Die zwei Gesichter des Dschochar Zarnajew

Ein Polizei-Fotograf hat Bilder des mutmasslichen Boston-Attentäters bei seiner Festnahme veröffentlicht. Aus Protest gegen ein umstrittenes Titelbild des Musik-Magazins «Rolling Stone». Und auf eigene Faust. Der Polizist wurde nun vom Dienst suspendiert.

Am Anfang der Kontroverse steht das Titelbild des «Rolling Stone». Das Musik-Magazin hat auf dem Titelbild seiner aktuellen Ausgabe den mutmasslichen Boston-Attentäter abgebildet. Der Artikel dazu will klären, wie aus einem erfolgversprechenden Studenten ein Monster werden konnte.

Das Problem: Das Foto zeigt Dschochar Zarnajew als gewöhnlichen jungen Mann. Der Bostoner Bürgermeister protestierte. Das Magazin wurde teilweise aus Verkauf gezogen.

Wut hat das Bild auch bei Polizei-Fotograf Sean Murphy ausgelöst. Er gab auf eigene Faust seine Fotos von der Festnahme an das «Boston Magazin» weiter. «Dieser Typ ist böse. Nicht jemand, der fürs «Rolling-Stone»-Cover aufgemotzt wurde», sagte Murphy dem Magazin.

Für die Weitergabe wurde Murphy nun vom Dienst suspendiert. Seine Fotos zeigen unter anderem den verwundeten Zarnajew. Auch Murphys Fotos haben im Netz bereits für eine Kontroverse gesorgt.

Die Bilder-Diskussion über Zarnajew auf Twitter