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Neue Präsidentin für Chile
Aus Tagesschau vom 16.12.2013.
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International Chiles Ex-Präsidentin gewinnt Stichwahl

Die Sozialistin Michelle Bachelet hat die Stichwahl um die Präsidentschaft in Chile gewonnen. Nun will Bachelet zahlreiche soziale Reformen vorantreiben.

Nach ihrem Sieg bei den Präsidentschaftswahlen hat die Sozialistin Michelle Bachelet zu einem Kurswechsel in Chile aufgerufen. «Es ist die Zeit für grundlegende Veränderungen gekommen», sagte die 62-Jährige nach der Stichwahl am Sonntag.

«Das wird nicht einfach sein, aber wann war es schon einfach, die Welt zum Besseren zu verändern?» rief Bachelet tausenden Anhängern von einer Bühne im Zentrum der Hauptstadt Santiago de Chile zu. Sie sagte der sozialen Ungleichheit in Chile den Kampf an. «Dies ist nicht eine Wahl zwischen ‹zwei Frauen›, wie es die Presse gerne betitelt», sagte Bachelet beim Abschluss der Wahlkampagne.

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Bachelet gewinnt die Wahl in Chile
01:51 min, aus HeuteMorgen vom 16.12.2013.
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Deutlicher Sieg

Begleitet wurde Bachelet bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Wahlsieg von ihren Kindern und ihrer Mutter Angela Jeria. Die Sozialistin war in der Stichwahl auf mehr als 62 Prozent der Stimmen gekommen und hatte sich damit deutlich gegen die konservative Kandidatin Evelyn Matthei durchgesetzt. Die Wahlbeteiligung lag unter 50 Prozent.

Sie war von 2006 bis 2010 Chiles erste Frau im Präsidentenamt, konnte aber laut Verfassung nicht direkt für eine weitere Amtszeit antreten. Bachelets Bewerbung wurde von Sozialisten, Christdemokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten unterstützt.

Im konservativen Lager war die Kandidatur der sehr weit rechts stehenden Matthei bis zuletzt umstritten geblieben. Nach nur vier Jahren an der Macht kehrt die politische Rechte in die Opposition zurück.

Die rechtskonservative Kandidatin Evelyn Matthei an der Urne.
Legende: Die rechtskonservative Kandidatin Evelyn Matthei in La Reine, in der Nähe der Hauptstadt Santiago de Chile. Keystone

Putsch entzweite eine Freundschaft

Die beiden Kandidatinnen kennen sich seit der Kindheit. Ihre Väter waren Generäle und eng befreundet. Doch der blutige Militärputsch 1973 hat sie und ihre Familien gespalten.

Mattheis Vater übernahm eine Schlüsselrolle in Diktator Pinochets Führung. Bachelets Vater wurde verhaftet und gefoltert, weil er sich gegen den Putsch auflehnte. Er starb in Gefangenschaft. Auch Bachelet und ihre Mutter wurden gefoltert, bevor sie ins Exil flüchteten.

Gefälle zwischen arm und reich verringern

Bei dem politischen Richtungswechsel Bachelets stehen eine Steuer-, eine Bildungs- und eine Verfassungsreform. Ziel der neuen Präsidentin ist, das extreme Gefälle zwischen reich und arm in Chile zu überwinden. Hochschulbildung wird in Zukunft wieder kostenlos sein; die Mittel dazu sollen die Unternehmen aufbringen, die leicht höhere Steuern zu entrichten haben.

Bachelet macht sich auch für bessere Renten stark und will das heute geltende, absolute Abtreibungsverbot lockern. Ausserdem fordert die Kinderärztin eine neue Staatsverfassung. Die aktuelle stammt noch aus der Zeit der Militärdiktatur und behindert Veränderungen am politischen System.

Im Parlament dominieren die Vertreter von Mitte-Links; Michelle Bachelet und die Reformer haben weitgehend freie Bahn. Die ultraliberale Wirtschaftspolitik steht auch für die Wahlsiegerin nicht zur Diskussion.

Bachelet folgt auf Staatschef Sebastián Piñera an. Die Amtsperiode dauert von 2014 bis 2018. Ihre Amtszeit als Staatschefin beginnt am 11. März an.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger , 6370 Stans
    …pardon - s'ist ja eine Frau.
  • Kommentar von Marlene Zelger , 6370 Stans
    Ui, schon wieder ein linker Regierungschef!!
  • Kommentar von Marianne Roe , Gwatt
    Mir ist die Frau auch sympatisch.Es muss endlich klar gestellt werden, dass Leute welche sich für soziale Projekte und Parteien engagieren von vornherein beliebter sind, da sie immer, was sie auch sagen, für Menschen von Vorteil sind. Diejenigen Politiker oder Staatshäupter welche hauptsächlich für Recht, Ruhe, Ordnung usw. sorgen werden von vorn herein negativ bewertet. Sozialistische Leute können aber schlussendlich ein Land nicht vernünftig führen. Es entsteht Ungerechtigkeit und Chaos.