Dutzende Frauenleichen in Libyen angespült

An der libyschen Küste sind bei der Stadt Suwara in den vergangenen Tagen nach Angaben des Roten Halbmondes die Leichen von 133 Bootsflüchtlingen angespült worden. Etwa drei Viertel der Toten seien Frauen, sagte der Sprecher der Organisation, Al-Chamis al Bosaifi.

Eine tote Person in einem weissen Leichensack, dahinter Helfer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Toten hatten keine Pässe auf sich. Deshalb kann man nicht genau sagen, woher sie kamen. Keystone

Auch mindestens fünf Kinderleichen seien entdeckt worden. Bei den teils verwesten Leichen seien keine Ausweise gefunden worden. Es handle sich aber hauptsächlich um Menschen aus Gebieten südlich der Sahara.

In Sicherheitskreisen hiess es, die Flüchtlinge und Migranten seien vermutlich von der nahe gelegenen Stadt Sabratha aus in See gestochen. In der vergangenen Woche waren Hunderte Menschen im Mittelmeer umgekommen, die ebenfalls von Sabratha aufgebrochen waren.

Die Überfahrt von Libyen nach Italien ist weitaus länger und gefährlicher als die Passage von der Türkei nach Griechenland, die bis zur Umsetzung eines Abkommens zwischen der EU und der Türkei im März die am meisten genutzte Route für Flüchtlinge nach Europa war.

In Italien sind dieses Jahr bisher über 40'000 Menschen über das Mittelmeer aus Afrika angekommen. Mehr als 2000 Personen überlebten die Überfahrt nicht.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Flüchtlings-Bootsunglück

    Aus Tagesschau vom 28.5.2016

    Laut der italienischen Marine sind gestern 45 Flüchtlinge bei einem Bootsunglück ums Leben gekommen. Wegen des guten Wetters ist die Zahl der Flüchtlinge, die über das Mittelmeer kommen, sprunghaft angestiegen.

  • Es kommen wieder mehr Flüchtlinge über das Mittelmeer

    Aus Tagesschau vom 13.5.2016

    Allein gestern hat die italienische Küstenwache über 800 Flüchtlinge auf dem Meer aufgegriffen und in Sicherheit gebracht. Sie kamen von Ägypten.

  • Schweiz bereitet sich auf mehr Flüchtlinge vor

    Aus Tagesschau vom 8.4.2016

    Auch die Schweiz bereitet sich auf einen grösseren Flüchtlings-Zustrom vor. Es wird wärmer und weil die sogenannte Balkan-Route mittlerweile geschlossen ist, werden mehr Flüchtlinge erwartet, die via Italien in die Schweiz gelangen. Und dafür gibt es ein Notfallkonzept.