Das Protokoll zu den Polizeimorden in Dallas

Der Liveticker ist geschlossen. Die Ereignisse rund um die tödlichen Schüsse in Dallas können Sie in diesem Protokoll nachlesen.

Polizistenmorde in Dallas

Der Ticker ist abgeschlossen.
  • Heckenschützen nehmen bei Protesten gegen tödliche Polizeigewalt Beamte ins Visier – fünf Polizisten sterben, sieben weitere sowie zwei Zivilisten werden verletzt
  • Drei mutmassliche Komplizen werden festgenommen
  • Ein weiterer Verdächtiger stirbt, nachdem er sich in einer Garage verschanzt hatte
  • Die Polizei hat mit einem Roboter eine Explosion verursacht und den Verdächtigen so getötet
  • Präsident Barack Obama äussert sich in Warschau: «Tat erfüllt mich mit Abscheu»
  • Die Polizei findet – entgegen der Drohungen des getöteten Verdächtigen – keine Sprengstoffe
  • 17 :35

    Hiermit beenden wir unseren Liveticker zu den tödlichen Schüssen in Dallas. Der Ticker bleibt bestehen, damit Sie die Ereignisse nachlesen können.

  • 16 :57

    Getöteter Verdächtiger war ein 25-Jähriger aus Dallas

    Die Polizei hat offenbar den getöteten Verdächtigen identifiziert. Nach US-Medienberichten handelt es sich um einen 25-Jährigen aus der Gegend von Dallas. Die «Los Angeles Times» und der Sender CBS gaben den Namen unter Berufung auf Ermittler mit Micah X. J. an. Der Mann habe keine kriminelle Vergangenheit und keine bekannten Verbindungen zu terroristischen Gruppen. Er habe zudem Verwandte im texanischen Mesquite, einer Stadt östlich von Dallas. Den Angaben zufolge sind FBI-Ermittler in die Untersuchungen einbezogen. Eine offizielle Bestätigung bezüglich der Identität des Getöteten fehlt bislang.

  • 16 :05

    Was wir aktuell nicht wissen:

    • Das Motiv der Tat ist noch nicht klar. Der getötete Verdächtige war laut Polizeichef Brown über die jüngsten Fälle tödlicher Polizeigewalt aufgebracht. Anlass des Protestmarsches, bei dem die Schüsse fielen, war der Tod von zwei Afroamerikanern, die innerhalb von zwei Tagen in anderen US-Städten durch Polizeischüsse ums Leben gekommen waren. Nach Browns Auskunft zeigte sich der Mann aber auch aufgebracht über die Protestorganisation «Black Lives Matter».
    • Zur Identität der Festgenommenen machte die Polizei keine Angaben.
    • Die Hautfarbe der meisten Täter und Opfer ist noch nicht bekannt. Polizei und Bürgermeister wollten sich mit Hinweis auf laufende Ermittlungen nicht näher zu den Verdächtigen äussern.
    • Es ist unklar, ob es weitere Verdächtige gibt. Brown sagte in der Nacht, er sei nicht vollständig überzeugt, dass bereits alle Verdächtigen in Gewahrsam seien.
    • Ob tatsächlich Bomben gelegt wurden, ist unklar. Sprengstoffexperten untersuchten in der Nacht nach Angaben der Polizei ein verdächtiges Paket. Sprengsätze oder Bomben wurden aber nicht gefunden.
  • 16 :04

    Was wir aktuell wissen:

    • Die ersten Schüsse sind laut Polizeichef David Brown um 20.45 Uhr am Donnerstagabend gefallen.
    • Fünf Polizisten sind ums Leben gekommen. Einer von ihnen arbeitete für das Nahverkehrsunternehmen Dart.
    • Sieben weitere Polizisten wurden nach Angaben der Polizei verletzt.
    • Laut Bürgermeister Mike Rawlings gab es auch zwei verletzte Zivilisten.
    • Die Polizei sprach von zwei Heckenschützen.
    • Ein Verdächtiger ist tot. Er hatte sich den Angaben zufolge im Parkhaus einer Hochschule verschanzt. Er habe angegeben, Weisse und insbesondere weisse Polizisten töten zu wollen. Zudem habe er gesagt, dass Bomben im Parkhaus und in der Stadt versteckt seien. Die Polizei tötete den Mann laut Brown mithilfe eines Roboters per Sprengsatz.
    • Drei weitere Verdächtige wurden festgenommen. Darunter war eine Frau, die in der Nähe des Parkhauses gefasst wurde. Die Frau war Rawlings zufolge Afroamerikanerin. Bei den beiden anderen handle es sich um zwei Männer, die in einem Auto geflohen waren.
    • Die Polizei gehe davon aus, dass die Festgenommenen zusammengearbeitet haben, sagte Brown in der Nacht. Am Morgen berichtete er dann, der getötete Verdächtige habe angegeben, allein zu handeln.
    • Die Polizei veröffentlichte noch am Donnerstag auf Twitter das Bild eines Mannes. Er stellte sich darauf den Behörden, wurde inzwischen aber wieder freigelassen, wie die Zeitung «Dallas Morning News» online berichtete.
  • 15 :33

