Dutzende Festnahmen nach Protesten in der Türkei

Die Regierungsmacht in der Türkei reagiert mit Gewalt auf die Proteste in Istanbul. In Razzien werden Personen verhaftet und Wohnungen durchsucht. Die Demonstranten versuchen es heute mit einem stummen Protest.

Bei Razzien in mehreren türkischen Städten hat die Polizei nach Medienberichten Dutzende Teilnehmer der regierungskritischen Proteste verhaftet. Der Staatssender TRT berichtete, in der Hauptstadt Ankara seien 25 Personen festgenommen worden.

Auch in Istanbul und Eskisehir habe es Polizeirazzien gegeben. In Polizeikreisen hiess es, nur Provokateure seien zu Vernehmungen abgeführt worden.

Türkei: Stille Formen des Protests

1:21 min, aus Tagesschau am Mittag vom 18.6.2013

Stummer Protest

Für heute sind keine grossen Demonstrationen angekündigt, aber vielerorts gibt es stummen Protest. Die Leute bleiben einfach minutenlang auf einer Stelle stehen und machen nichts.

Wegen der heftigen Proteste gegen die türkische Regierung haben Anti-Terror-Einheiten damit begonnen, Wohnungen in Istanbul und Ankara zu durchsuchen. Es habe zahlreiche Festnahmen gegeben, berichtete der Sender CNN Türk.

Allein in Ankara seien bis zum Morgen 25 Menschen in Gewahrsam genommen worden. Es war nicht klar, was genau den Festgenommenen vorgeworfen wird. Regierung und Behörden hatten in den vergangenen Tagen erklärt, es sei bekannt, wer die Demonstrationen mitorganisiert und unterstützt habe, und Strafverfolgung angekündigt.

Seit über zwei Wochen protestieren Regierungsgegner in mehreren türkischen Städten. Die Regierung hatte am Wochenende Proteste gewaltsam aufgelöst. Am Montag drohte sie in dem Machtkampf mit dem Einsatz der Armee, sollte die Polizei die Lage nicht in den Griff bekommen.