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International Die USA schränken ihre Hilfen für Ägypten ein

Die USA reagieren auf die anhaltende Gewalt in Ägypten. Die Militärhilfen an Kairo werden massiv gekürzt. Gestoppt wurde unter anderem die Lieferung von zehn Kampfhelikoptern. Ägypten kritisiert: Die USA unterstützten das Land so nicht im Kampf gegen eine terroristische Bedrohung.

Die Hilfe an Ägypten müsse überprüft werden: Das hatte Washington im August angekündigt, nachdem das ägyptische Militär Präsident Mohammed Mursi abgesetzt hatte und hunderte Muslimbrüder bei der Niederschlagung ihrer Proteste getötet worden waren.

Nun ziehen die USA ihre Konsequenzen. Die Militärhilfen würden erst wieder in vollem Umfang weitergeführt, wenn es auf dem Weg zu einer frei und fair gewählten demokratischen Regierung in Ägypten glaubwürdige Fortschritte gebe. Dies teilte das Aussenministerium in Washington mit.

Konkret heisst das: Die USA halten 260 Millionen Dollar direkter Finanzhilfe und 300 Millionen Dollar Kreditgarantien zurück. Insgesamt würde sich die amerikanische Finanzhilfe an Ägypten auf 1,3 Milliarden Dollar belaufen.

Symbolische Zurechtweisung

Bei den Waffensystemen geht es um Kampfhelikopter, ein Raketensystem für die Marine und um Panzerbestandteile. Die USA hatten schon zuvor die Lieferung bestimmter Rüstungsgüter eingestellt.

Vom Hilfsstopp nicht betroffen sind Antiterror-Einsätze. Zudem betonte das Aussenministerium, dass der Stopp nur vorübergehend sei. Ein Kommentator sagte, die Aktion sei vor allem eine symbolische Zurechtweisung der ägyptischen Militärs.

5 Kommentare

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  • Kommentar von René Wagner, Möriken
    Die USA werden ihre seit Jahrzehnten geltende Doktrin, dass jedes Regime unterstützt wird, das die amerikanische Aussenpolitik akzeptiert, kaum aufgeben. Nach einer gewissen Schamzeit erhalten die blutigen Putschisten und Demokratiefeinde in ÄGYPTEN wieder Waffen im Werte von über 1 Milliarde Dollar. Trotz drohendem Staatsbankrott in den USA.
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  • Kommentar von O. Toneatti, Bern
    Die Frage wäre doch, warum die USA jahrzehntelang und unnötigerweise Aegypten mit Milliarden Militär- und Wirtschaftshilfe unterstützte. Dieses Geld ist alles in den oberen Etagen dort verschwunden. Und jetzt die Kehrtwende, typisch amerikanisch: "Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein."
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    1. Antwort von Adrian Flükiger, Bern
      @Toneatti: So ist es, die USA haben immer wieder ein untrügliches Gespür dafür in heiklen Regionen auf den falschen Klappergaul zu setzen. Das war seinerzeit beim Schah von Persien der Fall (Probleme mit dem Iran seit über 30 Jahren ungelöst), danach folgte die Unterstützung von Sadam im Irak (CIA Titel: er ist ein Hurensohn, aber wenigstens unserer). Afghanistan wird man ebenfalls im Chaos zurücklassen, die Taliban werden wieder übernehmen. Fazit: die US Waffenlobby gewinnt immer, immer wieder!
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Höchste Zeit, dass dieser islamophile Traumtänzer Obama endlich aufwacht und aufhört, in dieses Pulverfass weiterhin Waffen zu liefern. Es gibt keinen Mubarak mehr, der sich für diese Milliardenhilfe wenigstens an den Friedensvertrag mit Israel hielt. Alles kann jede Minute in die Luft fliegen.
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