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Nordkoreas Atombombentests Das Gespenst aus dem Kalten Krieg

Die Angst vor einem Nuklearangriff ist in den USA nicht akut – aber sie geistert herum. Eine Analyse.

Legende: Video «Was tun mit Nordkorea?» abspielen. Laufzeit 4:47 Minuten.
Aus 10vor10 vom 04.09.2017.

Bislang warnte US-Verteidigungsminister James Mattis vor einem militärischen Konflikt mit Nordkorea und nannte ihn «katastrophal». Seine Haltung ist «Common Sense» unter Sicherheitsexperten, denn eine Eskalation würde potenziell hunderttausende Menschenleben auf der dicht bevölkerten koreanischen Halbinsel kosten.

Und doch, die wiederholten und sich in der Potenz steigernden Atomversuche Nordkoreas zeigen Wirkung in Washington. Am Wochenende sagte Mattis nach dem vermuteten Wasserstoff-Bombentest: «Eine Bedrohung der USA oder ihres Territoriums, Guam eingeschlossen, wird eine massive militärische Antwort nach sich ziehen.»

Keine «totale Zerstörung», aber sicher Reaktionen

Die USA wollten nicht «die totale Zerstörung» von Nordkorea, aber es gebe «viele Optionen», auf die jüngsten Nuklearbomben-Tests zu reagieren. Mattis' Rhetorik gleicht inzwischen derjenigen von Präsident Donald Trump, der Pjöngjang mit «Fire and Fury» (Feuer und Zorn) drohte. Trumps Sicherheitsberater H.R. McMaster spricht ebenfalls schon länger von einer militärischen Option.

Auch John Kelly, Stabschef der Regierung Trump, sagte Anfang Jahr noch als Minister für Innere Sicherheit, er rechne damit, dass Nordkorea noch während Trumps Amtszeit taugliche nukleare Langstrecken-Raketen entwickeln könne. «Wir müssen sie stoppen, bevor es dazu kommt.»

Erstaunen über Technologieentwicklung

Klar ist, dass man in den USA die nukleare Bedrohung durch Nordkorea inzwischen sehr ernst nimmt, auch wenn Experten davon ausgehen, dass Nordkorea derzeit nicht die Technologie zur Verfügung hat, um Raketen wirkungsvoll nuklear zu bestücken. Aber man zeigt sich doch erstaunt, wie schnell Nordkorea in der Entwicklung seines Nukleararsenals weitergekommen ist.

Medien in den USA reflektieren diese steigende Beunruhigung angesichts der nuklearen Potenz Nordkoreas. Leitmedien wie die «New York Times» und die «Washington Post» untersuchen mögliche Reichweiten und Ziele wie San Francisco oder Chicago. Sie fragen, wie dicht die Raketenabwehr der USA ist, nicht nur zum Schutz der asiatischen Alliierten, sondern auch zum Schutz von Nordamerika.

Die Nuklearangst in den USA ist noch nicht akut, dazu fehlt eine klare Bedrohungslage, aber sie geistert herum, wie ein Gespenst aus dem Kalten Krieg.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Das Gespenst der Nuklearangst legen ja vorallem Mainstream-Medien wie SRF. Vielleicht liefert Isabelle Jacobi ja mal Erklärungen, woher Nordkorea ohne existente Industrie die Technologie für eine Atombombe, geschweige denn einer Wasserstoffbombe haben soll. Für so Zeugs braucht es immenses Knowhow, allein die Zündung richtig handzuhaben ist enorm schwierig und nicht einmal China hat das wirklich im Griff. Nordkorea hat ein paar Uraltraketen und die Atomtests dürften simuliert sein.
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    1. Antwort von Charles Morgenthaler (ChM)
      Die starken Erschütterungen, welche von zahlreichen seismischen Instituten gemessen wurden, sind von 1.August Böllern simuliert worden, nicht wahr Herr Ducrey.
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    2. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Morgenthaler: Solcherlei Erschütterungen bringt man mit genug Sprengstoff auch zustande und Sprengmittel hat Nordkorea beileibe genug. Ist massiv einfacher, als schauen zu müssen, dass die Anordnung möglichst lang überkritisch bleibt. Und das was uns als Wasserstoffbombe vorgeführt wurde, entspricht in etwa Hollywood Pappmaché von Star Wars. Man schaue sich die Schrauben an....
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  • Kommentar von Stephan Wenk (nutzername)
    Eine Gegenfrage. Wie stellt sich die Redaktion die Angst der Bevölkerung vieler Länder vor dem täglichen Terrorismus durch Raketenangriffe seitens der USA vor?
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