Doping: IOC will abschliessend über Russen entscheiden

Ein Ausschuss des Internationalen Olympischen Komitees entscheidet endgültig, welche russischen Sportler an den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro teilnehmen dürfen. Das hat das IOC beschlossen, nachdem es diese Entscheidung ursprünglich den einzelnen Weltverbänden überlassen wollte.

IOC-Präsident Thomas Bach sitzt an einem Tisch. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nun sollen doch Mitarbeiter von IOC-Präsident Thomas Bach über die russischen Athleten urteilen. Keystone

Die Weltverbände der einzelnen Sportarten sollten entscheiden, welche russischen Sportler sie zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zulassen und wen sie ausschliessen.

So hatte es das Internationale Olympische Komitee (IOC) vor einer Woche bekannt gegeben – und war dafür kritisiert worden, keine Entscheidungen zu fällen. Doch nun will das IOC selbst das letzte Wort haben. Ein dreiköpfiger Ausschuss werde abschliessend über die russischen Sportler entscheiden, sagte ein IOC-Sprecher.

Dreiköpfiger Ausschuss entscheidet

Zuerst sollen die Weltverbände ihre Meinung zu den Russen abgeben. Dann prüfen Experten des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) den Fall. Und schliesslich entscheidet der IOC-Ausschuss definitiv. Zu diesem Team gehören die deutsche Vorsitzende der Athletenkommission, Claudia Bokel, der Chef der medizinischen Kommission, der Türke Ugur Erdener, sowie der Spanier Juan Antonio Samaranch jr. Der IOC-Sprecher versprach, alle Entscheidungen würden rechtzeitig vor dem Beginn der Spiele am nächsten Freitag getroffen.

Hintergrund der Überprüfungen ist ein Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur, der Russland staatlich gesteuertes Doping vorwirft. Das IOC hatte es abgelehnt, deswegen alle russischen Sportler von Rio auszuschliessen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Olympia: Hajo Seppelt über den Russland-Entscheid

    Aus sportaktuell vom 25.7.2016

    Der Journalist und Doping-Experte Hajo Seppelt hat den Stein in der «Causa Russland» ins Rollen gebracht. Am Montag äusserte er sich in Berlin pointiert zum IOC-Entscheid.

  • IOC-Entscheid – falsches Signal im Kampf gegen Doping?

    Aus Rendez-vous vom 25.7.2016

    Obwohl bewiesen ist, dass in Russland Doping vom Staat gebilligt und sogar gefördert wird, sollen russische Athletinnen und Athleten nicht grundsätzlich von den Olympischen Sommerspielen in Rio ausgeschlossen werden.

    Die weltweite Kritik richtet sich vor allem an den deutsche IOC-Präsidenten Thomas Bach, der als Freund des russischen Präsidenten Putin gilt. Gespräch mit der Sportjournalistin Grit Hartmann, sie beschäftigt sich seit Jahren mit dem IOC und Doping.

    Brigitte Kramer