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International Blutbad in Ägypten bei Protesten

In Ägypten sind Muslimbrüder gegen die Absetzung des Präsidenten Mohammed Mursi auf die Strasse gegangen. Dabei kam es zu blutigen Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften. Mindestens 50 Menschen kamen ums Leben, Hunderte wurden verletzt.

Legende: Video Blutiger Feiertag in Ägypten abspielen. Laufzeit 00:41 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 06.10.2013.

In Ägypten sind Kämpfe ausgebrochen zwischen Anhängern und Gegnern des vom Militär gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi. Mindestens 50 Menschen seien getötet worden und zudem mehr als 200 verletzt worden, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Mena.

Schüsse von Brücke aus auf Muslimbrüder

Nach Angaben des Innenministeriums starben die meisten Menschen in der Hauptstadt Kairo und in Vororten. Mehrere Hundert Demonstranten seien festgenommen worden, hiess es weiter.

Die meisten Toten hätten Schussverletzungen erlitten, hiess es aus Sicherheitskreisen. Ein Mediziner sagte, die Polizei und das Militär hätten von einer Brücke aus auf Anhänger der Muslimbrüder geschossen.

Tahrir-Platz abgeriegelt

In Kairo ignorierten Tausende Anhänger der Muslimbrüder Warnungen der Regierung und demonstrierten für Mursi. Sie marschierten in Richtung des Tahrir-Platz, auf dem sich Regierungsanhänger zum Gedenken an den Jahrestag des Angriffs auf Israel 1973 versammelten.

Mehrere Leichen liegen unter Tüchern, eine Frau klagt.
Legende: Dutzende Tote – die meisten Opfer hätten Schussverletzungen, hiess es aus Sicherheitskreisen. Keystone

Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Muslimbrüder vom Platz fernzuhalten. Die Regierung erklärte, jeder, der während der Gedenkveranstaltung gegen die Armee auf die Strasse gehe, werde als Agent feindlicher Mächte und nicht als Demonstrant angesehen.

Auch in anderen Städten wie Alexandria, Suez und Aswan kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Mursi-Anhängern und -Gegnern.

Die Muslimbrüder sehen sich starkem Druck durch die Regierung ausgesetzt. Hunderte Anhänger wurden in diesem Sommer bei Ausschreitungen getötet, ihre Anführer sitzen im Gefängnis. Die Bewegung ist seit knapp zwei Wochen faktisch verboten. Ein Gericht untersagte den Islamisten jedwede Tätigkeit und ordnete die Beschlagnahmung ihres Geldes an.

Bereits am Freitag waren bei heftigen Zusammenstössen zwischen Anhängern und Gegnern der Muslimbrüder vier Menschen getötet und 40 weitere verletzt worden. Tausende von Islamisten hatten sich in mehreren Städten an den Protesten beteiligt.

