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International Bombenhagel auf Aleppo

Die Bemühungen um Wiederbelebung der Waffenruhe in Syrien sind gescheitert. In Aleppo toben die Kämpfe mit voller Härte. Die syrische und die russische Luftwaffe fliegen fast ununterbrochen Angriffe auf den Ostteil der Stadt.

Legende: Video Syrische Armee startet neue Offensive abspielen. Laufzeit 2:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.09.2016.

Aleppo bebt unter den Explosionen der Bomben. Während Diplomaten in New York erfolglos über eine Rückkehr zur Waffenruhe verhandeln, schafft das syrische Regime Fakten.

Mit dutzenden Bombardements bereiteten die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad eine Bodenoffensive auf die Rebellengebiete im Ostteil der belagerten Stadt vor, berichtete die der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dutzende Menschen seien getötet worden, unter ihnen auch Kinder.
Der schwere Beschuss der Rebellengebiete begann am Donnerstag. Ein Aktivist in Aleppo beschrieb die Situation als verheerend. Die ganze Stadt bebe als Folge der Einschläge. Die syrische Armee habe Brandbomben und die international geächtete Streumunition eingesetzt.

Assad sieht sich in einer Position der Stärke, in der er Verhandlungen nicht braucht.
Autor: Pascal WeberSRF-Nahostkorrespondent
Legende: Video Syrien-Verhandlungen in New York abspielen. Laufzeit 5:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.09.2016.

Für SRF-Korrespondent Pascal Weber ist klar: Alle in Syrien kämpfenden Parteien und auch die sie unterstützenden Regional- und Grossmächte seien nach wie vor davon überzeugt, ihre Ziele mit Waffengewalt eher zu erreichen als mit Diplomatie.

Das syrische Regime sehe sich gestärkt: «Assad will nach wie vor ganz Syrien unter seine Kontrolle zurückzwingen und sieht sich dank der Unterstützung von Russland und des Iran in einer Position der Stärke, in der er Verhandlungen schlicht und einfach nicht braucht.»

Keine Diplomatie ohne politische Visionen

Es mangle an gemeinsamen politischen Zielen, sagt Pascal Weber: «Was fehlt, ist eine klare politische Zielsetzung, eine klare politische Vision. Deshalb kann man auch keinen diplomatischen Anfang für eine solche finden.»

Eine von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe war vor einigen Tagen nach nur einer Woche für beendet erklärt worden. Die Konfliktparteien machen sich gegenseitig für den Bruch der Feuerpause verantwortlich.

Der unendliche Krieg

Bombenschäden in Aleppo, Aufnahme von 2012.
Legende:

In Syrien scheint eine Lösung in weiter Ferne. Auch, weil sich geopolitische und regionale Interessen überlagern. Ein Überblick über die wichtigsten Akteure.

42 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Spiegel Online: Das Wasserkraftwerk im Viertel Bab al-Nayrab, das die etwa 250.000 Menschen in den Rebellenvierteln versorge, sei in der Nacht beschädigt worden, erklärte Unicef. Als Vergeltungsmaßnahme sei dann die ebenfalls im Osten der Stadt befindliche Pumpstation in Suleiman al-Halabi abgestellt worden, welche die rund 1,5 Millionen Bewohner des Westteils der Stadt mit Wasser versorge.
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  • Kommentar von Felix von Wartburg (felitsche)
    In Aleppo werden Zivilisten bombardiert, Spitäler und bewilligte Hilfskonvois. Schlimmer gehts nimmer. Nun die Frage: Wer hat die Angriffe geflogen? Ist es in unserer hoch intelligenten Hightech-Welt wirklich nicht möglich, die Angreifer zu identifizieren? Militärs und Forensiker haben tausend Möglichkeiten, die Verursacher zu eruieren. Vielleicht will der Westen das gar nicht wissen. Wenn zwei Männer in eine Prügelei verwickelt sind, schreiten Polizisten erst ein, wenn beide am Boden liegen.
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  • Kommentar von Peter Mueller (Elbrus)
    Es ist der Job jeder gewählten Regierung solche Terroristen zu bekämpfen. Wir möchten ja auch nicht, dass 50'000 Chinesische Fallschirmeinheiten - für eine Neue Ordnung in der Schweiz sorgen sollten. Der Terrorismusanbeter Weber hat Sie nicht alle. Terroristen werden bekämpft und Liquidiert bis keiner mehr da ist. Da hilft keine sanfte Tour - deshalb muss auch der Westen bekämpft werden der regelmässig Waffen liefert.
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