    Clinton und Trump sind bestürzt

    Die US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump haben den Hinterbliebenen ihr Mitgefühl ausgesprochen. «Ich trauere um die Polizisten, die während ihrer heiligen Pflicht, friedliche Demonstranten zu schützen, erschossen wurden», teilte Clinton auf Twitter mit.

  • 15 :32

    Ihr republikanischer Konkurrent Trump sprach von einer Spaltung in den USA, die Konflikte zwischen Schwarzen und Weissen seien schlimmer geworden. «Das ist nicht der amerikanische Traum, den wir alle für unsere Kinder wollen», hiess es in einer Mitteilung Trumps. «Wir müssen Recht und Ordnung wiederherstellen.»

  • 15 :23

    Toter Verdächtiger will alleine gehandelt haben

    Der getötete Verdächtige hat nach eigenen Angaben allein gehandelt. Er gehöre keiner Gruppe an, habe der Mann gesagt. Dies gab der Polizeichef von Dallas bei der Medienkonferenz bekannt.

  • 15 :01

    Ein Gesuchter wieder auf freiem Fuss

    Die Polizei hat drei Verdächtige festgenommen, darunter eine Frau. Zwei Männer wurden gefasst, nachdem in ihrem Auto Stofftaschen in Tarnfarben gefunden wurden. Ein weiterer Mann stellte sich selbst, nachdem ein Fahndungsfoto von ihm veröffentlicht wurde. Er kam wenig später wieder auf freien Fuss.

  • 14 :56

    Behörden bitten Bevölkerung um Hilfe

    Nach den tödlichen Schüssen auf Polizisten in Dallas haben die Behörden die Bevölkerung um Hilfe gebeten. «Wir brauchen Ihre Unterstützung, um Sie vor denjenigen zu beschützen, die für diese tragischen Ereignisse verantwortlich sind», sagte Polizeichef David Brown. Er betonte, die Polizisten hätten unter Einsatz ihres Lebens für die Sicherheit von Zivilisten gesorgt. Dabei hätten sie kaum eine Chance gehabt, sich vor den Schüssen zu schützen. Brown rief dazu auf, für die Familien der Getöteten zu beten.

  • 14 :50

    Pressekonferenz in Dallas

    Dallas' Bürgermeister Mike Rawlings sowie Polizeichef David Brown sind in Dallas vor die Medien getreten.

    In einem Parkhaus habe man stundenlang mit einem verschanzten Verdächtigen verhandelt. Schliesslich habe man keine andere Lösung gesehen, als durch einen Roboter in seiner Nähe eine Explosion auszulösen. Der Verdächtige sei dabei getötet worden.

    Der Mann sagte zuvor, er wolle explizit weisse Polizisten töten. Er sei wütend darüber, dass Schwarze von weissen Polizisten getötet werden. Er gehöre keiner Gruppe an und habe alleine gehandelt.

    Video «Dallas' Polizeichef David Brown» abspielen

    Dallas' Polizeichef David Brown

    2:50 min, vom 8.7.2016

  • 13 :55

    Insgesamt fünf Tote und neun Verletzte

    Die Heckenschützen haben in der Nacht auf insgesamt 14 Menschen geschossen – 12 Polizisten sowie zwei Zivilpersonen. Von den Polizisten kamen fünf ums Leben.

  • 13 :52

    Erste Opfer identifiziert

    Via Twitter werden die Namen der Getöteten verbreitet. Bei einem Opfer handelt es sich um den 43-jährigen Brent Thompson, ein Verkehrspolizist. Ein weiteres Opfer ist Patrick Zamarripa, dessen Familie sich über den Nachrichtendienst meldete.

