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International Cameron sucht neue Freunde

Der britische Premier will die EU reformieren – zum Vorteil Grossbritanniens. Doch damit dies gelingen kann, braucht er die Unterstützung der anderen Mitgliederstaaten. Nun hat Cameron eine Charme-Offensive gestartet.

Legende: Video David Cameron sucht Verbündete abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.05.2015.

Für den britischen Premier David Cameron dreht sich in dieser Woche fast alles um Europa: Kommenden Donnerstag bringt er das Gesetz für das Referendum über den Verbleib in der EU ins Parlament. Doch eigentlich will Cameron nicht aus der Union aussteigen. Viel lieber wäre es ihm, wenn Brüssel auf die Forderungen Grossbritanniens nach einer Reform einginge.

Um das zu erreichen, begibt sich Cameron in den kommenden Tagen auf Europa-Tournee. Dabei trifft er sich mit den Regierungschefs der grossen Länder wie Deutschland oder Frankreich. Für das erste Treffen musste er sich allerdings nicht aufs Festland begeben, sondern Europa kam zu ihm: Auf seinem Landsitz in Buckinghamshire empfing Cameron den EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker.

Die beiden verbindet nicht gerade eine enge Freundschaft. So hatte Cameron vergangenes Jahr die Nominierung Junckers als Kommissionspräsident einen «ernsthaften Fehler» genannt. Doch will der britische Premier tatsächlich Reformen in Brüssel erreichen, muss er das Gespräch mit allen suchen.

Lieber ein bisschen weniger Nähe

Für Cameron ist die Europäische Staaten-Union ein zu starkes politisches Bündnis geworden – ihm wäre eine lockere Patchwork-Familie lieber. Doch für die Neuverhandlung der EU-Verträge braucht der Premier die Zustimmung aller 27 Mitgliedsländer und von Grossgewichten.

Viel Zeit bleibt Cameron nicht für sein Vorhaben: Das britische Volk will schnell Resultate sehen; das Referendum steht vor der Tür. Denn gemäss Camerons eigenem Versprechen soll das Volk spätestens 2017 über den so genannten Brexit abstimmen können.

EU muss sich ändern

Cameron hat bei EU-Kommissionspräsident Juncker dafür geworben, die Bedingungen für die Mitgliedschaft seines Landes in der Gemeinschaft zu ändern. Der Premier habe deutlich gemacht, dass die Briten mit dem Status Quo nicht zufrieden seien, so eine Sprecherin. Die EU müsse sich ändern, um auf diese Sorgen einzugehen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Die neuen Freunde sollte er nicht in der EU suchen. Da gibt es besseres ausserhalb.
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  • Kommentar von Sandra Herrman, Stuttgart
    Nach meiner Auffassung ist GB wieder eindeutig und endgültig zu seiner alten Strategie Balance of Power nur in neuem Gewand zurückgekehrt, weil man mit der bisherigen I-want-my-money-back-Strategie nicht mehr weiter kommt und sich noch immer an den verbrecherischen alten Zeiten festklammert und versucht nach jedem erdenkbaren Strohhalm zu greifen, um dem Eingeständnis der absoluten Bedeutungslosigkeit zu entgehen. Wird aber nichts nützen, weil Geld nur eine Illusion auf Basis von Glauben ist.
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  • Kommentar von E.Wagner, Zug
    Hat er nicht vor den Wahlen seinem Volk versprochen es gäbe eine neue Abstimmung pro & gegen EU austritt! Wenn er nichts macht, verliert er daheim sein Gesicht, als Lügner.
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