Zum Inhalt springen

Reaktionen zur Comey-Anhörung «Der klassische Skandal»

Comey hat gegen Trump schweres Geschütz aufgefahren. Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten.

Comey inmitten von Menschen.
Legende: Comeys Aussage ist klar: Trump wollte die Einstellung der Ermittlungen gegen Flynn. Keystone

Präsident Trump soll James Comeys Anhörung live am Fernsehen geschaut haben, aber Tweets gab’s für einmal keine. Dafür weist sein Anwalt, Marc Kasowitz, Comeys schwere Vorwürfe zurück:

Der Präsident hat nie angeordnet oder nahegelegt, dass Comey eine Untersuchung einstellen soll
Autor: Marc KassowitzTrump-Anwalt

Das betreffe auch jene gegen den früheren Sicherheitsberater Michael Flynn. Comey sieht das freilich anders. Auch in weiteren Punkten widersprechen sich Comey und Trumps Anwalt. Aussage gegen Aussage. Und ein unerbittlicher Kampf um die Deutungshoheit. Doch die Untersuchung ist mit dem Hearing noch nicht vorbei.

Der Demokrat Mark Warner, die Nummer Zwei im Geheimdienstausschuss, sagt, er wolle die Tonbandaufnahmen, die Trump in einem Tweet erwähnt hatte. Und alle anderen Beweise, die es gebe. Der Republikaner John McCain meint:

Immer wieder kommt etwas Neues ans Tageslicht. Der klassische Skandal.
Autor: John McCainRepublikanischer Kongressabgeordneter

Es sei nicht Watergate oder Iran-Contra, aber in der Art doch ähnlich.

Trump selbst sagte in einer Rede vor Anhängern, seine Bewegung befinde sich in einem Belagerungszustand. «Aber wir werden grösser und besser und stärker als jemals zuvor daraus hervorgehen», sagt er. «Wir wissen zu kämpfen, und wir werden niemals aufgeben.»

Entscheidende Erkenntnisse nach der Anhörung von James Comey

LÜGEN:Comey bezichtigt die US-Regierung und Trump offen der Unwahrheit. Er spricht von «Lügen, schlicht und einfach». Eine Trump-Sprecherin entgegnet: Der Präsident sei kein Lügner.
FLYNN-ERMITTLUNGEN:Comey fühlte sich unter Druck, die Ermittlungen gegen Mike Flynn fallenzulassen, den Ex-Sicherheitsberater der USA.
TRUMP-ERMITTLUNGN:Zum Zeitpunkt der Entlassung Comeys hat das FBI nicht gegen Trump ermittelt.
LOYALITÄT: Comey empfand Trumps Wunsch nach Loyalität als ungehörig und als unangemessene Einmischung.
BEHINDERUNG DER JUSTIZ:Ob Trump das getan habe, lässt Comey offen. Das soll Sonderermittler Robert Mueller klären.
ENTLASSUNGSGRUND:Er musste wegen der Russland-Ermittlungen des FBI gehen - sagt Comey.
RUSSISCHES HACKING:Ja, sagt Comey, zweifellos hätten die Russen auf den US-Wahlkampf 2016 Einfluss zu nehmen versucht. Von Manipulationen am Wahlausgang wisse er nichts.
JEFF SESSSIONS:Der Justizminister gerät stärker in den Fokus. Comey deutet an, dass Sessions noch mehr Gründe gehabt habe, sich aus den Russland-Ermittlungen rauszuhalten.
LEAKS:Comey gibt zu, dass er selbst Informationen über ein Gespräch mit Trump über einen Freund an die Medien geleitet hat, um so die Einsetzung eines Sonderermittlers zu erreichen.

21 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
    Also: Es haben keine Manipulationen am Wahlausgang stattgefunden. Sonst müsste Comey das wissen. Inwiefern war dann Russlands vermeintliche Einmischung in die Wahlen relevant? Bislang galt es als (unbewiesene) Tatsache, dass RU, und zwar Putin persönlich, sind in die Wahlen eingemischt habe. Jetzt ist lediglich noch von einem Versuch die Rede. Von irgendwelchen russischen Hackern. Und Beweise sehen wir noch immer keine. Da liegt der Verdacht nahe, dass diese ganze Geschichte eine fette Ente ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Ich kann Ihnen nur empfehlen die Aussagen von Comey zu lesen oder zu hören. Comey bestätigt klipp und klar, dass es Einmischungen gegeben hat im Wahlkampf und dass diese von höchster Eben in Russland erwünscht und abgesegnet waren. Das einzige, was offenbar nicht nachgewiesen ist, ist dass die Wahlmaschinen manipuliert wurden um die effektiv abgegebenen Stimmen zu verfälschen. Und wie soll die Anzahl Stimmen, die auf die Propaganda hereingefallen sind gezählt werden?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
    Warum kann man's jetzt immer noch nicht eingestehen, dass die Monate lange Russengeschichte ein reines Hirngespinst von der linksliberalen Presse war um Trump anzuschwaerzen. Wenn sogar der hyper lyberal MSNBC Host Chris Mathews eingeteht, dass dies der Sargnagel dieser Geschichte war. Ich vermute es geht hier bei SRF jetzt mehr um Gesichtswahrung wie auch damals nach den Wahlen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Da sind Sie leider den fake news von Breitbart, Fox und Freunden auf den Leim gekrochen. Chris Mathews hat nirgendwo im Netzt auffindbar auch nur etwas ähnliches gesagt wenn man das ganze Statement hört und nicht nur die ausgewählten Ausschnitte.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Nebenfrage: Hat jemand die Auftritte der Senatorin für Kalifornien, Kamala Harris bei den Hearings gesehen? DAS nenne ich eine Frau mit Format. Ich denke, dass man sich den Namen für 2020 merken sollte...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      Die habe ich im letzten Jahr mal kurz während dem Wahlkampf mitbekommen. Chapeau. Solche Menschen müssen zur Wahl gestellt werden und nicht solche Greise wie Supertrump und Clinton!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen