Burundi steht vor umstrittenem Urnengang

Im ostafrikanischen Kleinstaat Burundi will sich Präsident Pierre Nkurunziza wiederwählen lassen – zum dritten Mal. Dies gegen den Widerstand der Opposition und trotz internationalen Warnungen. Die Stimmung ist explosiv.

Porträt von Nkurunziza, im Hintergrund ein Soldat mit Beret und Sonnenbrille. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nkurunziza verstösst mit seiner Kandidatur laut der Opposition gegen die Verfassung. Reuters

Bis zuletzt hatten Politiker, Vertreter der Zivilgesellschaft und religiöse Führer versucht, den burundischen Präsidenten vom heutigen Wahlgang abzubringen. Pierre Nkurunziza beharrt jedoch darauf, ein drittes Mal zum Präsidenten von Burundi gewählt zu werden.

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Wer gegen wen und warum?

Wer gegen wen und warum?

Hintergründe zur aktuellen politischen Lage im ostafrikanischen Krisenland finden sie hier.

Seit er seine Pläne im Frühjahr bekannt gegeben hat, ist die Lage in dem ostafrikanischen Staat angespannt. Damals brachen Unruhen aus. Es kam zu gewaltsamen Zusammenstössen mit über 100 Toten. Auch am Tag der Präsidentenwahl sind erneut drei Menschen bei Unruhen getötet worden. 150'000 Menschen flüchteten in die Nachbarländer – auch viele Kritiker des Präsidenten, darunter einer seiner Vizepräsidenten, Mitglieder der Wahlkommission und hohe Richter. Sie berichteten von Einschüchterungen und Drohungen.

Generäle drohen mit erneutem Putsch

Ein Putschversuch von Teilen der Armee war zwar im Mai gescheitert. Aber die Putschgeneräle haben bereits angekündigt, sie würden nochmals versuchen, Nkurunziza zu stürzen, sollte dieser wiedergewählt werden.

Wenige Stunden vor der Öffnung der Wahllokale ist es zu Gewaltausbrüchen gekommen. In der Hauptstadt Bujumbura explodierte laut Nachrichtenagenturen eine Granate.

Augenzeugen berichteten ausserdem von Explosionen und Schüssen. Verletzt wurde dabei offenbar niemand. UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon rief die Behörden von Burundi auf, alles zu tun, um die Sicherheit zu gewährleisten.