsidentenwahl aus. Man solle sich etwas Zeit nehmen und klären, «was stimmt und was nicht».
Frank-Walter Steinmeier
Deutscher Aussenminister
Steinmeier hat die Festnahme Verhaftungen von Fifa-Managern in der Schweiz verteidigt: «Vermögen die Selbstreinigungskräfte des Fussballs das nicht zu leisten, dann müssen eben auch staatliche Stellen ran.»

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

17 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Doris Loegel , Fulenbach
    Sepp Blatter, scheinheiliger gehts kaum noch! Wie lange dauert dieses ganze Schmierentheater noch? Das ist ja nicht mehr auszuhalten! :-(
  • Kommentar von pual kuster , zürich
    Tippfehler im obersten Abschnitt: Bei «Emergeny Comittee» fehlt das c im "Emergency"
    1. Antwort von (SRF)
      Danke, wir korrigieren das.
  • Kommentar von Peter Maurer , ZH
    FIFA dicht machen und raus stellen, zusammen mit all den nicht Schweizer Fussballern, die zwar unsere Schweiz lieben, hier aber nicht gebraucht werden können. Wir brauchen hier CH-Arbeiter und nicht Poser und Möchtegerneprominente mit grossem Portmonai, Spritschluckern und null Bezug zur Schweiz! Ein schöner Anfang! Dann alle anderen Firmen, die meinen sie müssten hier nicht deutsch sprechen und sich hier aufspielen. BR und Opernhaus könnt ihr gleich mit nehmen, da auch nicht selbst tragend!