  • 13 :32

    SRF-Korrespondent Peter Düggeli in Washington

    «Wir wissen noch nicht, wer hinter den Angriffen auf die Polizisten in Dallas steckt. Wir wissen aber, dass es sich um kalkulierte Angriffe auf die Polizei handelte, welche den eigentlich friedlichen Protestzug begleiteten. In einem Land, in dem es so viele Waffen gibt und in dem die Hemmschwelle, diese auch einzusetzen, so tief ist, ist vieles denkbar. Ob Racheakt, Gelegenheitstat oder Terrorismus.

    Das Problem des Rassismus bei der Polizei gibt es schon lange. Das ist kein neues Phänomen. Was neu ist, ist, dass solche Taten mit modernen Technologien wie Handyvideos oder Livestreams dokumentiert werden. Was die Bevölkerung zu sehen bekommt, beschäftigt alle, ob schwarz oder weiss. Es belastet auch die Beziehungen zur Polizei. Die grosse Mehrheit der Polizisten ist nicht rassistisch und setzt sich jeden Tag zum Schutz der Bevölkerung ein.»

    Video «SRF-Korrespondent Peter Düggeli zum Geschehen in Dallas» abspielen

    SRF-Korrespondent Peter Düggeli zum Geschehen in Dallas

    1:55 min, aus Tagesschau am Mittag vom 8.7.2016

  • 12 :56

    Keine Sprengstoffe gefunden

    Die Polizei gibt via Twitter Entwarnung: Es seien keine Sprengstoffe gefunden worden. Der Verdächtige, der sich in der Garage verschanzt hatte und getötet wurde, hatte zuvor gedroht, er habe überall Sprengstoff versteckt.

  • 12 :21

    SRF-Korrespondent Beat Soltermann in den USA

    «Im Moment rückt das Land sicher zusammen. Ob das nachhaltig sein wird, lässt sich schwer beurteilen. In den sozialen Medien oder auch im Fernsehen spürt man Schock, Trauer und Wut. Das sind auch die Reaktionen der Menschen, mit denen ich bislang gesprochen habe.

    Und auch Präsident Obama hat sich in diese Richtung geäussert: Das Land müsse jetzt zusammenstehen. Auch im Rennen um das Präsidentschaftsamt könnten die Angriffe zum Thema werden. Losgelöst davon, wer hinter dieser Tat steckt und was die genauen Hintergründe sind, werden im Wahlkampf sicher Themen wie die Terrorbekämpfung, die schlechteren Chancen der Afroamerikaner, die Justizreform und die Rolle der Polizei in den Fokus rücken.»

  • 12 :16

    Dallas: Die Metropole im Süden

    Dallas ist die drittgrösste Stadt im US-Bundesstaat Texas. Die Geschäftsmetropole hat etwa 1,3 Millionen Einwohner. Dallas entwickelte sich vom Zentrum der Baumwoll- und Ölindustrie zu einem Technologiestandort. Unternehmen wie Texas Instruments haben hier ihren Sitz. Das North Park Center war bei seiner Eröffnung 1965 die erste geplante Mall in ganz Amerika und das erste klimatisierte Shoppingcenter der Welt. In der US-Metropole wurde 1963 US-Präsident John F. Kennedy erschossen.

  • 11 :29

    Obama spricht in Warschau

    US-Präsident Barack Obama hat sich tief bestürzt über die Bluttat in Dallas gezeigt. Die «bösartige, kalkulierte und verabscheuungswürdige» Tat erfülle ihn mit Abscheu, sagte Obama beim Nato-Gipfel in Warschau. Er sprach von einer gezielten Attacke auf Polizisten und sagte den Behörden in der texanischen Stadt seine vollste Unterstützung zu. Auch bei der Verfolgung der Verantwortlichen: «Jeder, der an diesen schrecklichen Morden beteiligt war, wird zur Rechenschaft gezogen werden.»

  • 11 :19

    Behörden bestätigen Tod eines Verdächtigen

    Einer der Heckenschützen von Dallas hatte sich nach den Polizistenmorden in einer Garage verschanzt. Nun bestätigen die Behörden laut CNN den Tod des Mannes.

  • 11 :16

    Hintergrund weiter unklar

    Nach wie vor gibt es keine gesicherten Erkenntnisse zu den Motiven der Heckenschützen, die in Dallas fünf Polizisten ermordeten. Die Schüsse fielen jedoch während eines Protestmarsches gegen Polizeigewalt, bei der in Louisiana und Minnesota innert zwei Tagen zwei Afroamerikaner ums Leben kamen.

  • 11 :00

    Spontaner Gewaltausbruch oder absehbare Eskalation?

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