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International Duterte feiert sich als neuen philippinischen Präsidenten

Der umstrittene Bürgermeister Rodrigo Duterte hat die Präsidentenwahlen auf den Philippinen mit grossem Abstand vor seinen Rivalen gewonnen. Duterte lag nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen weit vor seinem Rivalen Mar Roxas.

Legende: Video «Rodrigo Duterte neuer Präsident» abspielen. Laufzeit 0:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.05.2016.

«Ich nehme das Mandat der Wähler mit extremer Demut an», sagte Rodrigo Duterte. Noch ist sein Sieg nicht offiziell bestätigt, aber das ist nur noch eine Frage der Zeit. «Ich werde nicht nur in jeder Stunde meines Tages, sondern auch im Schlaf mein Bestes geben.»

Duterte lag am Dienstagmorgen nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen mit gut 38 Prozent uneinholbar vorn, wie die Behörden mitteilten. Ex-Innenminister Mar Roxas kam als Zweiter auf rund 23 Prozent. Es sei nun klar, dass Duterte der nächste Präsident sein werde, sagte Roxas vor Anhängern. Auch die drittplatzierte Grace Poe räumte ihre Niederlage ein.

Lichtblick oder Gefahr

Menschenrechtsaktivisten und der scheidende Präsident Benigno Aquino befürchten einen Rückfall in die Zeiten der Marcos-Diktatur. Der Bürgermeister hat in dem von Korruption und Kriminalität geplagten Land mit mehr als 100 Millionen Einwohnern hartes Durchgreifen angekündigt.

Andere sehen einen Lichtblick: Als erster Präsident aus Mindanao im Süden des Landes ist er vertraut mit den muslimischen Extremisten, die dort mit Terrorkampagnen und Gewalt gegen Einheimische und Ausländer um mehr Autonomie kämpfen. Er habe womöglich bessere Chancen, die Region zu befrieden als Politiker aus der fernen Hauptstadt Manila.

Aufgeräumt mit Kleinkriminellen und Strassenkindern

Während des Wahlkampfs war beim 71-Jährigen jedoch wenig Demut zu spüren. Immer wieder brüstete sich der grossmäulige Macho mit seinen Frauengeschichten und wiederholte, was er mit Kriminellen und Drogendealern machen werde, falls er Präsident werde: «Entweder ihr tötet mich oder ich töte euch.»

Das sind keine leeren Worte, wie der politische Aussenseiter Duterte in den letzten Jahren bewiesen hatte. 22 Jahre lang regierte er als Bürgermeister mit eiserner Faust die südphilippinische Stadt Davao. Laut Menschenrechtsorganisationen wurden während seiner Amtszeit mehr als tausend Menschen von Todesschwadronen in aussergerichtlichen Tötungen umgebracht, mit dem Segen Dutertes. Viele waren Strassenkinder und Kleinkriminelle.

Wachstum für alle

«Lasst euch pensionieren oder sterbt», war denn auch Dutertes Aufforderung an korrupte Politiker. Das war der Grund, wieso ihm bei der Wahl Millionen von Filipinos ihre Stimme gaben. Sie wollen einen Präsidenten, der ihre Strassen endlich wieder sicherer macht.

Und sie wollen einen Präsidenten, der dafür sorgt, dass alle vom guten Wirtschaftswachstum des Landes profitieren, nicht nur die dünne politische Elite, die das Land in den letzten Jahren regiert hat. Duterte hat das versprochen. Zimperlich wird er nicht vorgehen. Schliesslich sagte er bereits im Wahlkampf «Ja, ihr könnt mich Diktator nennen.»

12 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Je nachsichtiger man mit einer Bevölkerung umgeht, und man nicht hinschaut, wer wirklich Unterstützung braucht, desto mehr "Kriminelle" nutzen diese Systeme aus. Nun hat die philippinische Bevölkerung genug von all den "Kriminellen" und hofft, dass dieser Mann wieder für Ordnung sorgen kann. Ordnung kann nur unter gütiger aber strenger und konsequenter Hand entstehen.
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  • Kommentar von Benjamin Thiel (BThiel)
    Zur Wahrheit gehört wohl auch: "Als größter Erfolg seiner Amtszeiten als Bürgermeister (in Davao City) gilt die Eindämmung der Kriminalität und Schaffung von Ordnung." Wikipedia Auch: "..Davao City gilt als außergewöhnlich saubere Stadt..." Wikipedia Etwas ausgewogener wäre schön gewesen. Womöglich braucht es so einen bei Zuviel Gewalt und Korruption?
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Auf den Philippinen ist in der Tat ein Menschenleben nichts wert - Korruption und Mord geben sich die Hand. Es benötigt dort einen radikalen Mann, der mit dieser Art von Zusammenleben ein Ende setzt. Unermessliche Armut neben grosskotzigen Villenvierteln- wohnen auf Friedhöfen der Reichen, keine Schulpflicht -die Reichen, meist chinesischer und sonstiger Asienabstammung machen ihre eigenen Gesetze - der einstige Ureinwohner längst verkauft, verraten, versklavt teilw. dem billig Alk verfallen.
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