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International Der Schrecken des Krieges erhält ein Gesicht

Ein Gesicht voller Blut, Schmutz und Schmerz: Bilder dieser Art erreichen uns täglich aus dem kriegsversehrten Syrien. Doch dieses Foto sticht heraus – es berührt. Es führt wieder einmal vor Augen, wer unter dem Bürgerkrieg in Syrien besonders leidet.

Legende: Video Verletzter Knabe in einer Ambulanz (unkommentiert) abspielen. Laufzeit 0:33 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.08.2016.

Der Blick des Fünfjährigen sagt mehr als tausend Worte: Klein, verletzlich und sichtlich unter Schock sitzt er da. In einem Krankenwagen. Das T-Shirt, die Hose, die Haare verschmutzt. Die linke Gesichtshälfte ist voller Blut. Er fasst sich an den Kopf, sieht das Blut an seinen Händen. Er bleibt ruhig. Dann tragen Helfer das nächste Kind in den Krankenwagen.

Familie fürchtet Racheakte

Aktivisten der Gruppe Aleppo Media Center haben ein Video dieses Vorfalls veröffentlicht. Das Material soll aus dem syrischen Aleppo stammen. In sozialen Netzwerken sowie in internationalen Medien finden diese Bilder grosse Beachtung – weil sie sich ins Gedächtnis brennen und die Menschen berühren.

Mittlerweile sei der nur leicht verletzte Knabe zurück bei seinen Eltern. Dies berichtet der Fotograf, der die Aufnahmen machte. Die Eltern und alle vier Kinder seien bei dem Angriff unter Trümmern begraben, aber gerettet worden. Eine Stunde nach dem Angriff sei das gesamte Gebäude eingestürzt.

Die Familie will nicht mit Journalisten sprechen und bittet um Geheimhaltung ihres Namens. Sie fürchtet sich vor Racheakten des syrischen Regimes.

Hart umkämpftes Aleppo

Kriegsverbrechen sind in Syrien trauriger Alltag. So erhebt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International Vorwürfe gegen das Assad-Regime: Seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren seien die Gefängnisse des Regimes fast 18'000 Menschen gestorben. Amnesty stützt ihren Bericht auf die Aussagen von 65 früheren syrischen Häftlingen.

Mehr als 400'000 Menschen sind dem Konflikt seit 2011 zum Opfer gefallen. Aleppo ist zurzeit hart umkämpft. Die Stadt gleicht mittlerweile einem Trümmerfeld.

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55 Kommentare

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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Es wird immer über Flüchtlingshilfe gestritten. Hätten nicht gerade diese Menschen Hilfe nötig? Rausholen aus Aleppo und in einem sicheren Land unterbringen. Es schmerzt zu sehen, was diese Menschen ertragen müssen. Einfach grausam, in diesen Trümmerfelder überleben ist unerträglich, besonders für die Kinder. Hilfe ist dringend nötig. Diese Kriegsverbrechen werden die Überlebenden ein Leben lang begleiten.
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    Manchmal hat man wohl Glück im Unglück: "Mittlerweile sei der nur leicht verletzte Knabe zurück bei seinen Eltern. Dies berichtet der Fotograf, der die Aufnahmen machte. Die Eltern und alle vier Kinder seien bei dem Angriff unter Trümmern begraben, aber gerettet worden. Eine Stunde nach dem Angriff sei das gesamte Gebäude eingestürzt."
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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Machen wir uns nichts vor. Alle Grossmächte sind nur männer-, macht und gewinnorientiert. Die Religionen werden für dieses Spiel missbraucht. Die Menschheit hat Pokemon go entwickelt und steht aber ethisch noch immer in der Steinzeit....
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    1. Antwort von Severin Heck (Selber denken und prüfen)
      Frauen: Schau ins Pentagon: Sicherheitseberaterin 2001-2005 war Condoleezza Rice. Weiblich, schwarz. Später übernahm dan Hillary Clinton das Amt. Hmm, also gerade in Europa sind unheimlich viele Frauen in politischen Ämtern. Seltsamerweise kamen genau aus diesen Kreisen der "Frauenparteien" Beschlüsse für Nato Einsätze... Der Moralismus und die Religion feiern ihr Comeback. Genauso wie der Krieg... (Apropos Natoeinsätze: Zuerst die Armee kaputtsparen und dann Krieg spielen ist absolut dumm)...
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    2. Antwort von Severin Heck (Selber denken und prüfen)
      Zu den Zeiten, als Religion im Staatswesen in Europa eine Rolle gespielt hatte, gab es nur Krieg. (schau mal an wieviele Kriege es vor und zwischen den Weltkriegen gab). Was geschah in Europa nach 1945?! Religion verpöhnt. Moralismus verpöhnt. Und Frieden. Vergleiche mit der USA... In der Wirtschaft hat das Volk angefangen Produkte für das Volk herzustellen. Keine Produkte für den Staat oder Kirche. Nach dem Nutzprodukten wurden unsinnige Produkte zur Lebensfreude geschaffen. Fun statt War...
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    3. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Die grössten Kriege wurden nicht von den Religionen provoziert. Ebenfalls ist die lange Friedenszeit nach dem II. WK nicht mit dem schwindenden Einfluss der Religionen begründbar. Es war ja Kalter Krieg und es herrschte das Gleichgewicht des Schreckens. Leider vergessen viele Leute auch die Geschichte der unmittelbaren Vergangenheit. Darum werden auch immer wieder die gleichen Fehler gemacht.
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