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International Dicke Luft zwischen Ankara und Washington

Der Putschversuch gegen die Regierung Erdogan strapaziert die Beziehungen zwischen der Türkei und den USA. Aussenminister Kerry ist wegen des Vorwurfs einer US-Beteiligung am Aufstand düpiert, Ministerpräsident Yildirim ist das Exil des Klerikers Gülen in Pennsylvania ein Dorn im Auge.

Ihre ohnehin schon angeschlagene Beziehung wird nun noch mehr getrübt: Cavosoglu und Kerry (Archiv).
Legende: Ihre ohnehin schon angeschlagene Beziehung wird nun noch mehr getrübt: Cavosoglu und Kerry (Archiv). Keystone

Nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei wachsen die Spannungen in den Beziehungen zu den USA. Der amerikanische Präsident Barack Obama rief den Nato-Partner zur Zurückhaltung und zur Befolgung der Gesetze im Kampf gegen die Umstürzler auf.

John Kerry warnte derweil seinen türkischen Amtskollegen Mevlut Cavosoglu vor einem Schaden für das Verhältnis zwischen beiden Ländern.

Kerry stört sich an öffentlichen Andeutungen

Zuvor verwehrte sich der US-Aussenminister gegen angebliche Unterstellungen in der Türkei, die USA seien in den fehlgeschlagenen Staatsstreich involviert. Die Vereinigten Staaten seien bereit, so Kerry, die türkischen Behörden bei der Untersuchung zu unterstützen.

Aber öffentliche Andeutungen oder Behauptungen über jedwede Beteiligung der Vereinigten Staaten an dem gescheiterten Putschversuch seien völlig falsch und schädlich für die bilateralen Beziehungen.

Gülens Freunde sind Erdogans Feinde

Zur Belastungsprobe wird insbesondere der in Amerika lebende Geistliche Fethullah Gülen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft seinem Erzfeind vor, beim Umsturzversuch von Teilen des Militärs die Fäden gezogen zu haben. Kleriker Gülen hat dies zurückgewiesen und das Putschvorhaben verurteilt.

Legende: Video Gülen – der Erzfeind Erdogans abspielen. Laufzeit 1:11 Minuten.
Vom 16.07.2016.

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim sagte, jedes Land, das Gülen unterstütze, werde als im Kriegszustand mit der Türkei betrachtet. Erdogan forderte die Regierung in Washington zur Auslieferung Gülens auf.

Kerry erklärte hierauf, die USA seien wohl bereit, der Türkei dabei zu helfen, die Verantwortlichen für den Putschversuch ausfindig zu machen.

Aber die Vereinigten Staaten würden gegen Gülen nur dann Massnahmen gegen Gülen ergreifen, wenn es Beweise gegen den Geistlichen gebe.

Kampf gegen IS erschwert

Der gescheiterte Staatsstreich erschwert auch die von den USA angeführten Angriffe gegen die Extremistenmiliz IS in Syrien. Die Türkei schloss ihren Luftraum für Militärflugzeuge. Daher konnte die US-Luftwaffe von der türkischen Basis Incirlik aus keine Maschinen starten.

Legende: Video Massnahmen gegen Gülen nur gegen Beweise abspielen. Laufzeit 0:26 Minuten.
Vom 17.07.2016.

Beim versuchten Putsch gegen Erdogans Machtapparat wurden laut offiziellen Angaben mindestens 265 Menschen (161 regierungstreue Sicherheitskräfte oder Zivilisten und 104 Putschisten) getötet und mehr als 1500 verletzt. Die Putschisten wollten nach ihrer Darstellung Demokratie und Menschenrechte und die verfassungsmässige Ordnung wiederherstellen.

Ungeachtet einer breiten Kritik am türkischen Präsidenten und am autoritären Führungsstil erfolgten die internationalen Reaktionen einstimmig: Die UNO, Nato, EU, USA, Russland, Frankreich und Deutschland verurteilten den Aufstand türkischer Militärangehöriger. Unisono verlangte die internationale Gemeinschaft, Blutvergiessen zu verhindern und die demokratische Grundordnung zu achten.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Leider hat Putin schon telefoniert mit Erdogan und russische Unterstüzung für demokratisch gewählte Regierung zugesichert. Russland wird wie immer Erdogans Reumungs Arbeit nicht kritisieren. Auch Putin zeigt, dass Worten von gestern sind heute wenig wert. Trotz allen Feindschaften in letzten Monaten greift Putin Gunst der Stunde und rammt Keil in Türkisch-EUSA Beziehungen. Unsere Welt verändert sich in einen rasanten Tempo.
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Es ist egal wer hinter Putsch steht. Einzige wichtige ist, was türkische Bürger besonders Erdogan Anhänger in Bauch fühlen. Wenn Mann ihnen sagt, dass Gülen war, ist Sache gegessen. Türke wissen, dass Güllen Bewegung in Russland verboten ist wegen Unterwanderung durch CIA. Dadurch wird Türkei auf Distanz von USA gehen. Um nicht isoliert zu sein, werden sie gezwungen ihre Unterstüzung für Islamisten zu kürzen und Beziehungen zu Russland zu verbessern.
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  • Kommentar von Bernd Kulawik (Bernd K.)
    "Aber die Vereinigten Staaten würden gegen Gülen nur dann Massnahmen gegen Gülen ergreifen, wenn es Beweise gegen den Geistlichen gebe." – Nanu, gelten für Gülen jetzt plötzlich andere Massstäbe als für jedweden als "Terroristen" denunzierten Menschen oder gar – "Gott" bewahre! – einen Herrn Bin Laden? Es ist wirklich erstaunlich, wie dreist man Doppelzüngigkeit praktizieren kann, ohne rot zu werden oder selbst lachen zu müssen!
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