Deutscher Skandal-Bischof bleibt in Rom

Der Papst hat entschieden: Der umstrittene Kirchenmann Tebartz-van Elst wird nicht nach Limburg zurückkehren.

Video «Der Skandal-Bischof kehrt nicht zurück» abspielen

Der Skandal-Bischof kehrt nicht zurück

0:48 min, aus Tagesschau vom 26.3.2014

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird in Zukunft wohl kleinere Brötchen backen müssen. Statt in der pompösen Residenz in Limburg seines Amtes zu walten, bleibt er auf Geheiss des Papstes vorerst in Rom. Nach einer weiteren Verwendung des Gottesmannes wird noch gesucht.

Direkt kritisiert wurde Tebartz-van Elst vom Papst aber nicht. Laut Franziskus ist es in der Diözese Limburg zu einer Situation gekommen, «die eine fruchtbare Ausübung des bischöflichen Amtes» verhindere, heisst es in der Mitteilung. Der Heilige Stuhl habe deshalb den von dem Bischof angebotenen Amtsverzicht angenommen.

Tebartz-van Elst während einer Predigt. (Archiv) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Bau seines Amtssitzes verschlang Millionen. Einer Rückkehr von Tebartz-van Elst erteilte der Papst nun eine Absage. Keystone

Papst appelliert an Gläubige in Limburg

Der 54-jährige Tebartz-van Elst wird für die ausufernden Kosten beim Bau des Limburger Bischofssitzes verantwortlich gemacht. Zudem steht er wegen seiner Amtsführung in der Kritik. Der Papst hatte ihm im vergangenen Oktober eine Auszeit ausserhalb des Bistums verordnet. Der scheidende Bischof werde zu gegebener Zeit mit einer anderen Aufgabe betraut, erklärte der Vatikan.

Papst Franziskus setzte den Paderborner Weihbischof Manfred Grothe als Apostolischen Administrator in Limburg ein. Der Papst bat die Gläubigen und den Klerus des Bistums, «die Entscheidung des Heiligen Stuhls bereitwillig anzunehmen und sich darum zu mühen, in ein Klima der Barmherzigkeit und Versöhnung zurückzufinden.»

Mit der Entscheidung des Papstes war seit Wochen gerechnet worden. Zuletzt hatten auch deutsche Bischöfe immer lauter auf ein Wort aus dem Vatikan gedrungen.

Untersuchungsbericht zum Bau des Bischofssitzes

Den Skandal um den Limburger Bischofssitz hatte im August 2013 ein Protestbrief Frankfurter Katholiken an ihren Oberhirten eingeläutet. Einen Höhepunkt erreichte die Krise im Bistum im Oktober, als klar wurde, dass der umstrittene neue Bischofssitz auf dem Limburger Domberg mindestens 31 Millionen Euro kostet. Ursprünglich war von rund fünf Millionen Euro die Rede.

Bis zur Klärung der Vorwürfe wurde Tebartz-van Elst dann beurlaubt und zog sich daraufhin in ein Kloster nach Niederbayern zurück. Die Deutsche Bischofskonferenz setzte eine Expertenkommission ein, die den Bau auf dem Domberg detailliert prüfte. Der Bericht lag dem Vatikan seit Anfang März vor.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel