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International Das schmutzige Geschäft der Schlepper reicht bis in die Schweiz

Die EU hat den Schleppern den Kampf angesagt. Seit Sommer 2015 ist die Taskforce «Interforce» im Einsatz. Trotz konzertierten Aktion gegen die Menschenhändler blüht das Geschäft. Die Spuren führen auch in die Schweiz.

Legende: Video Der Kampf gegen die Schlepper abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.09.2016.

Die Flucht aus der Hoffnungslosigkeit lässt bei Schleppern die Kassen klingeln. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) schätzt den jährlichen Umsatz der Menschenhändler im Mittelmeerraum auf rund sieben Milliarden Dollar.

Das Netzwerk der Schlepper reicht von Afrika bis in die Schweiz. Das berichten die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche». Die aufwendige Auswertung von 1200 Seiten Gerichtsakten und 40'000 Telefonaten zeigen ein alarmierendes Bild.

Schlepper mit Asylgesuch in der Schweiz

Demnach haben Schlepperbosse aus Nord- und Ostafrika Verwandte oder sogar Mitglieder ihrer Banden in der Schweiz platziert. Manche dieser Personen hätten in der Schweiz Asylgesuche gestellt, schreibt die Zeitung.

Während die italienische Justiz gegen die Schlepper wegen organisierter Kriminalität vorgeht, gab es in der Schweiz noch keine derartigen Verfahren.

Mit den Ermittlungen in Italien habe die Schweiz bisher noch nicht zu tun gehabt, sagte der Leiter der Schweizer Taskforce zur Bekämpfung des organisierten Schleppertums Christophe Cerinotti zur «Tagesschau»: «Seit 2013 laufen die Ermittlungen, die Taskforce wurde aber erst 2015 eingesetzt.»

Einberufen wurde die Spezialeinheit von Justizministerin Simonette Sommaruga. nach dem Tod von 71 Flüchtlingen in einem in Österreich abgestellten Lastwagen.

Vier Strafverfahren gegen mutmassliche Schlepper

Seit dem 14. September 2015 ermitteln die Kantonspolizei Tessin, das Bundesamt für Polizei (Fedpol) und das Deutsche Bundeskriminalamt gemeinsam von Chiasso aus gegen internationale Schlepperbanden.

«Derzeit laufen vier Strafverfahren gegen mutmassliche Menschenhändler», sagt Cerinotti. Drei in Deutschland und eines in Italien. Der Kampf gegen diese hochorganisierten Schlepperbanden erweist sich als schwierig.

Cerinotti kann nicht auszuschliessen, dass sich unter den Flüchtlingen in der Schweiz auch Schlepper befänden. Der Fokus der Taskforce liege aber nicht auf gelegentliche Helfer, sondern auf die grossen Fische. Allerdings erweist sich die Beweislage häufig als schwierig, zumal die Schweiz meist nur Transitland sei.

Deshalb sei die Zusammenarbeit mit den Behörden in Italien und Deutschland essenziell. Hier gäbe es noch Luft nach oben, insbesondere in der Kooperation mit Italien.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    In der Rubrik "Dok" läuft "Endstation Aarwangen", sehr interessant.
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  • Kommentar von Klaus Waldeck (kdwbz)
    Ich denke die Prüfung der Asylgesuche von Personen aus dem arabischen und afrikanischen Raum stellt wegen der "Sprachbarrieren" schon eine grosse Herausforderung dar und beinhaltet wegen dem erforderlichen Einsatz von Uebersetzern aus diesen Gebieten mit Sicherheit auch Lücken, welche von kriminellen Elementen schamlos ausgenutzt werden. Da wird die humanitäre Bereitschaft in der Schweiz und Europa auf eine arge Probe gestellt.
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  • Kommentar von Beatrice Mayer (signorinetta)
    Jedes "wir schaffen das", jedes "Eritreer erhalten Asyl" wird genau registriert . Es ist eine dermassen gut organisierte und lukrative Kriminalitätsform, bei der wir hoffnungslos hinterherhinken. Dass öffentlich alles "Flüchtlinge und Schutzsuchende " sind, die vor Fassbomben fliehen und wir moralisch verpflichtet sind, sie alle aufzunehmen, begeistert die Schlepper, denn das bedeutet, das Geschäft wird noch lange so gut laufen.
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