Brexit-Referendum: EU-Befürworter derzeit im Vorteil

Der mögliche Austritt Grossbritanniens aus der EU spaltet das Land, bisher ohne klare Vorteile für ein Lager. Nun zeigt eine neue Umfrage die Brexit-Befürworter 15 Prozentpunkte hinter den Gegnern.

Permier David Cameron wirbt vor einem Plakat mit der roten Aufschrift "Die Kosten eines EU-Austritts" für den Verbleib in der EU Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Permier David Cameron wirbt für den Verbleib des Landes in der EU. Keystone

Laut einer Umfrage im Auftrag der Zeitung «Telegraph» liegen die Befürworter eines Verbleibs von Grossbritanniens in der EU deutlich in Führung. Sie kommen auf eine Zustimmungsquote von 55 Prozent, wie eine Erhebung des Forschungsinstituts ORB ergab.

Für einen Austritt aus Europäischen Union sprachen sich dagegen nur 40 Prozent der befragten aus.

Möglichst viele sollen stimmen gehen

Die Briten stimmen am 23. Juni darüber ab, ob das Land die Gemeinschaft verlassen soll oder nicht. In der Summe zeigen Umfragen bisher keine eindeutige Tendenz.

Die Wahlkommission ruft mit einer landesweiten Postwurfsendung in alle Haushalte sowie mit einem TV-Werbespot alle wahlberechtigen Briten dazu auf, sich für das Referendum zu registrieren.

Premierminister David Cameron wirbt für einen Verbleib in der EU. Zu den prominentesten Befürwortern eines sogenannten Brexits gehört dagegen der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson.

Johnson provoziert weiter

Er ist bekannt für starke Worte, legte am Wochenende aber noch einmal einen drauf: Der Brexit-Befürworter sorgte für Aufregung, als er die Ambitionen der EU mit denen Hitlers verglich. Der Ton vor dem Volksentscheid wird damit schriller. Denn Johnson hat auch persönliche Ambitionen, Premierminister David Cameron vom Tory-Thron zu stossen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Keine eindeutige Stimmungslage in Grossbritannien

    Aus Tagesschau vom 6.5.2016

    Sechs Wochen vor der sogenannten Brexit-Abstimmung fanden in Grossbritannien Regionalwahlen statt. Die Anti-EU-Partei UKIP schafft dabei erstmals den Sprung ins walisische Parlament. Und in Schottland siegen die Nationalisten. Einschätzungen dazu und zur voraussichtlichen Wahl von Sadiq Khan zum Bürgermeister von London liefert SRF-Grossbritannien-Korrespondent Urs Gredig.