Ebola als Wirtschaftskatastrophe

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie in Westafrika mildern. Den betroffenen Ländern sollen umgehend 127 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt werden. Auch US-Präsident Barack Obama sprach von Ebola als einer Bedrohung für die globale Sicherheit.

Drei Männer in Liberia lesen Wandzeitung Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der liberischen Hauptstadt Monrovia lesen Menschen über die Entsendung von US-Soldaten zum Klinikaufbau. Keystone

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie in Westafrika mildern. Den betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone sollen umgehend 127 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt werden. Nur der Exekutivrat muss dem noch zustimmen. Auch US-Präsident Barack Obama sprach von Ebola als einer Bedrohung für die globale Sicherheit.

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Tausende Ebola-Infizierte

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind 5000 Menschen mit Ebola infiziert. Davon ist etwa die Hälfte bereits gestorben. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Immer wieder stecken sich Helfer an: Eine in Liberia infizierte Mitarbeiterin von «Ärzte ohne Grenzen» ist zur Behandlung nach Frankreich geflogen worden.

Das Ebola-Virus werde das Wirtschaftswachstum deutlich bremsen, warnte der IWF. Wichtige Branchen wie Landwirtschaft, Bergbau und Dienstleistungen seien betroffen. Die ausbleibende Lebensmittelproduktion sowie fehlende Arbeitskräfte würden die ärmsten Menschen am härtesten treffen.

Finanzierungslücke von 300 Millionen Dollar

Die Sonderorganisation der UNO rechnet für alle drei Länder in den nächsten sechs bis neun Monaten mit einer Finanzierungslücke von rund 300 Millionen Dollar. Angesichts der Ebola-Epidemie befürchtet die Weltbank einen «katastrophalen» Rückschlag für die wirtschaftlich ohnehin geschwächten westafrikanischen Länder.

Die Lage werde von der Angst der Menschen vor Ansteckung angeheizt. «Inflation und Lebensmittelpreise wurden ursprünglich gezügelt, steigen nun aber als Antwort auf Knappheit, Panikkäufe und Spekulationen», so die Organisation.

«Wir müssen schnell handeln»

Auch US-Präsident Barack Obama beschwor die Weltgemeinschaft mit eindringlichen Worten. Er sprach von Ebola als einer Bedrohung für die globale Sicherheit: «Wir müssen schnell handeln.» Die USA wollen zur Bewältigung der Krise 3000 Soldaten nach Westafrika schicken. Diese sollen zusammen mit lokalen Behörden 17 Kliniken für Patienten bauen.

USA fordert weltweite Solidarität mit Ebola-Ländern

1:45 min, aus Tagesschau vom 17.9.2014

Neben dem Aufbau von Kliniken sollen in den kommenden sechs Monaten pro Woche bis zu 500 Pflegekräfte im Umgang mit Ebola schulen sowie Medikamente und Desinfektionsmittel an Hunderttausende Haushalte verteilen.

Auch andere Staaten helfen mit. Kuba entsendet 165 Mediziner in die drei betroffenen Länder. Deutschland will sich am Aufbau von Krankenstationen beteiligen und Lufttransporte in die Krisenregionen organisieren. Australien sagte den betroffenen Ländern weitere Gelder zu. Auch die Schweiz stellt mehrere Millionen Franken zur Bekämpfung des Virus zur Verfügung.