Angriffe gegen Journalisten

In Kairo ist die TV-Moderatorin Buthaina Kamel angegriffen worden. Die Journalistin, die 2012 als einzige Frau für das Präsidentenamt kandidieren wollte, wurde verprügelt. Sie ist eine erklärte Gegnerin der Muslimbruderschaft. Bereits am Freitag wurde Chalid Dawud attackiert. Er ist TV-Journalist und Sprecher der Verfassungspartei.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    Wenn ein A. Planta behauptet die Ägypter seien nicht gegen Mursi auf die Strassen gegangen, zeigt er lediglich, dass er KEINE Ahnung hat. Und die Pauschalisierung war darauf bezogen, dass A. Wutz angeblich Alles schlechte dem Islam in die Schuhe schiebt. Und wer die Sharia unterstützt, hat auch kein Interesse an Freiheit od. Demokratie. Die MB haben übrigens das Verbot der Mädchenbeschneidung und Kinderheirat sehr stark kritisiert. Es sei gegen den Islam. Befürworter werden rausgeworfen.
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    1. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      Danke für den sachlichen Beitrag.
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    2. Antwort von Tamer Aboalenin, Bern
      @Helfer Ihre Aussage, dass die MB diese beiden Dinge befürworten beweist doch nur, dass weder Sie noch Ihre Quellen auch nur IRGENDEINE AHNUNG vom Islam&den MB haben. Sie&auch andere welche denken, dass sie Recht hätten, sollten dringend anfangen sich über den Islam und die MB KORREKT zu informieren. & bevor Sie jetzt antworten, sollten Sie & auch andere bedenken, dass ich im Gegensatz zu ihnen den Koran gelesen & verstanden habe. Aussagen wie Ihre, haben immer rassistische Quel. im Hintergrund.
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    3. Antwort von tamer aboalenin, Bern
      Noch dazu niemand bestreitet, dass die Massendemonstrationen vom 30. Juni und die Entmachtung von Präsident Mursi maßgeblich das Werk von Anhängern Mubaraks (alle sind korrupte Geschäfteleute) , von Geheimdiensten und der Armee gewesen waren.
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    4. Antwort von W. Helfer, Zürich
      T. Aboalenin. Erklären Sie doch einfach nur mal, was die Sharia mit Freiheit und Demokratie zu tun hat.
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    5. Antwort von W. Helfer, Zürich
      T. Aboalenin. Sie könnten überigens auch noch erklären, wer schuld daran ist, dass Ägypten innerhalb eines Jahres wirtschaftlich so am Boden ist. Waren es die sogenannten Ungläubigen und wenn ja, warum?
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    6. Antwort von Tamer Aboalenin, Bern
      @ Helfer Es gibt viele Elemente für die Demok&Freih. in der Sharia z.B. "kein Zwang im Glaube" und die Meinungsverschiedenheit als Garant für das gute Zusammenleben zwischen allen. Was die Wirt betrifft, hätten Sie als Ägypten-Kenner das Jahresbericht des Ägyptischen National Bank und eine Analyse über Ägyptischen Exportmarkt in AlAhram Zeitung besichtigt. Dann könnten Sie feststellen,dass die Ägyptische Wirtschaft nach 1 Jahr Regierung von Mursi nicht am Boden war wie die Putschisten behaupten
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  • Kommentar von tamer aboalenin, Bern
    @ Helfer: Die Sharia ist ein Bestandteil des Lebens in Ägypten und in den anderen islamischen Ländern. Mädchen Beschneidung will man nicht einführen sondern im Gegenteil bekämpfen, kinderheirart ist sowieso verboten.
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    1. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      Wenn Sie sich erinnern, waren es zu Anfang vor allem die Aegyptischen Frauen, die gegen Mubarak auf die Strasse gingen, um für mehr Freiheit und Rechte zu kämpfen. Als Mursi zum Präsidenten gekürt wurde, ging es jedoch gerade in die andere Richtung. Das Militär griff ein, wie schon beim Sturz Mubaraks, und wenn die Brüder wirklich an Demokratie interessiert wären, würden Sie nicht so einen Aufstand machen und abwarten, bis die Generäle wieder Wahlen durchführen.
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Alois Wutz, Gerlafingen Es war das ganze Volk ausser den Günstlingen und Vasallen vom Mubarak die gegen das Regime aufgestanden sind und es war das Militär, dass den Mursi absetzte. Wenn ein demokratisch gewählter Präsident undemokratisch abgesetzt wird muss er sicher nicht nochmals zur Wahl antreten. Das Militär würde dies auch verhindern. Ich bin mir sicher, dass dort wieder ein Mubarak-ähnlicher Typ installiert wird und die alte Günstlings- und Korruptionswirtschaft weiter geführt wird.
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    3. Antwort von Tamer, Buglugia
      @Abialenin Soso, Kinderheirat ist also verboten? Weshalb hatte der Prophet Mohammed, Vorbild und wichtigster Mensch für die Muslime, ein stark minderjähriges Mädchen geheiratet? Weshalb denken Sie, wird Kinderheirat in Ländern, in dem die Scharia Hauptquelle der gesetzgebung ist, erlaubt? Sie müssen sich sachlicher mit dem heiligen Buch, dem Qur'an, beschäftigen!
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  • Kommentar von Engin Atakum, istanbul
    ich als Türke glaube gar nicht an den islam.es gibt seit 10000 jahren Türken in Asien.Da glaub ich doch nicht an einen dahergekommenen islam.Jeder der nicht weiss woher er bzw. sie kommt kann auch nicht wissen wohin er bzw. sie geht.wer keine vergangenheit hat ,der hat auch keine zukunft
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    1. Antwort von Tamer, Buglugia
      Danke Herr Atakum, Sie sind ein wahrhaftiger Türke, ein Patriot und Verehrer des grossen Staatsgründers Attatürks! Wie denken Sie, wäre die Welt, wenn nur alle so denken würden, wie Sie? Auf jeden Fall friedlicher! Ich wünsche es mir!
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