Nach Druck der SPD Deutsche Kanzlerin Merkel gibt Abstimmung über Ehe für alle frei

Der Bundestag soll noch diese Woche über die «Ehe für alle» abstimmen. Die Kanzlerin hat den Fraktionszwang aufgehoben.

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Bildlegende: Schulz will die Koalition zwar nicht platzen lassen – doch er macht Druck. Keystone

  • Die SPD wird den Bundestag noch in dieser Woche über die «Ehe für alle» abstimmen lassen. Das kündigte Parteichef und Kanzlerkandidat Martin Schulz an.
  • Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat für die von der SPD verlangte Bundestagsabstimmung über die Ehe für alle den Fraktionszwang in der CDU/CSU aufgehoben.
  • Die CDU-Chefin sagte nach Teilnehmerangaben in der Sitzung der Unionsfraktion, es gehe bei der Abstimmung um eine Gewissensentscheidung. Deswegen könnten die Abgeordneten frei abstimmen.

Unionsfraktionschef Volker Kauder rief die Abgeordneten von CDU und CSU demnach auf, in möglichst grosser Zahl an der Abstimmung teilzunehmen. Jene, die eine völlige Gleichstellung der sogenannten Homo-Ehe mit der Ehe von Frau und Mann ablehnten, sollten respektvoll mit der Meinung der anderen umgehen.

Kanzlerkandidat Martin Schulz nutzte die Gelegenheit und warf der Union vor, sie habe die Gleichstellung über Jahre hinweg blockiert. Er habe Fraktionschef Thomas Oppermann gebeten, mit der Unions-Fraktion Kontakt aufzunehmen mit dem Ziel, gemeinsam im Bundestag diese Gewissensentscheidung zu ermöglichen. «Ich hoffe, dass die Kollegen der Union dabei mitziehen werden.»

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