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Terror in Spanien Die Ereignisse im Überblick

Nach den Anschlägen in Spanien bleiben entscheidende Fragen ungeklärt. Hier ein Überblick über das, was bisher bekannt ist – und was nicht.

Anschlag in Barcelona: Am Donnerstag gegen 17 Uhr raste ein Lieferwagen in die Menschen auf der beliebten Flaniermeile Las Ramblas in Barcelona. Augenzeugen berichteten, der Wagen sei mit hoher Geschwindigkeit im Zick-Zack-Kurs über die Allee gefahren – wohl, um so möglichst viele Menschen zu treffen. Nach Angaben der Regionalregierung von Katalonien werden mindestens 14 Menschen getötet und mehr als 100 weitere verletzt. Der Fahrer flüchtet zu Fuss.

Wer sind die Opfer von Barcelona? Unter den Toten oder Verletzten sind nach Angaben des spanischen Zivilschutzes zahlreiche Ausländer. Insgesamt stammen die Opfer aus 34 Ländern. Über Schweizer unter den Opfern ist bisher nichts bekannt. Ein australischer Junge wird Medienberichten zufolge offenbar noch vermisst.

Wer sind die Täter von Barcelona? Der Fahrer des Lieferwagens ist nach dem Attentat zu Fuss entkommen, er ist nach Polizeiangaben weiter auf der Flucht. Gesucht wird nach einem jungen Mann. Manche Medien sprechen von einem 17-Jährigen, andere von einem 18-Jährigen..

Die Polizei hat unterdessen vier Verdächtige festgenommen, darunter einen Spanier und einen Marokkaner. Letzterer hat demnach eine Verbindung zu dem Lieferwagen, der bei dem Anschlag in Barcelona genutzt wurde. Der Spanier wurde in Alcanar im Süden Kataloniens festgenommen. Die Identität des dritten Verdächtigen konnte noch nicht verifiziert werden.

Wer steckt hinter dem Anschlag von Barcelona? Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert den Anschlag für sich. «Soldaten» des IS hätten das Attentat verübt, erklärt das IS-Propagandasprachrohr Amaq laut einer Mitteilung des US-Unternehmens Site, das auf islamistische Websites spezialisiert ist.

Anschlag in Cambrils: Wenige Stunden nach dem Attentat in Barcelona tötete die Polizei im Badeort Cambrils in der Nacht auf Freitag fünf mutmassliche Terroristen. Die Männer waren nach Angaben der Regionalregierung mit einem Wagen in eine Menge gerast, bevor sie von Sicherheitskräften gestoppt wurden. Sie haben Sprengstoffgürtel getragen, so die Polizei. Nach neuen Angaben waren diese Attrappen. Bei der Attacke werden sieben Menschen verletzt, zwei davon schwer. Die Ermittler gehen davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen den Taten in Barcelona und Cambrils gibt.

Gasexplosion am Mittwoch: Die Anschläge in Barcelona und Cambrils stehen offenbar in Zusammenhang mit einer Gasexplosion in einem Wohnhaus im Ort Alcanar rund 200 Kilometer südlich von Barcelona. Das erklärte der katalanische Polizeichef Josep Lluís Trapero am späten Donnerstagabend. Bei der Gasexplosion waren am Mittwoch ein Mensch getötet und sieben weitere verletzt worden. Es gebe «klare Verbindungen», so Trapero. Weitere Details nannte er nicht.

Wie reagiert Spanien? Die Regierung ruft eine dreitägige Staatstrauer aus, die ab Freitag gilt. Regierungschef Mariano Rajoy begibt sich nach Barcelona und erklärt: «Wir sind vereint im Schmerz. Aber wir sind vor allem vereint im Willen, diesem Wahnsinn und dieser Barbarei ein Ende zu bereiten.» König Felipe VI. erklärt: «Sie werden uns nicht terrorisieren. Ganz Spanien ist Barcelona.»

Hat der Anschlag Vorläufer? Die Attentate erinnern an Anschläge in Nizza, Berlin oder London, wo die Täter ebenfalls mit Fahrzeugen in Menschenmengen rasten. Bisher war Spanien von Attacken der IS-Miliz weitgehend verschont geblieben. Allerdings war die Hauptstadt Madrid Schauplatz des bisher blutigsten islamistischen Anschlags auf europäischem Boden: am 11. März 2004 töteten Terroristen mit Bomben in Regionalzügen 191 Menschen. Zu der Tat bekannte sich das Terrornetzwerk Al-Kaida.

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