Zum Inhalt springen

Amtseinführung in Washington Die Show ist vorbei

US-Präsident Donald Trump will das Establishment entmachten und muss nun Resultate liefern.

Legende: Video Die Antrittsrede von US-Präsident Donald Trump abspielen. Laufzeit 16:15 Minuten.
Aus News-Clip vom 20.01.2017.

Es war eine populistische Rede, wie er sie an seinen Kampagnenauftritten gehalten hat. Trump zeigt damit abermals, dass er als Präsident sich nicht mässigen wird. Wieso sollte er auch – schliesslich wurde er gewählt, weil die Unzufriedenheit in den USA weit verbreitet ist. Weil den Menschen nicht entgeht, dass das System in den letzten Jahren vor allem für Reiche und Mächtige funktionierte.

Es ist eine Machtübergabe von Washington an euch alle. Das ist euer Tag.
Autor: Donald TrumpUS-Präsident

Ein Multimilliardär, der in eine reiche Familie geboren wurde und bisher kein Interesse zeigte am Los der Notleidenden. Für viele ist er ein unwahrscheinlicher Champion.

Mindestens so viele Menschen reiben sich aber die Augen. Weiterhin ungläubig, dass ein Immobilienmogul und Reality-Show-Star ins Weisse Haus einzieht, ohne Respekt für die demokratischen Institutionen. Ein Mann mit einem äusserst sorglosen Umgang mit Fakten und Wissen, ein Mann mit einer so dünnen Haut, dass er es für nötig hält, auch irrelevante Kritiker öffentlich auf Twitter zu verunglimpfen.

«Ich werde der Präsident aller sein», verspricht Donald Trump. Er tritt aber sein Amt als unbeliebtester Präsident der letzten Jahrzehnte an. Er hat die Volkswahl deutlich verloren und betritt das Weisse Haus als eine höchst umstrittene Figur. Rund sechzig demokratische Abgeordnete boykottierten die Feier zur Amtseinsetzung.

Trump wird Präsident einer Nation, die polarisiert ist wie selten in ihrer Geschichte, eine schon fast schizophrene Nation. Das gleiche Land hat vor acht Jahren den ersten afroamerikanischen Präsidenten gewählt und ihn vor vier Jahren wiedergewählt.

Im gleichen Land erlebte der Linkspopulist Bernie Sanders während der Präsidentschaftskampagne begeisterten Zulauf. Im gleichen Land steht die Jugend politisch linker wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Dieses Land hat einen autoritären Rechtspopulisten gewählt, der verspricht, vergangene Zeiten zurückzubringen.

Ich werde Euch nie enttäuschen.
Autor: Donald TrumpUS-Präsident

Donald Trump ist mit grossen Versprechungen an die Macht gelangt. Er wiederholte sie in seiner ersten Rede als Präsident: «America first», die Interessen der USA sollen zuerst kommen. Geld solle investiert werden, um die Grenzen zu sichern, statt andere Länder zu verteidigen, verkündete er.

Gute Stellen für alle, bessere Schulen, mehr Sicherheit, neue Infrastrukturen versprach Trump. Das sind ehrgeizige Ziele. «Ich werde Euch nie enttäuschen», meinte er. Nun ist die Show vorbei und die Arbeit beginnt. Donald Trump wird als Präsident das praktisch Unmögliche möglich machen müssen: Seine Versprechungen einlösen.

Priscilla Imboden

Priscilla Imboden

Priscilla Imboden ist schweizerisch-amerikanische Doppelbürgerin und war vier Jahre lang als USA-Korrespondentin für SRF tätig, bevor sie zur Bundeshausredaktion von Radio SRF stiess. Davor arbeitete sie bereits während acht Jahren in der Wirtschaftsredaktion von Radio SRF in Bern.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

30 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von alfred maurer (zeitgeist)
    nichts ist unmöglich. die show does go on.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Während ein Großteil des Volkes und die Mainstreammedien über Donald Trump nicht gerade zimperlich herzogen und die Unzufriedenen auf der Strasse ihrem Frust in Gewaltorgien freien Lauf liessen, waren Barak und Michelle Obama so herzlich und liebenswürdig mit dem neuen Präsidentenpaar. Das sollte den Randalierern und Obama-Sympathisanten zu denken geben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Charles Morgenthaler (ChM)
      @M.Zelger: Demonstrationen gegen D.T. gab und gibt es offenbar zahlreiche, verständlicherweise. Aber Gewaltorgien? Davon wurde nirgendwo berichtet, die entspringen ihrer Fantasie. Bleiben Sie doch einfach bei den Fakten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Herr Morgenthaler, ich bleibe sachlich: ich habe im Fernsehen randalierende Jugendlich gesehen. Dazu hiess es in den News, die Demonstranten hätten u. a. Fensterscheiben eingeschlagen. ich glaube, wenn keine derartige Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden wären, hätte Donald Trump wohl einige Kratzer, Beulen und zerrissene Hosen abbekommen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Während namhafte Sänger aus der Popszene wie u. a. Celine Dion der Inauguration demonstrativ fernblieben und nicht singen wollten, wohnte die geschlagene Konkurrentin und Demokratin Hillary Clinton und ihr Bill den Feierlichkeiten bei. Eine grossartige Geste der Präsidentschaftskandidaten, die über sich herauswuchs, obwohl sie nur aufgrund der Elektorenstimmen verlor.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Charles Morgenthaler (ChM)
      Zerbrochene Fensterscheiben nennen Sie dann Gewaltorgien? Na ja.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Michael Räumelt (Wirtschaftskanzlei)
    Der Traum aller Schwiegermütter hat die Showbühne verlassen... das was er wirklich konnte, mit seiner Sympathie Menschen gewinnen, reicht für Politik nicht aus, denn mit "Everybody`s Darling" kann man keine Politik machen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen