Zum Inhalt springen
Inhalt

International Camerons Plan gegen Extremismus

London setzt zur Gross-Offensive gegen Extremismus an. Mit einem Fünf-Jahres-Plan will die Regierung dem wachsenden Extremismus im Land entgegentreten. Gleichzeitig sollen Angehörige von Minderheiten besser gefördert und in die Gesellschaft integriert werden.

Cameron
Legende: Cameron: Bessere Integration und soziale Hilfen in benachteiligten Vierteln und Orten. Reuters

Der britische Premier David Cameron will mit einem Fünf-Jahres-Plan die Radikalisierung von Muslimen in seinem Land bekämpfen und die Integration von Einwanderern verbessern.

Günstiges Klima für Islamismus

Er warnt davor, mit radikalen Ansichten ein günstiges Klima für Islamismus zu schaffen. Konkret will sich der britische Regierungschef heute Montag in Birmingham zu seinen Plänen äussern. Gemäss vorab veröffentlichten Auszügen dieser Rede, sagt Cameron: «Man muss nicht Gewalt unterstützen, um bestimmten intoleranten Vorstellungen anzuhängen, die ein Klima schaffen, in der Extremisten gedeihen können.»

Konkret prangert der konservative Regierungschef Ansichten an, «die auf der Verschwörungstheorie gründen, dass Juden eine böse Macht ausüben oder dass westliche Mächte in Zusammenarbeit mit Israel Muslime absichtlich erniedrigen, weil sie den Islam zerstören wollen».

«Tragische Wahrheit» der Dschihadisten

Auch die Gründe für Terrorismus in der Armut in der Welt oder der Aussenpolitik des Westens zu suchen, lehnt Cameron den Redeauszügen zufolge ab. «Dieses Argument, die Rechtfertigung mit Missständen, muss angefochten werden», fordert der Premier in seiner Rede.

Der britische Regierungschef geht demzufolge auch auf die vielen Dschihadisten ein, die aus Grossbritannien ausreisen, um sich der Organisation Islamischer Staat (IS) im Irak, Syrien oder anderen Ländern anzuschliessen. «Trotz all unserer Erfolge als multi-ethnische und multi-religiöse Demokratie müssen wir uns der tragischen Wahrheit stellen, dass es in diesem Land geborene und aufgewachsene Menschen gibt, die sich nicht wirklich mit Grossbritannien identifizieren - und wenig oder keine Verbindung zu anderen Menschen hier fühlen.»

Angehörige von Minderheiten besser fördern

Wenn Gruppen wie der IS versuchten, «unsere jungen Menschen für ihre giftige Sache zu gewinnen, kann es ihnen ein Zugehörigkeitsgefühl vermitteln, das ihnen hier Zuhause fehlt», analysiert Cameron. Die Betroffenen seien «anfälliger für Radikalisierung und sogar Gewalt gegen andere Briten».

Der britische Premierminister will nach Angaben seines Büros eine Überprüfung anordnen, wie junge Angehörige von Minderheiten besser gefördert werden können. Einwanderer sollen besser beim Erlernen von Englisch unterstützt und sozial benachteiligte Viertel und Orte Hilfen bei der Integration erhalten.

Ausserdem will Cameron den britischen Beitrag im internationalen Kampf gegen den IS überdenken. Möglicherweise lässt er das britische Parlament erneut darüber abstimmen, sich ausser im Irak auch in Syrien an Luftangriffen gegen IS-Kämpfer zu beteiligen. Dieses Ansinnen war 2013 vom Parlament abgelehnt worden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Camoron ist ein Lustiger! Will doch tatsächlich a la sowjetischem 5-Jahres-Plan die Radikalisierung von Moslems bekämpfen und die Integration von Einwanderern verbessern. Die Mühe könnte er sich sparen, wenn er schlicht zur Erkentnis kommen würde, dass diese sog. 'Radikalisierung' nichts anderes ist, als sich streng an Koran und Sunna zu halten und es niemals eine Integration von Moslems geben wird wie mit Menschen anderer Fremdkulturen, weil der Koran, Sure 5:51, dies jedem Moslem verbietet.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Warum erwähnt Mr. Cameron nicht, dass er in einzelnen Stadtteilen, beispielsweise in Birmingham Probleme mit muslimischer Paralleljustiz hat? Oder ist das in GB bereits courant normal?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Wir sind der falschen Annahme , dass sich extrem von unserer Kultur abweichende Kulturen, innert einigen Jahren bei uns integrieren lassen . Solange deren Zahl überschaubar bleibt, geht das sozial noch- sobald sie sich durch Ueberzahl um Sonderrechte bemühen, bzw. unsere Kultur sprachlich und Allgemein nicht bemüht sind anzunehmen, hört die Gemütlichkeit schon auf. Die Italiener, die Spanier, Portugiesen, die Deutschen und viele sehr Kleine Ethnien wunderbar integriert. Den Rest kennt die CH .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen