Ebola: In Liberia droht der Hunger

Wegen geschlossener Seewege gehen im westafrikanischen Land die Vorräte langsam zur Neige. Dafür werden die ersten Menschen mit dem Ebola-Medikament «ZMapp» behandelt. Das Nachbarland Guinea hat mittlerweile als letzter betroffener Staat den Notstand ausgerufen.

Soldaten steht hinter einer Absperrung Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die liberischen Grenzen sind zu. Das gilt nicht nur für Menschen sondern auch für den Gütertransport. Reuters

Wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika droht Liberia eine Lebensmittelknappheit. Auch andere lebenswichtige Güter können das Land kaum noch erreichen. Grund dafür ist, dass das Nachbarland Elfenbeinküste den Schiffsverkehr aus den betroffenen Ländern durch seine Gewässer auf unbestimmte Zeit verboten hat.

Auch der Luftverkehr aus und nach Liberia nimmt immer weiter ab. Die Gesellschaften Air France, British Airways, ASky und Arik haben ihre Flüge in die Hauptstadt Monrovia bereits eingestellt. Die US-amerikanische Delta kündigte an, der letzte Flug der Gesellschaft starte am 27. August.

Ebola: Therapie um jeden Preis?

1:20 min, aus Tagesschau vom 12.8.2014

Hoffnung für zwei Ärzte

Hoffnung gibt es hingegen für zwei Ärzte in Liberia: Sie erhalten als erste Afrikaner das noch nicht zugelassene Ebola-Mittel «ZMapp». Mehrere Dosen des Mittels seien aus den USA nach Monrovia geliefert worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit.

Es handle sich aber nur um geringe Mengen des Präparats, da das bisher kaum erprobte Mittel noch nicht in grösseren Mengen produziert wird. «ZMapp» hat noch nicht die für eine Zulassung nötigen klinischen Studien durchlaufen, es war nur an Affen getestet worden.

Nebenwirkungen von «ZMapp» unklar

Seine Wirkung beim Menschen ist darum ebenso unklar wie mögliche Nebenwirkungen. Zuvor waren zwei Amerikaner und ein Spanier mit «ZMapp» behandelt worden. Der an Vorerkrankungen leidende Spanier starb allerdings dennoch an den Folgen des Virus.

Für Liberia sind bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile 670 Ebola-Fälle erfasst, 355 Menschen sind bereits gestorben.

Notstand in Guinea

Derweil hat Guinea als letztes der vier von Ebola betroffenen Länder den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Damit seien nach Angaben von Präsident Alpha Conde zahlreiche Massnahmen verbunden, darunter striktere Kontrollen an den Grenzen und die sofortige Isolierung von Menschen, die Symptome aufweisen.

Zudem dürften keine Leichen mehr von einem Ort an einen anderen transportiert werden. «Jeder, der sich weigert, diese Massnahmen zu beachten, wird als Risiko für die öffentliche Gesundheit betrachtet und streng bestraft werden», erklärte Conde im staatlichen Fernsehen.

Olympische Jugendspiele betroffen

Negative Auswirkungen hat die Seuche mittlerweile auch auf internationale Sportveranstaltungen: Auf Druck der chinesischen Behörden zogen sich die Teams von Sierra Leone und Nigeria von den Olympischen Jugendspielen in Nanjing zurück. Die Veranstaltung findet vom 16. bis 28. August statt.