Die Mittelschicht in den USA schwindet

Die amerikanische Wirtschaft wächst wieder. Sie hat sich seit der Krise erholt. Doch viele Amerikaner haben davon rein gar nichts. Ihr Einkommen ist so tief wie vor 30 Jahren.

Menschen stehen mit Einkaufswagen in einer Schlange. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Leben in Armut: 46,5 Millionen Amerikaner teilen dieses Schicksal. Reuters

An der Börse wird wieder viel verdient. Der Dow Jones Index liegt höher als vor dem Crash vor fünf Jahren. Das gilt aber nicht für die mittleren Einkommen der Haushalte. Sie erholen sich nicht.

Die mittleren Einkommen liegen acht Prozent tiefer als vor Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 2008. Sie dümpeln auf einem Niveau von lediglich 51'000 US-Dollar herum. Damit befindet sich der US-Mittelstand heute einkommensmässig auf dem Niveau der achtziger Jahre.

Das Census Bureau, das Statistikamt, meldet: Die Erholung der Wirtschaft käme nur den Reichsten zugute. Ihr Einkommen sei wieder so gross wie vor der Krise.

Schere zwischen Arm und Reich geht auf

Die Studie ist ein weiterer Beleg für die wachsende Kluft zwischen Reich und Arm in den Vereinigten Staaten. Letztes Jahr lebten 46,5 Millionen Amerikaner in Armut. Darunter waren 16,1 Millionen Kinder und 3,9 Millionen Menschen über 65 Jahre. Die Armutsgrenze wurde festgelegt bei einem Einkommen von 23,492 US-Dollar pro Jahr für eine vierköpfige Familie.

Die Kluft wird tiefer

1:02 min, aus SRF 4 News aktuell vom 18.09.2013

Ein Ökonom der Universität Berkeley in Kalifornien berechnete, dass die reichsten zehn Prozent im letzten Jahr die Hälfte des Landeseinkommens für sich verbuchen konnten.

Das ist der höchste Wert, der seit den Zeiten der Wirtschaftsimperien von Carnegie, Rockefeller und Vanderbuilt gemessen wurde. Und das war noch vor dem ersten Weltkrieg.