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International «Brüssel hat aus seinen Fehlern gelernt»

Nach den Anschlägen herrscht in Brüssel Staatstrauer und höchste Terrorwarnstufe. Von Stillstand wie nach den Pariser Attentaten kann jedoch keine Rede sein. Diesen Fehler wollten die belgischen Behörden nicht wiederholen, sagt Journalist Alain Kiebs vom belgischen Rundfunk.

Legende: Video Brüssel findet zur Normalität zurück abspielen. Laufzeit 01:17 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.03.2016.

Nach den Anschlägen vom letzten November in Paris stand das öffentliche Leben in Brüssel während mehreren Tagen still. Wegen der Terrorgefahr fuhr der öffentliche Nahverkehr in der belgischen Hauptstadt nicht mehr, alle Schulen und viele Büros blieben geschlossen. Die Stadt war dicht. «Diesen Fehler wollen die belgischen Behörden dieses Mal nicht mehr machen», sagt Alain Kiebs vom belgischen Rundfunk.

Sogar U-Bahnen fahren wieder

Bereits einen Tag nach den drei Anschlägen in Brüssel fahren dort wieder Züge, Busse und Trams. Auch U-Bahnen seien bereits wieder unterwegs – sogar jene Metrolinie, an der am Dienstag eine Bombe detonierte, sagt Kiebs. Einige Leute hätten zwar frei genommen oder arbeiteten von zu Hause aus, aber viele gingen bereits wieder arbeiten.

Legende: Video Solidarität mit Brüssel abspielen. Laufzeit 00:42 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.03.2016.

«Ganz bewusst will die Stadt zeigen: ‹Ihr Terroristen habt uns zwar mitten in unser Herz getroffen, aber wir leben weiter, wir funktionieren weiter. Ihr werdet uns nicht unterkriegen!›». Brüssel wolle zeigen, dass es wieder funktioniere und die Behörden signalisierten mit ihrer demonstrativen Kommunikation, dass sie aus ihren Fehlern gelernt hätten.

Keine Zeit für Kritik

Kaum war klar, dass es sich bei den Explosionen vom Dienstag um Terroranschläge handelt, wurden die belgischen Sicherheitskräfte aus dem Ausland heftig kritisiert. Sie seien überfordert und hätten die Lage nicht richtig eingeschätzt, hiess es.

In Belgien sind diese Vorwürfe heute kein Thema. «Es geht jetzt um die Versorgung der Verletzten, um die Anzahl der Toten, um Trauer natürlich auch», betont Kiebs. Er ist aber überzeugt, dass in Belgien das Thema Überforderung der Behörden ganz schnell wieder in den Fokus zurückkehren wird. Denn es sei auch in der Vergangenheit immer wieder ein grosses Thema gewesen – «auch wegen der grossen Anzahl radikaler Kräfte und Menschen im Land, die nach Syrien gegangen sind und dort an der Seite des IS kämpfen.»

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Susanne Lüscher (Lol)
    Viele Moscheen in Brüssel jedoch von den Saudis finanziert und teils auch geleitet. Möglich machte dies ein Deal von König Baudouin mit seinem saudi-arabischen Kollegen Faisal. Dieser bot ihm ein Tauschgeschäft an: Belgien bekommt Erdöl zum Sonderpreis geliefert, dafür dürfen die Saudis im Land missionieren. Rund 10 Prozent der belgischen Muslime sind Konvertiten. Ein Drittel aller Handfeuerwaffen und Munition die in Belgien produziert werden, nimmt Saudi-Arabien ab! Gelernt wäre etwas anderes!
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  • Kommentar von Andread Grieder (Tschiggi@Ff)
    Der Islam ist eine Religion wie z.B., Christentum, Hinduismus und Buddhismus. Eine Religion ist per se nichts schlechtes sondern etwas gutes, sowie auch Atheismus per se nicht schlecht ist. Schlecht wird es erst durch Menschen die, in was auch immer, Ideologie reinbringen die andersartige ausgrenzt.
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    1. Antwort von Charles Halbeisen (ch)
      Nicht jeder religiöse Text trägt das gleiche Gewaltpotential in sich. Das lässt sich mit einer einfachen Wort-Statistik aufzeigen. Wie oft kommt zB das Wort "töten", und zwar ohne Negation, vor. Da gibt es gewaltige Unterschiede.
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    2. Antwort von Wilhelm Schaub (Ecro)
      Eine Welt ohne Religion: keine Selbstmordattentäter, keinen 11. Sept., keine Anschläge auf die Londoner U-Bahn, auf Charli Hebdo und auf Konzertbesucher in Paris, keine Kreuzzüge, keine Hexenverfolgung, keinen Krieg zwischen Israelis und Palästinensern, kein Blutbad unter Serben/Kroaten/Muslimen, keine "Probleme" in Nordirland, keine Zerstörung antiker Statuen durch die Taliban, keine öffentlichen Enthauptungen von Ketzern, keine Prügel auf weibliche Haut wegen zwei cm nackter Haut, usw.
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  • Kommentar von Jean-Phillippe Ducrey (Jean-Phillippe Ducrey)
    Nein wirklich? Brüssel war schon immer ein kriminelles Pflaster. In unserem Quartier, wo u.a. auch Schweizer Diplomaten wohnten, wurde in den 80er und 90er Jahren pro Woche mindestens einmal eingebrochen. Falsche Polizisten raubten Autos aus und in gewissen Quartieren hielt man besser nicht an einer roten Ampel an. Nicht vergessen die Terroranschläge der sozialistischen CCC. In Brüssel hat man aus den letzten 40 Jahren Kriminalität gar nichts gelernt, aber wirklich rein gar nichts!
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