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Nach Druck der SPD Deutsche Kanzlerin Merkel gibt Abstimmung über Ehe für alle frei

Der Bundestag soll noch diese Woche über die «Ehe für alle» abstimmen. Die Kanzlerin hat den Fraktionszwang aufgehoben.

Martin Schulz
Legende: Schulz will die Koalition zwar nicht platzen lassen – doch er macht Druck. Keystone
  • Die SPD wird den Bundestag noch in dieser Woche über die «Ehe für alle» abstimmen lassen. Das kündigte Parteichef und Kanzlerkandidat Martin Schulz an.
  • Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat für die von der SPD verlangte Bundestagsabstimmung über die Ehe für alle den Fraktionszwang in der CDU/CSU aufgehoben.
  • Die CDU-Chefin sagte nach Teilnehmerangaben in der Sitzung der Unionsfraktion, es gehe bei der Abstimmung um eine Gewissensentscheidung. Deswegen könnten die Abgeordneten frei abstimmen.

Unionsfraktionschef Volker Kauder rief die Abgeordneten von CDU und CSU demnach auf, in möglichst grosser Zahl an der Abstimmung teilzunehmen. Jene, die eine völlige Gleichstellung der sogenannten Homo-Ehe mit der Ehe von Frau und Mann ablehnten, sollten respektvoll mit der Meinung der anderen umgehen.

Kanzlerkandidat Martin Schulz nutzte die Gelegenheit und warf der Union vor, sie habe die Gleichstellung über Jahre hinweg blockiert. Er habe Fraktionschef Thomas Oppermann gebeten, mit der Unions-Fraktion Kontakt aufzunehmen mit dem Ziel, gemeinsam im Bundestag diese Gewissensentscheidung zu ermöglichen. «Ich hoffe, dass die Kollegen der Union dabei mitziehen werden.»

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Es war ein sehr geschickter Schachzug von A. Merkel. Sie wusste genau, dass die SPD über dieses Stöckchen springen würde und hat ihre eigene Partei geschickt ausgespielt. Besser jetzt dieses Thema endlich erledigen und aus dem kommenden Wahlkampf heraushalten. Und letztendlich steht sie dann noch als die Kanzlerin da die es ermöglicht hat. Was soll die CDU/CSU da schon machen, ausser mitspielen.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Habe mir bereits gedacht, dass Merkel nur ordentlich husten muss und Schulz kommt arg in Bedrängnis. Ausserdem hat Merkel in den USA "einen Stein im Brett", da sie immer brav den USA "gedient" hat, meist in vorauseilendem Gehorsam. Schulz hat ausser seiner EU-Karriere nicht viel vorzuweisen. EU-Politiker sind in der Mehrheit in den europäischen Ländern nicht sehr hoch angesehen, da sie ausser eigenen Zielen zu verfolgen meist wenig für Bürger tun. Das rächt sich immer wieder.
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    1. Antwort von Falco Kirschbein (GrafKrolock)
      Kann man leider nicht wirklich bestätigen. In welcher Hinsicht hat Merkel den USA denn gedient? Vor allem aber: Schulz war in Deutschland immer hoch angesehen und hat mit Merkel während seiner Zeit im EU-Parlament gut zusammengearbeitet. Dass er seine Popularität bei der Kanzlerkandidatur nicht mitnehmen konnte, liegt eher an der SPD an sich bzw. an der unglücklichen Gerechtigkeitsdebatte, die er angestoßen hat.
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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Lässt sich Angela Merkel erpressen, so hat sie für mich ihr Gesicht verloren.
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