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International «Das gemeinsame Europa ist keine Laune der Geschichte»

Deutschland und Frankreich erinnern im Elsass gemeinsam an die Gräuel des Ersten Weltkrieges. 100 Jahre nach Beginn des Krieges weihten die Staatspräsidenten beider Länder eine gemeinsame Erinnerungsstätte ein. In ihren Reden mahnten sie Konsequenzen aus den Erfahrungen des Krieges an.

Legende: Video Deutschland und Frankreich erinnern an den Kriegsausbruch 1914 abspielen. Laufzeit 03:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.08.2014.

Die Präsidenten Deutschlands und Frankreichs, Joachim Gauck und François Hollande, haben gemeinsam an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnert.

Auf dem Hartmannsweilerkopf im Elsass legten die beiden Staatsoberhäupter den Grundstein für eine deutsch-französische Erinnerungsstätte. Dort waren bei verlustreichen Kämpfen fast 30'000 Deutsche und Franzosen ums Leben gekommen. Am 3. August 1914 hatte das Deutsche Reich Frankreich den Krieg erklärt.

«Tiefer Sinn der europäischen Politik»

Beide Präsidenten mahnten Konsequenzen aus der Erinnerung an. «Das gemeinsame Europa und die gemeinsamen europäischen Einrichtungen sind keine Laune der Geschichte», sagte Gauck. Dieser tiefe Sinn der europäischen Politik müsse immer wieder deutlich gemacht werden. Es müsse unermüdlich an einem vielgestaltigen Europa gearbeitet werden. Dazu gehöre auch, populistischen Strömungen entgegenzutreten, die mit antieuropäischen Parolen Stimmung machten.

Hollande forderte, den Erinnerungen einen Sinn in der heutigen Welt zu geben. So müsse Europa als Vorbild «eine Perspektive aufzeigen für Arbeit, Erziehung und Wissen». Die Verteidigung des Friedens müsse die Perspektive sein für jede Generation von heute. So forderte Hollande «alle Anstrengungen für einen Waffenstillstand im Gaza-Streifen». Das Leiden der Menschen dort müsse beendet werden.

Das Weltkriegsgedenken geht in der kommenden Woche weiter. Am Montag werden zu Feierlichkeiten in Belgien rund 20 Staats- und Regierungschefs erwartet.

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Der Erste Weltkrieg gilt als europäischer Epochenbruch, der den Lauf der Geschichte im 20. Jahrhundert entscheidend beeinflusste. 100 Jahre nach Kriegsausbruch geht SRF der Frage nach, wie sich Politik, Gesellschaft, Kultur und die Biographien der Menschen nach 1914 grundlegend veränderten. Mehr.

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47 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Guggisberg, Busswil
    Francois Hollande: .. du fragst, wie kann man neutral bleiben beim Abschuss von MH17? Ich frage, wie kann man nicht neutral bleiben beim Abschuss von MH17 ohne Beweise? Sind die EU Regierungschefs naiv oder tun Sie nur so? Ich sage, nein, die EU Regierungschefs sind in Corpore in das kriminelle Unternehmen UKRAINE verwickelt und suchen jetzt krampfhaft Ihre Schuld mit 100 Jahr Gedenkfeiern zu vertuschen. Ihr kommt da nicht mehr raus. Eure Schuld ist bewiesen !!!
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Und..., was nützt dieses Gedenken, wenn Europa daraus, wie uns die jüngste Zeit, betreffend Ukraine Konflikt beweist nichts daraus gelernt hat?
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Ein "gemeinsames" Europa sind wir nur schon durch die Geographie. Und für Gemeinsamkeiten braucht es keine offenen, unkontrollierbar gewordene Grenzen. Wenn die Menschen in Europa nur darin Freiheit empfinden, wenn sie ungehindert von A nach B reisen können, sind sie innerlich schon verkümmert. Gemeinsam stark sein können wir auch, wenn jedes Land in Europa autonom & unabhängig bleibt. Alle in ihrer Individualität so bleiben können wie sie sind. Sich nicht für Gemeinsamkeit verbiegen müssen!:-)
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    1. Antwort von Marcel Chauvet, Neustat
      Jetzt zählen Sie mal ein Land in der EU auf, dass nicht selbständig eigene Interessen vertreten kann. Wer sich unterjocht fühlt oder sonstwie gegängelt, kann ja aus der Union austreten. Hat bis jetzt niemand getan. Nicht mal Griechenland, wo langsam die Erkenntnis dämmert, dass man selbst Strukturmaßnahmen für eine Wende zum Besseren hin schaffen muss. Ein Ziel der EU ist es, gemeinsame Rahmenbedingungen für gleiche Wettbewerbschancen, das Gegenteil von Rosinenpicken, zu schaffen.
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Nun, gestern im Gedenken wurde argumentiert, dass Deutschland sehr wichtig ist, dass es Frankreich wirtschaftlich gut geht, weil vor allem Deutschland davon profitiert. So viel zu selbstlosen Wettbewerbschancen für alle. Auch eine Art Rosinenpickerei, oder? Und Frankreich ist für Deutschland die grösste Rosine, gell!
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    3. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      @Waeden: Binsenweisheit: Wenn es Deutschland als Wirtschaftsmotor in der Mitte Europa wirtschaftlich nicht gut geht, geht es in Europa noch schlechter zu. Im übrigen hat jedes Land in der EU die gleichen Wettbewerbschancen und Rahmenbedingen, man kann sich nicht aus dem Regelwerk die gerade genehmen Privilegien hervorkramen. Deutschland jedenfalls hat sich kein Steuerparadies zurecht gezimmert, wo man dem Handwerk eines Steuerdiebes und der Hilfeleistung beim Steuerbetrug nachgeht.
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    4. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Aha, lieber Herr Chauvet & wenn alle dieselben Wettbewerbs-Chancen haben, weshalb ist dann ausschlaggebend, dass es hauptsächlich Deutschland wirtschaftlich gut gehen muss? Weshalb muss Deutschland der Wirtschaftsmotor in der EU sein? Also doch eine ungesunde Abhängigkeit vorhanden ist. In Konflikten, die nie aus zuschliessen sind, fährt man eben besser, wenn man möglichst unabhängig bleibt & sich notfalls selber versorgen kann. Das Motto gilt immer: Lieber klein & überschaubar bleiben.
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