Blutbad an jemenitischer Hochzeitsfeier

Bei einem Raketenangriff auf eine Trauung im Jemen sind über hundert Zivilisten ums Leben gekommen. Die von Saudi-Arabien geführte Allianz, die in der Region gegen die Huthi-Rebellen Krieg führt, weist die Verantwortung von sich.

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Bildlegende: Es handelt sich um einen der folgenschwersten Anschläge auf Zivilisten im jementischen Bürgerkrieg. Reuters

Bei einem Raketenangriff auf eine Hochzeitsgesellschaft im Jemen sind deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen als zunächst bekannt. Sanitäter im Krankenhaus von Makbana sprachen am Dienstag von 131 Toten, nachdem zuvor die Zahl mit 27 angegeben worden war.

Die Opfer stammen aus dem Dorf Al-Wahidscha am Roten Meer. Dort schlugen laut Anwohnern am Montag zwei Raketen während der Hochzeitsfeier in Zelte ein. Es handelt sich um einen der folgenschwersten Angriffe auf Zivilisten im jemenitischen Bürgerkrieg.

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Tausende Tote

Laut UNO sind in den letzten sechs Monaten in Jemen bereits über 2300 Zivilisten getötet worden. Diese Menschen seien sowohl durch Luftschläge wie auch durch Bombenanschläge in Wohngebieten getötet worden. Alle Konfliktparteien seien dafür verantwortlich.

Allianz gibt Milizen die Schuld

Die von Saudi-Arabien geführte Allianz hat jede Verantwortung für den Angriff zurückgewiesen und auf örtliche Milizengruppen verwiesen.

Seit März greift die Allianz Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen an. Sie will damit die Miliz aus der Hauptstadt Sanaa vertreiben und Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi wieder an die Macht verhelfen. Die Rebellen haben grosse Teile des Landes überrannt, darunter die Hauptstadt Sanaa.

Die zunehmende Zahl von zivilen Opfern hat international Besorgnis ausgelöst. So waren bei einem Luftangriff am Sonntag Augenzeugen zufolge 25 Menschen im Nordwesten des Landes getötet worden.

Sendebezug: 28.09.2015; SRF 4 News, 17 Uhr