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International Dutzende Frauenleichen in Libyen angespült

An der libyschen Küste sind bei der Stadt Suwara in den vergangenen Tagen nach Angaben des Roten Halbmondes die Leichen von 133 Bootsflüchtlingen angespült worden. Etwa drei Viertel der Toten seien Frauen, sagte der Sprecher der Organisation, Al-Chamis al Bosaifi.

Eine tote Person in einem weissen Leichensack, dahinter Helfer.
Legende: Die Toten hatten keine Pässe auf sich. Deshalb kann man nicht genau sagen, woher sie kamen. Keystone

Auch mindestens fünf Kinderleichen seien entdeckt worden. Bei den teils verwesten Leichen seien keine Ausweise gefunden worden. Es handle sich aber hauptsächlich um Menschen aus Gebieten südlich der Sahara.

In Sicherheitskreisen hiess es, die Flüchtlinge und Migranten seien vermutlich von der nahe gelegenen Stadt Sabratha aus in See gestochen. In der vergangenen Woche waren Hunderte Menschen im Mittelmeer umgekommen, die ebenfalls von Sabratha aufgebrochen waren.

Die Überfahrt von Libyen nach Italien ist weitaus länger und gefährlicher als die Passage von der Türkei nach Griechenland, die bis zur Umsetzung eines Abkommens zwischen der EU und der Türkei im März die am meisten genutzte Route für Flüchtlinge nach Europa war.

In Italien sind dieses Jahr bisher über 40'000 Menschen über das Mittelmeer aus Afrika angekommen. Mehr als 2000 Personen überlebten die Überfahrt nicht.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Unvorstellbar, dass diese kriminellen Schlepper und ihre "Refugees welcome"- Unterstützer in Europa nachts überhaupt schlafen können. Auch würde interessieren: Wie berichten eigentlich die afrikanischen Medien über dieses Thema? Sieht man dort eine Verantwortung der afrikanischen Staaten für die Ertrunkenen? Und falls ja, was wird vorgeschlagen, um der Massenauswanderung der eigenen Bevölkerung entgegen zu wirken?
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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Dass es hier dreiviertel Frauen sind im Gegensatz zu den Ankommenden in Italien, lässt ganz Schlimmes befürchten. Aber hier kann der Journalismus als 4te Macht im Staate seine Vertuschung voll ausspielen.
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    1. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Rechthaberische Kommentare in den Kommentarzeilen finde ich angesichts solcher Tragödien im Mittelmeer eher daneben. Aber vielleicht gibt es einem ja ein ganz tolles Gefühl, wenn man immerhin in der Kommentarzeile etwas öffentlich "Macht" spielen kann.
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Frau Schüpbach, dieser Vorfall ist schon ein wenig (sehr auffällig) sonderbar. So viele Frauen, keine Pässe usw. Es scheint gerade mal so, als ob da mehr als nur reine Schlepper-& Schleuserkriminalität vorliegen könnte. Kann sehr gut sein, dass sich da einige bewusst dieser Frauen entledigten, nachdem sie für die Ueberfahrt kassiert haben. - Das Schlepper-& Schleusergeschaeft ist ein brutales, menschenverachtendes Geschäft. Vielen geht es nur ums Geld und nicht um die Flüchtlinge.
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  • Kommentar von Armin Hug (Hugi)
    Die Verantwortung liegt bei den europäischen Regierungen, die es nicht fertig bringen, die Aussichtslosigkeit von illegalen Grenzübertritten durchzusetzen. So lange die Griechen die Flüchtlinge durchwinken konnten, hatten sie kein Problem. Italien macht genau das Gleiche - nur ein Bruchteil wird registriert und zurückgeschickt. Doch im Gegensatz zu Oesterreich und Frankreich scheint die Schweiz nicht gewillt oder in der Lage, die Flüchtlinge an der Grenze an Italien zurückzugeben.
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