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International Droht Israel eine neue Gewaltspirale?

Beim jüngsten Anschlag in Jerusalem gab es vier jüdische Opfer. Nahostexperte Pascal Weber zu Hintergründen und möglichen Folgen der Bluttat.

Legende: Video SRF-Korrespondent Pascal Weber zum Anschlag in Jerusalem abspielen. Laufzeit 02:02 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.11.2014.

Vier ultraorthodoxe Juden wurden bei dem Attentat getötet. War das nun ein politisch oder religiös motivierter Anschlag?

SRF-Korrespondent Pascal Weber: Meine Einschätzung ist die, dass aus den politischen Motiven längst auch religiöse dazukommen.

Was war eigentlich die Ursache?

Der Nahost-Konflikt ist nie als Abfolge von Einzelereignissen zu erklären. Viele Faktoren spielen hier eine Rolle. Sicher haben der Tod des arabischen Busfahrers und die Eskalation rund um den Tempelberg als Nährboden für die Terrorakte gedient. Man darf aber nicht den Einfluss der israelischen Rechte vergessen, die den Status von Jerusalem verändern möchten. Das bewegt die palästinensische Volksseele sehr und führt bei ihr zu grossen Ängsten.

Psacal Weber, SRF-Korrespondent
Legende: SRF-Korrespondent Pascal Weber SRF

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas hat sich von dem Attentat distanziert. Aber hat er überhaupt noch Einfluss auf das Geschehen in Jerusalem?

Nein, das hat er nicht. Sicher liegt es nicht in seinem Interesse, dass sich die Lage in Israel zuspitzt. Bei diesem jüngsten Verbrechen handelt es sich, meiner Meinung nach, um einen nicht organisierten Aufstand. Und da gibt es in der arabischen Welt keine nennenswerte Autorität, die diese Gewaltakte eindämmen könnte.

Sie sind ein Kenner der arabischen Welt. Wie gross ist die Angst in Ostjerusalem vor Racheakten?

Gering. Die Palästinenser haben wenig zu verlieren. Wahrscheinlich aber werden die Häuser der beiden Attentäter zerstört, wie das auch schon in der Vergangenheit gemacht wurde. Wir dürfen nicht vergessen, dass Netanjahu unter immensem Druck seitens der Rechten steht. Man munkelt auch schon von Neuwahlen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    Man besiedle ein Land, treibe die lokale Bevölkerung auf engstem Raum zusammen, baue einen Zaun darum, drangsaliere diese auf allen Ebenen mit dem Ziel, sie zum Abzug zu motivieren. Führt dazu, dass die Ortsansässigen nichts mehr zu verlieren haben. Dann wundere man sich, wenn solches in Extremen ausartet. Rom hätte mit dieser Politik keine Chance auf ein Weltreich gehabt. Wie auch kein anderes Weltreich. Aber in Israel wundert man sich?
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  • Kommentar von Hans Hartmann, Rep. Dominicana
    Hr. Pascal Weber! Bitte geben Sie keine Kommentare wennSie nicht die Geschichte kennen.
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  • Kommentar von D. Baumann, Zürich
    Welch erstaunliche Einschätzung von Hr. Weber, dass auch religiöse Motive einen Einfluss auch die ganze Situation haben. Bei solchen Aussagen frage ich mich, ob sich Herr Weber überhaupt mit der Geschichte Israels auseinandergesetzt hat, und zwar nicht nur bis 1948 zurück.
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