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International Der Fifa-Boss ist angezählt – aber noch längst nicht k.o.

Boykott-Drohungen, bröckelnde Allianzen und Warnungen von Sponsoren. Der Druck auf Sepp Blatter hat in den letzten 36 Stunden stark zugenommen. Wird seine Wahl zur Zitterpartie oder schafft der Walliser noch einmal den Turnaround?

Legende: Video Fifa-Kenner Tognoni zu den Wahlchancen von Sepp Blatter abspielen. Laufzeit 04:14 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.05.2015.

Die Vorwürfe wiegen schwer: «Jahrelang hat der Fifa-Chef mit zweifelhaften Partnern, wie João Havelange, Jack Warner und Jack Blazer eng zusammengearbeitet. Hätte er seine Aufsichtspflicht damals wahrgenommen, dann hätten wir jetzt nicht diesen Schlamassel», meint Fifa-Kenner Guido Tognoni.

Trotz der Turbulenzen seien die Wahlchancen von Fifa-Boss Sepp Blatter weiterhin intakt. Afrika, Südamerika und Asien werden ungeachtet des aktuellen Skandals mehrheitlich hinter dem Fifa-Boss stehen. Der Einfluss der Uefa sei zu gering, zudem seien die Reihen im Verband nicht wirklich geschlossen. Ansonsten wäre es zum Boykott des Kongresses gekommen.

Blatter geniesse derzeit das unangefochtene Vertrauen von Wladimir Putin. «Die Russen mobilisieren daher mindesten zehn Stimmen für Sepp Blatter», schätzt Tognoni.

Integre Führung? Fehlanzeige!

In einem Punkt sind sich Sepp Blatter und Guido Tognoni einig: Das weitere schlechte Nachrichten auf den Weltfussballverband niederprasseln werden. «Wenn die Amerikaner James-Bond-mässig in Zürich einmarschieren und erklären dies sei nur der Anfang, dann wird noch einiges zu erwarten sein.»

Um das grundsätzliche Problem des Korruptionssumpfes trocken zu legen, bräuchte es an der Verbandsspitze wirklich starke und integre Persönlichkeiten, sagt Tognoni – Persönlichkeiten, wie etwa den IKRK-Chef Peter Maurer. «Dieses Regime haben wir in der Fifa nicht.»

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler, zur Zeit in Afrika
    Es ist doch ganz einfach: Blatter go home! .. Und lass endlich Leute an die Spitze, für die diese unsägliche Korruption in ihrer Bekämpfung nur ein Lippenbekenntnis ist. Blatter hätte längst durchgreifen müssen, was er NICHT tat! Fazit: Absetzen!
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  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Nimmt mich wunder wo die Partikularinteressen dieser Hollywood-Inszenierung dieser Ami-Staatsanwältin liegen. Da geht es totsicher weder um die FIFA noch um Korruption, schon eher darum, dass Blatter standhaft an der Ausrichtung der WM in Russland festhält. Da wird üble Machtpolitik betrieben, wo sie gar nichts verloren hat.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Die Zuschauer wollen nicht die FIFA sehen, sondern Fussball. So lange also nicht Spiele oder Titel verschoben werden wird sich die Empörung in Grenzen halten. S. Blatter wird wieder gewählt,distanziert sich von den Festgenommenen und macht weiter. Auch Sponsoren wie Coca Cola werden sich gut überlegen abzuspringen,denn das wird sie mehr Geld kosten als ein angekratzes Image. Zumal die Aufregung hauptsächlich in Europa statt findet und ein Rückzug im Rest der Welt auch imageschädigend sein wird.
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