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IWF Finanzstabilitätsbericht Diese Risiken birgt Trumps Gewinnsteuersenkung

15 Prozent weniger Gewinnsteuern sollen US-Unternehmen zahlen. Der Internationale Währungsfonds warnt davor.

Legende: Audio IWF warnt vor Trumps Steuerplänen abspielen. Laufzeit 02:44 Minuten.
02:44 min, aus Echo der Zeit vom 19.04.2017.

Eine Senkung der Gewinnsteuern auf 15 Prozent hat US-Präsident Donald Trump den Unternehmen in seinem Land versprochen. Sollte er es wahrmachen, könnten Unternehmen das Geld schnell wieder investieren. Schlimmstenfalls ausgerechnet in solche Sektoren, die hohen Ertrag versprechen, aber auch hohes Risiko mit sich bringen – das erwartet zumindest der Internationale Währungsfonds (IWF).

Gemeint sind beispielsweise Wertpapiere oder Fusionen. Die Schlüsselfrage sei, ob die Unternehmen in den USA das Geld sicher genug anlegten, ohne neue Gefahren für das Finanzsystem heraufzubeschwören, sagt Tobias Adrian, der Direktor der Kapitalmarktabteilung beim IWF.

Wer nicht aus Fehlern lernt

In den vergangenen Jahrzehnten jedenfalls hätten solche risikoreichen Investitionen zu starken Schwankungen im Finanzsystem geführt und das System insgesamt destabilisiert, warnen die IWF-Ökonomen in ihrem Bericht. Sie verweisen auf die amerikanischen Steuerreformen in den Jahren 1986 und 2004. Nur wenige Jahre später sei jeweils eine Rezession gefolgt.

Donald Trump besucht eine Fabrik.
Legende: Wenn die Inflationin den USA schneller steigt als gewünscht, sind laut dem IWF Unternehmen in Gefahr. Trump bei einem Fabrikbesuch im Dezember 2016. Keystone

Die Bilanzen der US-Unternehmen gelten zwar insgesamt als gesund, allerdings hätten viele nicht besonders viel Kapital als Rücklage. Zudem hätten viele hohe Schulden angehäuft. Vor allem bei Unternehmen in der Energie- und Immobilienbranche habe der Schuldenstand historisch hohes Niveau erreicht. Bei den Firmen im Energiesektor liegt das daran, dass ihnen wegen der niedrigen Rohstoffpreise die Erträge weggebrochen sind.

Keine Beruhigungspille

Gerade diese Firmen seien aber auch besonders in Gefahr, wenn ein anderes Szenario eintrete, sagt Adrian. Wenn nämlich als Folge der trumpschen Steuersenkungen und der ebenfalls geplanten steigenden Infrastrukturausgaben die Inflation den USA schneller steigt als gewünscht.

Die US-Notenbank könnte sich dann gezwungen sehen, die Leitzinsen schneller anzuheben als geplant. Was laut Adrian nicht nur die Schwankungen an den Finanzmärkten verstärken, sondern auch den Schuldendienst für die Unternehmen in die Höhe treiben würde. Firmen mit ohnehin hoher Verschuldung hätten es dann deutlich schwerer, ihre Schulden zurückzuzahlen.

Die erhofften positiven Effekte für US-Firmen könnten also ins Gegenteil umschlagen. Und auch das wäre nicht gerade eine Beruhigungspille für das globale Finanzsystem.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Also 15% mehr Gewinn für seine Familie, und somit auch ihn! Ein Teil seiner politischen Schergen haben auch Unternehmen und profitieren ebenfalls!
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  • Kommentar von Ivo Muri (Ivo Muri)
    Das ist jetzt echt interessant. Der IWF, der für fast alle grossen Wirtschaftskrisen die Hauptverantwortung trägt warnt vor einer Rezession. Der IWF braucht dringend neue Ökonomen. Jedem der sich über die Machenschaften des IWF in Sachen Destabilisierung informieren will, sei das Buch von Ernst Wolff empfohlen: "Weltmacht IWF". Brilliant recherchiert und für jeden Laien nachvollziehbar beschrieben.
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