Zum Inhalt springen

International Ein Fünfjahresplan soll China den Weg in die Zukunft weisen

300 Kader der Kommunistischen Partei Chinas diskutieren seit Montag in Peking, wie sich das Land den Herausforderungen der kommenden Jahre stellen soll. Der 13. Fünfjahresplan wird zwar in sowjetisch anmutenden Verfahren erstellt, inhaltlich setzt er jedoch auf Marktwirtschaft.

Während vier Tagen diskutiert die Kommunistische Partei Chinas diese Woche den künftigen Kurs der zweitgrössten Volkswirtschaft. Dieser soll nichts weniger, als die Armut im Land beseitigen und nachhaltigeres Wachstum schaffen.

Dafür setzt Staatspräsident Xi Jinping auf Marktwirtschaft. Festgehalten wird die Planung jedoch wie zu Sowjetzeiten in einem Fünfjahresplan. Erstellt aufgrund einer unvorstellbaren Datenmenge, die tausende Beamte während Monaten zusammenzutragen hatten.

«China braucht Innovation statt reine Fabrikation»

Wirtschaftlich befindet sich China an einem Wendepunkt. Das Land kann sich nicht länger auf den Export von Billigwaren stützen, bereits im März korrigierte Regierungschef Li Keqiang die Wachstumsprognosen nach unten. Nachhaltigeres und qualitativeres Wachstum lautet das neue Credo. «China muss den Schritt, weg von reiner Fabrikation hin zu mehr Innovation schaffen», sagt der Ökonom Jason Inch von der Jiaotong Universität in Shanghai.

Die Änderungen, die der Fünfjahresplan skizziert, sind einschneidend. Will die Partei wachsenden Gegenwind oder gar soziale Unruhen verhindern, muss sie dafür sorgen, dass die Bedürfnisse der mittlerweile grössten Mittelschicht der Welt bedient werden können. Sie dürfte das mit weiteren Schritten zu mehr Marktwirtschaft tun. Aber selbst das könnte auf Dauer zu wenig sein, meint SRF-Korrespondent Pascal Nufer. Irgendwann verlange Chinas Gesellschaft vielleicht auch nach mehr Freiheit und Selbstbestimmung.

Sowohl gesellschaftliche als auch wirtschaftliche Komponenten hat die Einkindpolitik, die nun endgültig abgeschafft wurde. In naher Zukunft wird rund ein Viertel der fast 1,4 Milliarden Chinesen das Pensionsalter erreicht haben. Mit den Arbeitskräften breche einer der wichtigsten Pfeiler des bisherigen chinesischen Wirtschaftsmodells weg, konstatiert der Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik an der Shanghaier Jiaotong Universität, Gu Jianguan.

Das Staatsfernsehen preist den Fünfjahresplan an

«Tagesschau»

Logo der «Tagesschau»

Mehr zum Thema in der «Tagesschau» um 19:30 Uhr.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    China hat ein grosses Potential, innovativ zu sein. Bildung und Ehrgeiz einer grossen Schicht sind vorhanden. Gleichzeitig stehen für das Land riesige Probleme in allen Bereichen an, die gelöst werden müssen. Das kann aber auch ein Ansporn sein, mit Innovationen global zu punkten. CN muss vermeiden, seine Probleme zu "exportieren". Die Welt ist auf Nachhaltigkeit angewiesen, wenn die Wirtschaft weiterhin florieren will. In Sachen Umweltschutz ist CN leider noch sehr rückständig.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen