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Bundeswehr in Türkei Deutsche Regierung stimmt Abzug von Soldaten zu

Legende: Video Kein Besuchsrecht auf Incirlik abspielen. Laufzeit 1:21 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.06.2017.
  • Das Bundeskabinett hat dem Abzug deutscher Soldaten aus dem türkischen Incirlik zugestimmt. Sie werden nach Jordanien verlegt.
  • Wegen des Umzugs müssen die «Tornado»-Aufklärungsjets ihre Einsätze im Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) voraussichtlich zwei Monate unterbrechen.
  • Am Montag scheiterte ein letzter Versuch, eine generelle Besuchserlaubnis für deutsche Abgeordnete bei den 260 Bundeswehr-Soldaten in Incirlik zu erlangen.

Besuchsverbot als Auslöser

Die deutschen Soldaten, die «Tornado»-Aufklärungsjets sowie ein Tankflugzeug sind künftig auf dem jordanischen Stützpunkt Muwaffak Salti bei Al-Asrak – nahe der Südgrenze Syriens – stationiert.

Grund für den Abzug ist ein Besuchsverbot für Bundestagsabgeordnete in Incirlik. Die türkische Regierung reagierte damit auf Deutschlands Entscheid, türkischen Soldaten Asyl zu gewähren. Ankara macht die Offiziere für den Putschversuch im vergangenen Jahr verantwortlich.

Merkel schlichtet

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte allerdings am Mittwoch, sie sehe keine grundsätzliche Belastung des deutsch-türkischen Verhältnisses durch den Abzug. Sie plädierte für enge Kontakte mit der Türkei. Es gebe eine Reihe gemeinsamer Interessen etwa bei der Migration und auf wirtschaftlichem Gebiet, sagte Merkel am Mittwoch. «Insofern ist der Gesprächsfaden sehr notwendig.»

Verschlechterte Einsatzbedingungen

Die Bundeswehr verlegt ihre Truppen an einen Standort ausserhalb des NATO-Gebiets. Die geografische Lage und auch die Versorgungssituation in Al-Asrak bedeuten für die Soldaten eine Verschlechterung der Einsatzbedingungen.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Räumelt (Monte Verita)
    Sorry, hab mich um ein paar lächerliche Milliarden Euros vertan..Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung 22.07.2016 hat die Türkei zwischen dem Start der Hilfe 2007 und dem Jahr 2013 von der EU "4,8 Milliarden" Euro erhalten, der deutsche Anteil daran betrug eine Milliarde Euro. Für den Zeitraum 2014-2020 hat die EU weitere 4,45 Milliarden Euro für die Türkei eingeplant. "Förderschwerpunkte" sollen dabei laut EU unter anderen "Demokratie, Zivilgesellschaft, Rechtsstaatlichkeit" sein.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    "nach Jordanien verlegt" Jordanien? Das Land besteht eigentlich nur aus einer Erbdynastie welche in Hochglanzboulevard-Magazinen als "pro-westlich" verkauft wird. Jordanien hat selbst Probleme mit Terrorismus und sonderlich willkommen sind fremde Truppen in der Region selten. Eine Heimreise der Bundeswehr wäre angebrachter, bevor man die nächste Baustelle in fragilen Staaten aufmacht.
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  • Kommentar von Michael Räumelt (Monte Verita)
    Wow.. jetzt ist Erdogan kampfunfähig, wenn die 6 Tornados und 240 Soldaten abziehen, die haben es Ihm ja richtig gezeigt.... aber die 2,7 Milliarden EURO seit 2014 für die Vorbereitung des geplanten "EU" Beitritts die darf er behalten.....einfach Geil diese Politik weiter so..
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