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International Diane James führt künftig die britische Ukip

Die europakritische Partei Ukip in Grossbritannien hat Diane James zur neuen Vorsitzenden gewählt. James bewundert Wladimir Putin, sie gilt als starke Rednerin und als mediengewandt. Trotzdem dürfte die 56-Jährige Schwierigkeiten haben, die Lücke zu schliessen, die Nigel Farages Abgang hinterlässt.

Farage und James
Legende: James war bisher Stellvertreterin von Parteichef Farage, geniesst jedoch bei weitem nicht dessen Popularität. Reuters

Die europakritische und rechtspopulistische Partei Ukip in Grossbritannien hat eine neue Chefin: Die Parteimitglieder wählten Diane James zur Nachfolgerin des bisherigen charismatischen Ukip-Chefs Nigel Farage. Die 56-Jährige war bisher Vizepräsidentin und ist die erste Frau an der Spitze der Anti-Einwanderungs-Partei.

Obwohl James als starke Rednerin und mediengewandt gilt, kann sie es in Sachen Popularität nicht mit dem scheidenden Vorsitzenden und Brexit-Frontmann Nigel Farage aufnehmen.

Diane James sagte bei ihrer Antrittsrede, sie wolle Ukip zur zweitstärksten politischen Kraft nach den Konservativen in Grossbritannien machen. «Sie sehen die nächste Oppositionspartei», sagte sie an Premierministerin Theresa May gerichtet und forderte einen «hundertprozentigen Brexit». Ihr Ziel sei es, «gesetzestreue Briten» vor der «Einmischungen des Europäischen Gerichtshofs» zu schützen.

Bewunderung für «Führer» Putin

Für Irritationen sorgte James kürzlich, weil sie sich weigerte, im parteiinternen Wahlkampf konkrete politische Ziele und Projekte zu nennen. Sie meinte, sie wolle nicht aus der Hüfte schiessen. Kritiker nahmen es ihr auch übel, dass sie im Ringen um den Vorsitz nicht gemeinsam mit anderen Kandidaten auftreten wollte.

Bereits zuvor verursachte James mit Bemerkungen über den russischen Präsidenten Wladimir Putin Stirnrunzeln. Putin «steht für sein Land gerade», sagte sie laut dem Guardian im vergangenen Jahr. «Ich bewundere ihn, er ist ein sehr starker Führer.»

Farage für konsequenten EU-Austritt

Der abtretende Parteichef Nigel Farage hatte im Juli, knapp zwei Wochen nach dem Brexit-Votum, seinen Rückzug von der Parteispitze angekündigt.

In seiner Abschiedsrede auf dem Parteitag forderte er einen konsequenten EU-Austritt. Dazu gehöre auch, den EU-Binnenmarkt zu verlassen. Ukip müsse dafür Druck auf die britische Regierung ausüben. Er habe das Gefühl, Premierministerin Theresa May sei versucht, einen «weichen» EU-Austritt Grossbritanniens zu verfolgen. Der einzige Weg, um sicherzustellen, dass der Austritt tatsächlich stattfinde, sei, «dass Ukip gesund und stark ist».

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Nach dem Brexit können Briten wieder eher ihre offene Meinung äussern. Das haben sie übrigens viele JH'e lang getan. Und praktisch niemand regte sich damals auf, da sich andere Mächte auch nicht den Mund verbieten ließen. Diplomatie ist etwas Gutes. Aber manchmal ist sie auch verlogen und führt zu grossem Unrecht und Chaos. Offene Worte würden der Weltbevölkerung mehr bringen als weltweite Scheinheiligkeit von Entscheidungsträgern.
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  • Kommentar von Bruno Vogt (b.vogt)
    Warum sorgen solche Aussagen über Putin für Stirnrunzeln? Sollte sie ihre Meinung nicht offen und ehrlich aussprechen können? Müssen wir auch die Stirn runzeln wenn jemand solche Aussagen über Merkel oder Obama macht oder ist es dort den Medien genehm?
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  • Kommentar von W. Helfer (W. Helfer)
    Wann endlich hört man auf Europa mit der EU gleich zu setzen. Die EU ist NICHT Europa u EU-Gegner sind NICHT gegen Europa. Ist genau so blöd, wie die ständigen Unterstellungen wer gegen kriminelle Ausländer ist, sei gegen alle Ausländer.
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