Die Kinderlähmung kommt nach Europa zurück

Die Polio-Viren zerstören das zentrale Nervensystem. Gegen die Krankheit gibt es kein Heilmittel. Nun ist sie erstmals seit 2010 wieder in Europa aufgetreten. Der erneute Ausbruch ist ein herber Rückschlag für die WHO. Sie will den Erreger vollständig ausrotten.

In Europa gibt es laut der Weltgesundheitsorganisation WHO erstmals seit 2010 wieder Fälle von Kinderlähmung. Zwei Kinder im Südwesten der Ukraine seien an Polio erkrankt, teilte die WHO in Genf mit.

Zwei Kinderfüsse baumeln von einer Bettkante. Vom einen Fuss ist der Hausschuh abgefallen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Es sind vor allem Kinder in schlechten hygienischen Verhältnissen, die dem Erreger zum Opfer fallen. Keystone

Es gebe ein hohes Risiko, dass sich die Krankheit in dem Land weiter verbreite, da nur die Hälfte der dortigen Kinder gegen Kinderlähmung geimpft seien. Für die Nachbarländer Rumänien, Polen, Ungarn und die Slowakei sei das Risiko hingegen gering.

Der Ausbruch ist ein Rückschlag für die WHO, die die Ausrottung der Krankheit zum Ziel hat. In Deutschland gab es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts letztmals 1990 einen Fall.

Letzter Ausbruch vor fünf Jahren

Zuletzt wurde vor fünf Jahren ein Ausbruch der Krankheit in Tadschikistan gemeldet. Damals breitete sich das Virus nach Russland, Turkmenistan und Kasachstan aus.

Polioviren können das zentrale Nervensystem befallen und zu Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen. Gegen die Krankheit gibt es kein Heilmittel. Vor allem Kinder in Regionen mit schlechten Hygieneverhältnissen werden von den Viren befallen.