Drei Tote bei Amoklauf in Österreich

Drei Tote und elf Verletzte – das ist die traurige Bilanz eines Amoklaufs, der sich in der Nacht auf Sonntag auf einem Konzertgelände in Nenzing in Vorarlberg ereignet hat. Hintergrund der Tat ist ein Beziehungsstreit.

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Amoklauf an Openair

1:27 min, aus Tagesschau vom 22.5.2016

Der Amokläufer hatte sich in der Nacht auf Sonntag in Nenzing in Vorarlberg mit seiner Freundin gestritten, wie die Polizei mitteilte. Nach dem Streit holte er gegen drei Uhr die Waffe aus seinem Auto und schoss wahllos auf die rund 150 Besucher des von einem Motorradclub veranstalteten Konzerts.

Bei dem Amoklauf sind zwei Männer im Alter von 33 und 48 Jahren getötet worden. Unter den elf Verletzten sind neun Österreicher, eine 49-jährige Schweizerin sowie ein 44 Jahre alter Mann aus Liechtenstein. Ein Verletzter schwebte am Sonntag noch in Lebensgefahr. Die Freundin des Täters blieb indes unverletzt.

Wie die Polizei weiter berichtete, handelt es sich bei der Tatwaffe um eine sogenannte «Langwaffe». Wie viele Schüsse der Mann abgegeben hat, werde derzeit noch ermittelt. «Der genaue Hergang ist noch unklar», sagte eine Polizeisprecherin.

Die Schüsse auf dem Konzertgelände sind nach Informationen von Bürgermeister Florian Kasseroler aus dem Hinterhalt gefallen. «Es sind wohl 30 bis 40 Schüsse gefallen, aber genau weiss ich das nicht», sagte er.

Der Täter war nach den Schüssen zum benachbarten Parkplatz zurückgegangen. Dort erschoss er sich. Der Mann stammt nach Polizeiangaben aus der Region. Die Behörden veröffentlichten zunächst keine weiteren Details. Ob er polizeibekannt war und einen Waffenschein besass, ist unklar.

Konzertbesucher in Panik

Auf dem Gelände spielten sich dramatische Szenen ab. Mehrere Besucher flüchteten in die umliegenden Wälder und auf die Autobahn. Die Polizei suchte das Gelände ab, zeitweise mussten Autobahnabschnitte und Waldwege gesperrt werden.

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Bildlegende: Nenzing ist ein Ort mit 6300 Einwohnern in Vorarlberg. SRF

Zum Zeitpunkt der Tat sei das Gelände nur schwach von einigen Scheinwerfern und Lagerfeuern erhellt gewesen. Anwohner hielten die Schüsse für ein Feuerwerk, sagte der Bürgermeister von Nenzing weiter.

Das seit zehn Jahren regelmässig vom Motorradclub «The Lords» organisierte Konzert sei von seinem Charakter her eher ein «grosses Grillfest mit Musik». Es werde von vielen Jugendlichen besucht. Bisher habe es nie Zwischenfälle gegeben, sagte der Bürgermeister des Ortes mit 6300 Einwohnern.

Konzertbesucher, die unter Schock standen, wurden von Kriseninterventionsteams betreut. Ein Helikopter kreiste zeitweise über dem Gelände. Zahlreiche Rettungs- und Notarztwagen waren im Einsatz.

Das Konzert auf dem Gelände des Motorradclubs wird nach Angaben der Polizei jährlich veranstaltet.