US-Minister in Mexiko Das sorgt für Knatsch zwischen den USA und Mexiko

Unter Donald Trump ist das Verhältnis zwischen den USA und Mexiko angespannt. Die Konfliktfelder.

Grenzmauer: US-Präsident Donald Trump will an der rund 3200 Kilometer langen Grenze zwischen den USA und Mexiko eine Mauer errichten, um die illegale Einwanderung und den Drogenschmuggel zu stoppen. Mexiko soll für die Mauer zahlen. Die mexikanische Regierung hat wiederholt erklärt, dass sie nicht für die Kosten aufkommen werde. Denkbar wäre, dass die USA den Bau über Strafzölle auf in Mexiko gefertigte Produkte oder mit Steuern auf Überweisungen von in den USA arbeitenden Mexikanern in die Heimat finanzieren.

Zwei Personen vor dem Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA existiert bereits. Keystone / Archiv

Migration: Trump hat angekündigt, Millionen illegaler Einwanderer abzuschieben. Heimatschutzminister John Kelly wies die Grenzschutzbehörde an, all jene Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung abzuschieben, die verurteilt wurden, wegen eines Verbrechens angeklagt sind oder einer Straftat beschuldigt werden. Die neuen Richtlinien öffnen die Tür für massenhafte Abschiebungen. In den USA leben Schätzungen zufolge rund 5,8 Millionen Mexikaner ohne Papiere. Die Integration von Millionen Menschen dürfte Mexiko vor grosse Probleme stellen. Zudem sind die Überweisungen von in den USA arbeitenden Mexikanern ein wichtiger Devisenbringer für das Land.

Migranten auf der Strasse in Mexiko. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Migranten werden auch von der mexikanischen Seite daran gehindert, in die USA zu fliehen. Keystone / Archiv

Sicherheit: Die USA und Mexiko kooperieren seit Jahren im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Erst im Januar hatte Mexiko den mächtigen Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán an die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Zudem stoppt Mexiko jedes Jahr zehntausende Migranten aus Mittelamerika auf ihrem Weg in die USA. Trump wirft Mexiko Versagen im Kampf gegen das organisierte Verbrechen vor. Mexiko fordert seinerseits von den USA mehr Engagement im Kampf gegen den Waffenschmuggel und Geldwäsche. Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo drohte zuletzt damit, die Sicherheitskooperation mit den Vereinigten Staaten aufzukündigen, sollten die USA aus dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (Nafta) aussteigen.

Sicherheitleute in einer Reihe stehend mit einem Maschinengewehr. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das mexikanische Sicherheitspersonal hat alle Hände voll zu tun. Keystone / Archiv

Handel: Trump hat angekündigt, das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) neu zu verhandeln oder sogar aufzukündigen. Seiner Einschätzung nach gehen durch den Vertrag zahlreiche Arbeitsplätze in den USA verloren. Mexiko will an Nafta festhalten, steht einer Reform aber aufgeschlossen gegenüber. Zudem hat Trump gedroht, mexikanische Produkte mit Steuern zu belegen. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern beträgt über 530 Milliarden US-Dollar. 80 Prozent der mexikanischen Exporte gehen in die USA. Das Aussenhandelsdefizit der USA gegenüber Mexiko liegt bei 58 Milliarden Dollar.

Avocado-Verarbeitung in Mexiko Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Handel zwischen den USA und Mexiko gerät nach den neuesten Drohungen aus Washington ins Stocken. Keystone / Archiv