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International Demonstranten kehren auf die Strassen zurück

In Zentrum Hongkongs haben sich erneut Tausende Menschen versammelt, um mehr Demokratie zu fordern. In der Nacht campierten Hunderte auf den Strassen der asiatischen Finanz- und Wirtschaftsmetropole. Aktivisten begannen den Tag mit einem Morgenlauf zur symbolischen Unterstützung der Proteste.

Tausende Demonstranten
Legende: Die Protestbewegung in Hongkong ist noch nicht am Ende. Die Anführer konnten erneut Tausende Anhänger mobilisieren. Reuters

Aktivisten begannen den Tag in Hongkong mit einem Morgenlauf zur symbolischen Unterstützung der Proteste. In den Stadtvierteln Admiralty und Causeway Bay auf der Insel Hongkong und im belebten Geschäftsviertel Mong Kok auf Kowloon sind Hauptverkehrsadern weiterhin blockiert. Protestplakate zieren Brücken. Die Lage ist aber entspannt. Die Polizei hält sich zurück.

Legende: Video Protestierende in Hongkong erneut auf der Strasse abspielen. Laufzeit 00:21 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.10.2014.

Nach der Absage des Dialogs mit den Studenten durch die Regierung hatte Studentenführer Joshua Wong am Vorabend vor Tausenden zu langfristigen Protesten aufgerufen. Tausende pro-demokratische Demonstranten gingen auf die Strasse. «Hongkong ist meine Heimat. Wir kämpfen für Hongkongs Zukunft, unsere Zukunft», sagte der 23-jährige Student Lawrence Chan.

Regierung zu Gesprächen zwingen

Einige Demonstranten kündigten an, solange bleiben zu wollen, bis die Regierung sich zu Gesprächen mit der Demokratiebewegung bereit erkläre.

«Wenn kurzzeitige Proteste nichts bringen sollten, werden wir Langzeitproteste haben. Bringt Eure Schlafsäcke mit, wir werden bis zum Ende bleiben», feuerte Studentenführer Joshua Wong die Demonstranten an. Mehrere Freizeitsportler liefen am Samstag aus Solidarität mit den Demonstranten einen Marathon.

Das Aussenministerium in Peking verurteilte die Proteste. Gleichzeitig drückte Peking seine Unterstützung für die Regierung in Hongkong aus. Die Zentralregierung stehe hinter dem rechtmässigen Vorgehen der Beamten in der chinesischen Sonderverwaltungszone.

«Ein Land - zwei Systeme» bleibt

Der chinesische Ministerpräsidenten Li Keqiang betonte, das Thema gehöre «zur Innenpolitik Chinas». Alle Länder müssten «diese Souveränität respektieren. Es habe keine Veränderung der Leitlinie «Ein Land - zwei Systeme» mit einem hohen Mass an Autonomie für Hongkong gegeben, und das werde auch so bleiben.

«Die Erhaltung langfristiger Prosperität und Stabilität Hongkongs liegt nicht nur im Interesse Chinas, sondern noch mehr im Interesse der Einwohner der Metropole», sagte der Regierungschef.

Unter Druck

Hongkongs Regierungschef Leung Chun-ying gerät weiter unter Druck. Er soll 50 Millionen Hongkong-Dollar (rund fünf Millionen Euro) von dem australischen Bauunternehmen UGL für Beratungen bekommen haben. Mehrere Abgeordnete in Hongkong kritisierten, dass Leung die Zahlungen bei seinem Amtsantritt im Juli 2012 nicht öffentlich gemacht hatte.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Mit den Studenten kann man es ja machen. Die brauchen das Geld. Rückfragen bitte direkt an US-Außendepartement.
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    1. Antwort von Thomas Treichler, USA und Hong Kong
      Was Sie da anzudeuten versuchen ist völlig aus der Luft gegriffen. Sie beleidigen die Demonstranten in Hong Kong indem Sie ihnen kein eigenes Erstreben von Freiheit und Demokratie zuschreiben. Was den finanziellen Bedarf der Demonstranten anbetrifft, kennen Sie offenbar Hong Kong nicht. Die Leute sind relativ wohlhabend und können sich noch lange selber unterhalten. Die Leute verdienen unsere volle moralische Unterstuetzung.
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  • Kommentar von Seven Hirz, Seebach
    Sieht sehr friedlich aus, wie bei einem Openairkino zum Beispiel. Glaube nicht dass hier jemand ernsthaft protestieren will. Kein Spannungsfeld zu sehen meinerseits. Bitte genau hingucken, bevor man hier wieder grosse reden schwingt.
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Das Spannungsfeld in Fernost, ging die vergangenen Monate mit der Ukraine und nah- mittlerer Osten in den MSM ziemlich unter. Ein Zitat aus Focus Online vom 21.01.2013, 22:03 Quote: "China und Japan streiten um Inseln, Japan und Südkorea auch, viele Länder streiten mit Nordkorea, der Nationalismus wächst. Und überall mischen auch noch die USA mit. Es ist eine brisante Situation." Unquote. Erinnert mich bei Hongkongs Übergabe 97, chinesischer Anschlussgelüste Taiwans. Riecht nach Lunte.
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    1. Antwort von Peter Plan, Sevelen
      ja ich gebe Ihnen Recht Herr Käppeli und auch meine Nachbarin revolutioniert schon, tritt bald der 3. Weltkrieg ein? Aufersteht Gadaffi nochmal oder werden die IS mit Ihren 30`000 druchgeknallten bald die Weltherrschaft übernehmen? Ich melde mich in einer halben Stunde wieder, dann aus dem Bunker. - Nur weil die Medien immer Globaler und immer schön negativ Berichten, unser Hirn die negativen Sachen sich besser merkt heisst das gar nichts. In diesem Sinne ein herzlich schönes WE aus Hongkong.
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