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International Diplomatisches Debüt für Donald Trump

Acht Tage nach seiner überraschenden Wahl hat sich der designierte US-Präsident erstmals mit einem amtierenden Regierungschef getroffen. Zu Gast im Trump Tower in New York war der japanische Regierungschef Shinzo Abe.

Legende: Video Donald Trump trifft Shinzo Abe abspielen. Laufzeit 0:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.11.2016.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Japans Regierungschef Shinzo Abe lobt Trump für das «sehr offene Gespräch».
  • Inhalte waren: China, Europa, Iran, Russland und weitere weltpolitische Themen.
  • Trump empfing zudem den israelischen Botschafter, Ron Dermer. Dieser bezeichnete den designierten Präsidenten nach dem Gespräch als «wahren Freund Israels».

Der erste offizielle Auftritt: Donald Trump empfing Abe an seinem Firmensitz zu einem rund 90-minütigen Gespräch. Abe zog eine positive Bilanz: «Ich bin überzeugt, dass Herr Trump eine Führungspersönlichkeit ist, zu der ich grosses Vertrauen haben kann», sagte Abe vor Journalisten. Es sei ein «sehr offenes Gespräch» gewesen, das in einer «sehr warmen Atmosphäre» stattgefunden habe.

Zum genauen Inhalt machten die Beteiligten zunächst keine Angaben. Trump hatte den US-Verbündeten Japan im Wahlkampf erheblich irritiert: Er hatte die Präsenz der US-Armee in Japan in Frage gestellt und darüber spekuliert, ob Japan sich Atomwaffen zulegen sollte, um sich selbst besser zu schützen.

Diskussion mit Kissinger

Trump bei einer Rede.
Legende: Vor dem Treffen mit Abe holte sich Trump den Rat des Ex-Aussenministers Kissinger ein. Keystone

Vor dem Treffen mit Abe holte sich Trump den Rat des Ex-Aussenministers Kissinger ein. Er habe «enormen Respekt» vor dem 93-Jährigen und wisse zu schätzen, dass dieser sich zu dem Gedankenaustausch bereitgefunden habe, sagte der designierte Präsident.

Laut Trump ging es in dem Gespräch um China, Europa, den Iran, Russland und breitgefächerte weltpolitische Themen. Kissinger war im Wahlkampf klar auf Distanz zu Trump gegangen.

Trump empfing am Donnerstag ebenfalls den Botschafter Israels in den USA, Ron Dermer. Dieser bezeichnete den designierten Präsidenten hinterher als «wahren Freund Israels».

Treffen mit Romney erwartet

Medienberichten zufolge sucht Trump auch Kontakt zu einem anderen Kritiker, dem früheren republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney. Mehrere US-Medien berichteten sogar unter Berufung auf Quellen in Trumps Übergangsteam, Romney sei als künftiger Aussenminister im Gespräch. Am Wochenende wolle Trump ihn zu einem Gespräch treffen.

Der 69-jährige Romney war einer der schärfsten Kritiker von Trump im Wahlkampf. Als weitere Anwärter für den Posten des Aussenministers werden der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani und die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, genannt. TV-Berichten zufolge bot Trump zudem dem Ex-General Michael Flynn den Posten des Nationalen Sicherheitsberaters an.

Trump Tower unter Polizeischutz

Seit seinem Wahlsieg in der vergangenen Woche hatte sich Trump die meiste Zeit im New Yorker Trump Tower aufgehalten. Wie aus seinem Umfeld verlautete, wollte er sich am Freitag auf einen seiner exklusiven Golfplätze in New Jersey begeben. Seit dem Wahlsieg steht der Trump Tower in Manhattan unter starkem Polizeischutz, viele New Yorker klagen über Verkehrsbehinderungen.

Siegestour geplant

Noch in diesem Monat will sich der designierte Präsident auf eine Reise durch jene industriell geprägten Bundesstaaten begeben, die ihm letztlich den Sieg gebracht haben. «Wir bereiten das vor», sagte sein Berater George Gigicos. Die Siegestour werde «in den nächsten Wochen» stattfinden.

17 Kommentare

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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Dass sich Trump von Kissinger beraten lässt, finde ich nicht wirklich vertrauensbildend. Dieser veranlasste Nixon 1970 den Vietnamkrieg am Kongress vorbei auf Kambodscha auszuweiten. Damit ist er ein Kriegsverbrecher. Was diese zwielichtige Gestalt bis heute alles zum Besten gegeben hat und wo sie hinter den Kulissen überall die Finger drin hat kann jeder selber herausfinden. Trump gab vor, dass er das militärische "Engagement" der USA eher drosseln wolle. Ich hoffe er bleibt dabei !!
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Sie meinen aber nicht im Ernst, Trump würde sich mit Sängerknaben abgeben;-)
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    2. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Kissinger hat verdammt viel Blut an den Händen. Wider den meisten Aussagen Trumps ist eine Interventions-Welle zu erwarten. Meist wird auch nur eine Drohung ausreichen, um andere Länder zu erpressen. Kennen wir ja aus der Geschichte.
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    «sehr offenes Gespräch» in einer «sehr warmen Atmosphäre» «grosses Vertrauen haben kann» = es ging heiß her und man kann bei ihm mit allem rechnen.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Wie Trump die USA neu ausrichten will, ahnt man durch wichtige Abgänge und die Leute, die sich in seinem Stab tummeln. Durch diese Leute und deren unterschiedlichen Interessen lässt er sich Optionen offen, um flexibel handeln zu können. Innenpolitisch muss er sich an gewisse Versprechen halten. Der Wert von Verträgen und Vertrauen in der internationalen Politik ist rapide am sinken. Für Europa eine Chance, sich neu auszurichten. Wer zu spät kommt, bestraft das Leben (Sanktionen gegen RU etc.).
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