Eine Premiere: Von der Leyen, Oberbefehlshaberin

Die Ernennung von Ursula von der Leyen an die Spitze des deutschen Verteidigungsministeriums ist die grösste Überraschung im neuen Kabinett. Kanzlerin Angela Merkel setzte mit dieser Wahl für ihre Partei einen starken frauenpolitischen Akzent.

Ein Porträtbild von Ursula von der Leyen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Deutschlands neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Keystone

Das hat es noch nie gegeben: Mit Ursula von der Leyen wird in Deutschland erstmals eine Frau Verteidigungsministerin.

Die 55-jährige Ärztin hat einen rasanten politischen Aufstieg hinter sich. Erst 2001 zog es sie in die Kommunalpolitik. Nur eineinhalb Jahre später kam die CDU-Politikerin bereits in den Landtag in Hannover und wurde niedersächsische Sozialministerin.

Mit dem Amtsantritt der grossen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel übernahm sie im November 2005 das Familienministerium, 2009 das Arbeitsministerium. Die siebenfache Mutter eckte etwa mit den Bildungsgutscheinen für Kinder aus ärmeren Familien an.

Von der Leyen wurde in Belgien geboren, aufgewachsen ist sie in Grossbritannien und den USA. Sie spricht mehrere Sprachen und war lange Zeit auch als Aussenministerin im Gespräch.

An der von Problemen geplagten Bundeswehr sind schon verschiedene prominente Politiker gescheitert. Das Verteidigungsministerium gilt traditionell als Schleudersitz. Gelingt es von der Leyen, die Bundeswehr in den Griff zu kriegen, wird man aber kaum an ihr vorbeikommen, wenn es um die Nachfolgerin von Merkel geht.