Zum Inhalt springen

Terrorfinanzierung Dem Islamischen Staat geht das Geld aus

Die Terrormiliz IS finanziert sich durch das Eintreiben von Steuern und Gebühren, dem Export von Öl und Plünderungen. Das geht aus einer neuen Studie hervor, die «10vor10» vorliegt. Mit dem Rückgang des Territoriums schrumpfen allerdings auch die Geldeinnahmen des «Islamischen Staates».

Legende: Video FOKUS: Wie finanziert sich der IS? abspielen. Laufzeit 04:25 Minuten.
Aus 10vor10 vom 17.02.2017.
  • Der Terrormiliz IS schmelzen die Einnahmequellen weg.
  • Die Haupteinnahmequellen der Terrormiliz IS waren im Jahr 2015 das Eintreiben von Steuern und Gebühren.
  • Der IS finanziert sich zudem durch den Export von Öl.
  • Plünderungen – von Banken, Geschäften und auch von Privatpersonen – gehören ebenfalls zum Geschäftsmodell der Terrormiliz. Das geht aus einer neuen Studie hervor.

Auf dem Höhepunkt seiner Ausdehnung im Jahr 2014 in Syrien und Irak hat der so genannte «Islamische Staat» (IS) 1,9 Milliarden US-Dollar eingenommen. Das ergab eine Untersuchung des International Centre for the Study of Radicalisation (ICSR) des King’s College London in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen EY.

Legende:
Einnahmequellen des IS 2014 KCL Research Finance Report

Gemäss der Studie war die Haupteinnahmequelle des IS Plünderungen im eroberten Territorium, dem selbst erklärten «Kalifat». Die Studie wird am Samstag an der Münchner Sicherheitskonferenz vorgestellt und liegt «10vor10» vor.

Informationen aus IS-Quellen bezogen

Bereits im Jahr 2015 machten aber Steuern und Gebühren den höchsten Anteil an den Einnahmen aus. Mitautor der Studie ist ICSR-Direktor Peter Neumann. Er sagt gegenüber «10vor10»: «Der IS – auch wenn es uns nicht gefällt – sieht sich sehr als Staat, er hat von Anfang an eine Bürokratie aufgebaut, es gibt Ministerien. Ein Finanzministerium, wo genau verbucht wird, was raus geht. Teilweise wegen dieser Dokumente, die vom IS selber kommen, konnten wir diese Studie anfertigen.»

Legende:
Einnahmequellen des IS 2015 (2015 Keine Angaben zu Kidnapping) KCL Research Finance Report

Die Meta-Studie über die Finanzierung des IS zieht die Angaben zusammen aus öffentlich zugänglichen Dokumenten, Untersuchungen von Forschungsstellen und Regierungen sowie Experteninterviews. Damit können die Autoren das bislang umfassendste Bild der angeblich reichsten Terrororganisation der Welt zeichnen.

Neben der Haupteinnahmequelle Steuern und Gebühren stehen an zweiter Stelle Einkünfte aus dem Handel. Das Öl aus eingenommenen Quellen und Raffinerien wird gemäss der Studie im IS-Territorium verkauft – aber auch in Nachbarstaaten exportiert. An dritter Stelle als Einnahmequelle stehen Plünderungen – von Banken, Geschäften und auch von Privatpersonen.

Legende:
Einnahmequellen des IS 2016 KCL Research Finance Report

Seit dem Höhepunkt 2014 gehen die Einnahmen des IS zurück. Bis 2016 gingen sie um fünfzig Prozent zurück auf zuletzt zwischen 520 und 870 Millionen US-Dollar, wie das ICSR und EY berechnet haben. Hauptgrund für den Rückgang ist, dass der IS an Territorium verliert. Aus diesem Grund kann die Terrormiliz, die sich als Staatswesen versteht, auch weniger Steuern und Gebühren erheben.

Legende:
Einnahmen des IS von 2014 bis 2016 Die Zahlen basieren auf dem Durchschnitt verschiedener Schätzungen. (Keine Angaben zu Kidnapping 2015) KLC Research Paper Finance Report

Mehr in «10vor10»

Sendungslogo «10vor10»

Mehr zum Thema sehen Sie heute Abend um 21:50 Uhr in der Sendung «10vor10» auf SRF1.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

17 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Wenn man einem Feuer keine "Nahrung"(Holz,..) gibt, stirbt das Feuer!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Charles Grossrieder (View)
    Man koennte sich sicher auch gut vorstellen, dass IS und sonstige Terroristen Gruppen sich Geld von ihren chicken Nachbarn wie UEA ( Dubai, Abu Dhabi oder Doha usw) welche sich keinen Torrorismus leisten koennen erpressen, erhalten oder erbetteln; um die Ruhe da zu garantieren?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Der IS und andere Söldner-Truppen, für den Arabischen Frühling hochgerüstet und trainiert, werden bei einem Scheitern ihrer Primär-Mission nicht einfach verschwinden. Sie dürften marodierend durch gewisse Teile Nahosts ziehen und dabei situativ handeln. Mittelfristig ist Einnisten angesagt, wo bedauernswerte Menschen das Vergnügen ihrer Anwesenheit haben. Eine neue Mission wird vermutlich nicht lange auf sich warten lassen. Allah ist gross und das Hirn klein. Krieg ist lukrativ für Denkende.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen