Chefs von 15 Internet-Riesen im Weissen Haus

Die Chefs mehrerer US-Internetfirmen haben US-Präsident Barack Obama persönlich ihren Unmut über die Tätigkeiten der US-Geheimdienste geschildert. Erst vor kurzem war bekannt geworden, dass die NSA auch Daten auf Servern von Google und Facebook im Ausland «abgefischt» hat.

Mark Pincus, Chef von Zynga, Marissa Mayer, CEO von Yahoo, und Barack Obama (v.l.) an einem Tisch. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Obama – neben ihm Marissa Mayer, CEO von Yahoo – hörte sich die Einwände der IT-Manager an. Keystone

US-Präsident Barack Obama traf gestern 15 Chefs verschiedener US-Internetkonzerne persönlich im Weissen Haus. Sie beklagten sich bei ihm über die Geheimdienst-Überwachung und forderten Reformen. Das gemeinsame Vorgehen von Google, Yahoo, Microsoft und weiterer Silicon-Valley-Konzerne ist neu.

HeuteMorgen vom 18.12.2013 06:00

2:03 min, aus HeuteMorgen vom 18.12.2013

Zu Beginn war die ganze Affäre um Edward Snowden für die Internetfirmen äusserst unangenehm. Sie hatten mit den Geheimdiensten kooperiert. Und sie hatten ihnen E-Mail- und Telefondaten überreicht. Der Schaden fürs Image war gross.

In den letzten Monaten begannen sie, ihren Unmut kundzutun. Facebook-Gründer Marc Zuckerberg kritisierte an einer Messe im September die Erklärungen der Regierung zu der E-Mail-Überwachung. Macht euch keine Sorgen, wir spionieren keine Amerikaner aus, sondern Ausländer, habe die Regierung gesagt. «Sehr hilfreich für Firmen, die weltweit expandieren möchten», meinte Zuckerberg lakonisch.

Koordinierte Aktion der Grossen der Branche

Dann wurde bekannt, dass die US-Geheimdienste möglicherweise sogar die Datenbanken der Internet-Firmen im Ausland anzapfen – ohne deren Wissen. Die Empörung im Silicon Valley war immens.

Google-CEO Eric Schmidt sagte dem Wall Street Journal digital Network: «Es ist ungeheuerlich, dass sie das getan haben sollen.» Seither haben sich die Internetkonzerne zusammengerauft. Vor wenigen Tagen verlangten Microsoft, Facebook, Google, Yahoo und Twitter gemeinsam das Ende der massenhaften Datensammelaktion durch die NSA, mehr Übersicht und mehr Transparenz.

Das war auch das Thema am gestrigen Treffen mit Obama. Sie hätten ihn aufgefordert «aggressive Reformen» anzustreben, liessen sie anschliessend mitteilen.