Konservative Glaubensbewegung Das ist Opus Dei

Das «Werk Gottes» – Opus Dei – ist seit jeher geheimnisumwittert. Was über die Glaubensbewegung tatsächlich bekannt ist.

Mitglieder von Opus Dei stehen nebeneinander, Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Opus Dei soll 90'000 Mitglieder weltweit umfassen. Reuters

Das Wichtigste in Kürze

  • Die katholische Laienorganisation Opus Dei gilt als sehr konservativ und einflussreich.
  • Die Organisation zählt 90'000 Mitglieder weltweit. Sie streben nach Heiligkeit mithilfe eines «Lebensplans».
  • In der Kritik stehen die schmerzhaften Busspraktiken der Gemeinschaft.

Gründung und Prinzipien: Die Priester- und Laienorganisation Opus Dei («Werk Gottes») gilt als eine der einflussreichsten und konservativsten Gruppierungen in der katholischen Kirche. Der spanische Priester Josemaría Escrivá (1902 – 1975) hat sie 1928 in Madrid gegründet. Nach einer göttlichen Eingebung vertrat er die Überzeugung, dass jeder Mensch im Alltag mit dem Streben nach «christlicher Vollkommenheit» Gott begegnen könne. Heiligkeit sei deshalb nicht das Ungewöhnliche, sondern das Gewöhnliche für jeden Getauften.

Darum geht es dem Opus Dei: Die Mitglieder der Gemeinschaft sollen nach Heiligkeit streben. Dafür müssen sie einen «Lebensplan» erfüllen. Darunter fallen tägliche und wöchentliche Normen, wie häufiges Beten und die tägliche heilige Kommunion. Die Numerier des Opus Dei praktizieren zudem schmerzhafte Busspraktiken. Rund 2000 Mitglieder sollen Numerier sein. In die Schlagzeilen kam die Organisation 2006 durch die Verfilmung von Dan Browns Bestseller «Der Da Vinci Code – Sakrileg», in der sie als düstere Sekte präsentiert wird, deren Mitglieder sich selbst blutig peitschen. Der Vatikan verurteilte den Thriller aufs Schärfste.

Organisation und Mitglieder: Nach eigenen Angaben hat Opus Dei weltweit 90'000 Mitglieder in etwa 90 Ländern, davon rund 2000 Priester. Die Laien unterstehen jeweils dem regionalen Bischof. Die meisten Opus-Dei-Mitglieder sollen verheiratet sein. Mitarbeiter können auch aus anderen Konfessionen kommen und beispielsweise Muslime, Buddhisten oder gar Atheisten sein, heisst es in einer Info-Broschüre der Organisation. Seit 1930 können auch Frauen der Gemeinschaft beitreten. Sie dürfen allerdings nicht an der Wahl des Vorsitzenden, des Prälaten, teilnehmen. Opus Dei ist in zwei Abteilungen, eine weibliche und eine männliche, unterteilt.

Die Hochburg des Werks Gottes: Bedeutet für das Opus Dei ist vor allem Spanien, aber es gibt auch viele Anhänger etwa in Argentinien und Chile. Zudem gehören viele Kardinäle und Bischöfe der Organisation an oder gelten als Sympathisanten. Als grosser Förderer galt Papst Johannes Paul II. An der Spitze steht ein Prälat mit Sitz in Rom. Auch der letzte bislang letzte Prälat war ein Spanier. Am 12. Dezember 2016 starb Javier Echevarría. Der Priester stand 22 Jahre lang an der Spitze von Opus Dei.

Die Kritik an der Gemeinschaft: Für Kritik sorgten in der Vergangenheit unter anderem schmerzhafte Busspraktiken (etwa das Tragen eines schmerzhaften Bussgürtels) oder auch das Prinzip unbedingten Gehorsams. Opus Dei wird von Kritikern ausserdem grosse Machtbestrebungen in Wirtschaft und Politik nachgesagt. So soll Opus Dei dem ehemaligen spanischen Diktator Franco und Chiles Machthaber Augusto Pinochet nahe gestanden sein.