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Nach Spahn-Rücktritt Kanzleramtschef Thorsten Frei soll CDU/CSU-Fraktion führen

  • Der bisherige deutsche Kanzleramtschef Thorsten Frei soll neuer Vorsitzender der Fraktion der regierenden Christdemokraten im Bundestag werden.
  • Darauf haben sich der CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz mit CSU-Chef Markus Söder geeinigt.
  • Das hatten mehrere deutsche Medien übereinstimmend berichtet. Mittlerweile haben Merz und Schröder die Nominierung bestätigt.

Nach Spahns Rückzug am Samstag hatte Merz – zugleich Regierungs- und CDU-Chef – angekündigt, in Abstimmung mit der bayerischen Schwesterpartei CSU «relativ bald» einen Personalvorschlag zu machen.

SRF-Korrespondentin: «Frei ist der naheliegendste Kandidat»

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Einschätzungen von Deutschland-Korrespondentin Alexandra Gubser:

«Thorsten Frei ist der naheliegendste Kandidat. Der 52-jährige CDU-Politiker aus dem Schwarzwald gilt als freundlich, bienenfleissig und absolut loyal. In der letzten Legislaturperiode hatte er die Fraktion als Parlamentarischer Geschäftsführer, in enger Abstimmung mit Friedrich Merz, überzeugend gemanagt. Insofern ist der Job als Unionsfraktionschef deshalb auf Thorsten Frei zugeschnitten. Zumal er bisher nicht die optimale Besetzung für das Amt des Kanzleramtschefs ist. Dass es knirscht in der Regierung, dass unter anderem im Frühling der Koalitionsausschuss in der Villa Borsig aus dem Ruder gelaufen ist, geht auf Freis Konto.

Noch unklar ist, wer ihm als Kanzleramtschef nachfolgt, ob es bei einer kleinen Rochade bleibt, oder ob ein grösserer Kabinettsumbau bevorsteht. Für Kanzler Merz eröffnet die Personalie eine Chance, die Statik in der Regierung zu verbessern. Eine Chance für einen Neustart.»

Offiziell ins Amt kommt der Nachfolger erst durch Wahl in der Fraktion, die dafür am kommenden Mittwoch in Berlin zu einer Sondersitzung zusammenkommt. Dem Vernehmen nach soll dann auch erst in der kommenden Woche die Nachfolge von Frei verkündet werden. Unklar ist bisher, ob es neben der Nachbesetzung im Kanzleramt auch noch zu weiteren Änderungen im Kabinett kommen wird.

Rückkehr in den Bundestag

Frei kehrt damit in seinen angestammten Bereich in der deutschen Politik zurück. Er war in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentarischer Geschäftsführer unter dem damaligen Fraktionschef und Oppositionsführer Merz und kennt die Arbeit an der Spitze der Unionsabgeordneten bestens. Der 52-jährige CDU-Politiker aus dem Schwarzwald war schon nach der Bundestagswahl 2025 für den Fraktionsvorsitz im Gespräch. Merz holte seinen engen Vertrauten dann aber doch ins Kanzleramt.

Person in einem blauen Anzug lächelt vor neutralem Hintergrund.
Legende: Kanzleramtschef Thorsten Frei Keystone

Dort hat er nur schwer Fuss gefasst. Frei wurde von einigen in der Union vorgeworfen, lieber Interviews zu geben, als die Arbeit mit der Koalitionspartnerin, der sozialdemokratischen SPD, zu koordinieren. Beim am 2. Juli beschlossenen Reformpaket übernahmen dann die Fraktionsspitzen selbst diese Aufgabe. Die Fraktionsarbeit passe besser zu Frei, meinen viele. Mit ihm bekommt der seit Mai 2025 regierende Merz einen loyalen Vertrauten an der Fraktionsspitze.

Spahn-Rückzug nach wachsendem Druck

Spahn war am Wochenende nach wachsendem parteiinternem Druck von seinem Amt zurückgetreten. Er und sein Mann, Daniel Funke, hatten bekannt gegeben, mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden zu sein. Das wurde kritisiert, weil Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und sich Spahns Partei klar gegen eine Legalisierung ausspricht. Er selbst hatte das in der Vergangenheit auch getan.

Nach Gesprächen mit Merz hatte der 46-Jährige seinen Rücktritt per Schreiben an die Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU erklärt. Der Spagat zwischen seiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an ihn als Fraktionschef sei grösser geworden, als von ihm erwartet. Bis zur offiziellen Neuwahl des Nachfolgers führt Spahns bisheriger Stellvertreter, der Chef der sogenannten Landesgruppe der CSU im Bundestag, Alexander Hoffmann, die Amtsgeschäfte an der Spitze der Unionsfraktion.

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SRF 4 News, 22.7.2026, 14 Uhr ; 

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