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International Bolivien: Kinder demonstrieren für Recht auf Arbeit

Die Verschärfung des Kinderschutzgesetzes sorgt in Bolivien für massive Proteste – von Kindern. Sie wehren sich dagegen, dass ihre Arbeitsmöglichkeiten durch das neue Regelwerk beschränkt werden soll. In La Paz kam es zu Ausschreitungen.

Legende: Video Kinderprotest in Bolivien abspielen. Laufzeit 00:41 Minuten.
Aus News-Clip vom 20.12.2013.

Arbeitende Kinder und Jugendliche haben in Bolivien gegen eine Verschärfung des Kinderschutzgesetzes protestiert. «Wir sind gegen das Gesetz, das Arbeit für unter 14-Jährige verbietet», sagte ein Sprecher der Kindergewerkschaft UNATSBO, Link öffnet in einem neuen Fenster der Zeitung «La Prensa».

Nahe dem Parlamentsgebäude lieferten sich die Demonstranten Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas gegen die Kinder ein.

Hunderttausende Kinder arbeiten

Das neue Gesetz räumt Jugendlichen erst ab dem Alter von 14 Jahren arbeitsrechtlichen Schutz ein. «Was ist mit den Kindern, die zehn, neun oder acht Jahre alt sind und arbeiten? Das Gesetz schützt sie nicht», sagte UNATSBO-Sprecher Henry.

Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) arbeiten in Bolivien 850'000 Kinder und Jugendliche. Das sind 28 Prozent der Bevölkerung zwischen fünf und 17 Jahren.

Nach Angaben der Initiative «aktiv gegen kinderarbeit», Link öffnet in einem neuen Fenster kommen Heranwachsende in Bolivien unter anderem in Minen und Bergwerken zum Einsatz. In diesen Sektoren sollen bis zu 120'000 Kinder beschäftigt sein – insbesondere bei der Gold-, Silber- und Zinngewinnung.

Auch in der Landwirtschaft, als Hilfsarbeiter auf Märkten, beim Strassenverkauf von Zigaretten oder Handys und in der Prostitution werden Kinder demzufolge eingesetzt.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Maria Keller, Madrid
    Die Polizei geht mit Tränengas gegen Kinder vor. Wow.
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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Meine Mutter und Vater und sogar ich, haben als Kinder auch arbeiten müssen. Keiner von uns hat gelitten. Wenn ich unsere jungen Leute betrachte wie sie zT. ihre Wohnungen, Haushalte und Gärten pflegen, muss ich sagen, die sollten wieder auch privat arbeiten lernen. Wer nicht zu sich selber sehen kann, wird auch auswärts keinen Erfolg haben. Man könnte auch in die Tierwelt schauen, um eine natürliche Entwicklung zu studieren. Kopf und Hände müssen zusammen arbeiten. Studium allein genügt nicht.
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    1. Antwort von L. Duende, Mundo
      @ Roe: Ihre Meinung ist echt krass. Haben Sie schon mal in einem Land wie Bolivien gelebt? Mussten Sie täglich 12 Stunden arbeiten? Wurden Sie zur Prostitution gezwungen? Mussten Sie stehlen, wenn Sie an einem Tag zu wenig Geld nach Hause brachten, weil Sie sonst von Ihrem Vater verprügelt worden wären? Die allermeisten dieser Kinder gehen nicht zur Schule, weil sie nicht gratis ist und weil die Kinder todmüde sind. Sie haben keinen Schutz und keine Perspektiven. Deshalb: nein zur Kinderarbeit.
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    2. Antwort von Marianne Roe, Gwatt
      L. Duende: Das liegt an den abartigen Eltern und nicht an den Kindern die arbeiten können. Die meisten Ausländer glauben, dass die Schweiz reich sei + immer schon gewesen sei, was überhaupt nicht stimmt. Jedes Land muss durch eine Entwicklung gehen, + wenn alle Menschen ins Ausland gehen + im eigenen Land nicht helfen, Ordnung zu schaffen, gibt es eben nie Ordnung. Das hat immer noch nichts mit Kinderarbeit zu tun. Meine Eltern durften auch nicht in die Schule, wenn es viel Arbeit zu Hause gab.
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    3. Antwort von L. Duende, Mundo
      @ Roe: Ich unterstelle Ihnen nicht, dass Sie dumm sind. Möglicherweise haben Sie wegen Ihrer Kinderarbeit schlichtweg viele Schulstunden oder gar -jahre verpasst. Bei diesem Artikel geht es übrigens nicht um Ausländer. Bitte posten Sie Ihre Ausländerphobie an anderer Stelle. Ihre 'heile' Welt ist so klein wie Ihre Ignoranz gross ist.
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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Wunderbar - die Kinder wehren sich zu recht. Wenn die Menschen der sogenannt entwickelten Länder nicht mehr wissen, wie dumm sie sich anstellen wollen, betreffend der Kinderarbeit, können nur noch die Kinder selbst darauf aufmerksam machen. Leider kann die "gebildete" Schicht nicht mehr unter Sklavenarbeit und sinnvoller Kinderarbeit unterscheiden. Es ist besser, wenn Kinder arbeiten als wenn sie herumhängen wie bei uns. Arbeit schadet Kindern nicht, daneben kann man immer noch zur Schule gehen.
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