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International Blatter verdiente früher wohl mehr als 3,6 Millionen

In seinem letzten Jahr als Fifa-Präsident hat Joseph Blatter 3,6 Millionen Franken verdient. Das gab der Weltfussballverband gestern bekannt. Doch Experten sind überzeugt: In früheren Jahren war Blatters Lohn höher.

Joseph Blatter gestikuliert an einem Rednerpult.
Legende: Was Joseph Blatter in den Jahren vor 2015 verdiente, ist nicht öffentlich bekannt. Keystone

Über Joseph Blatters Lohn als Fifa-Präsident ist bis gestern viel spekuliert worden. Schätzungen gingen von 5 bis 10 Millionen Franken aus. Blatter selbst machte aus seinem Lohn immer ein Geheimnis. Bei Finanzspezialistin Monika Roth von der Hochschule Luzern stösst dieses Verhalten auf Unverständnis. Wenn sie den gestern vom Weltfussballverband offengelegten Lohn für das Jahr 2015 anschaue, sagt Roth, «dann begreife ich die Geheimnistuerei nicht».

Denn ein Jahreslohn von 3,6 Millionen Franken sei, verglichen mit anderen Unternehmen mit rund 400 Mitarbeitenden, nicht total daneben. Deshalb glaubt Roth, dass die veröffentlichten Zahlen nur die halbe Wahrheit sagen. «Diese Momentaufnahme ist unvollständig, da bin ich mir relativ sicher.» Man wisse nicht, was Blatter in anderen Jahren bezogen habe.

Lohn in einem Krisenjahr

Die 3,6 Millionen Franken waren Blatters Lohn in einem Krisenjahr, in dem die Fifa einen Verlust von 120,5 Millionen Franken schrieb – auch wegen Rechtskosten im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen gegen Fifa-Funktionäre.

Blatter müsse in guten Jahren mehr verdient haben, vermutet Roth. Ausserdem sei unklar, was Blatter neben den 3,6 Millionen Franken erhalten habe. Roth verweist auf Blatters Wohnung in Zürich, die bislang offensichtlich die Fifa bezahlt habe. «Und ich gehe davon aus, dass auch die sonstigen Nebenleistungen nicht unerheblich sein dürften.» Auch dieses Geheimnis wird Blatter wohl weiterhin hüten.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Blatter war maßgeblich am Erfolg der Fifa beteiligt. Dabei agierte er vielfach als Politiker. In dieser Branche gehören Eigenschaften wie Loyalität, Verschwiegenheit, Konfliktbewältigung etc. zu einem erfolgreichem Wirken. Glaubt jemand, dass es in der Politik bzw. eigentlich Wirtschaft nicht zu dreckigen Deals mit Bestechung/Vorteilnahme kommt. In einigen Kommentaren erkenne ich Naivität. Spitzenfussball ist höchste politische Propaganda, ein Mega-Geschäft und Konkurrenz unter Ethnien.
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  • Kommentar von Silas Räber (Silair)
    Einfach unglaublich solche Saläre... Für eine privatwirtschaftlich ausgerichtete Firma mag das in Ordnung gehen, nicht aber für eine steuerbefreite "gemeinnützige" Institution wie die FIFA! Einfach eine Frechheit sowas!
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  • Kommentar von Charly Ball (Charly Ball)
    Im Vergleich zum UBS Chef ja ein Sachbearbeiter Salär....
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