Zum Inhalt springen
Inhalt

International Ein Jahr nach dem Terror: Sting eröffnet das Pariser Bataclan

Neunzig Menschen starben im Pariser Konzertlokal Bataclan am 13. November vor einem Jahr. Aus Rücksicht auf die Opfer war das Lokal seither geschlossen. Nun, fast auf den Tag genau ein Jahr später, eröffnet das legendäre Bataclan mit dem Weltstar Sting. Das Konzert ist ausverkauft.

Legende: Video Jährung der Attentate in Paris abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 10.11.2016.

Der 12. November ist der Tag der Wiedergeburt der Pariser Institution «Bataclan». Jerôme Langlet, der Betreiber des Lokals, verkündete vor einer Woche sichtlich bewegt die Wiedereröffnung. Er freue sich, für das Eröffnungskonzert den Weltstar Sting anzukündigen. «Sting macht Lärm für's Bataclan». Was damit gemeint ist: Wir sind laut, wir leben noch, wir lassen uns nicht unterkriegen.

«Es war ein langer Weg, wir haben viel diskutiert, immer wieder hatten wir Zweifel, ob wir das Lokal wirklich wieder aufmachen sollen», so Langlet. Es gab Gespräche mit den Opfern der Attentate, mit ihren Angehörigen, mit den Angestellten des Bataclan.

Wir mussten den Ort befrieden
Autor: Jerôme LangletBetreiber des Bataclan

Man sei jedoch von allen Seiten ermutigt worden, von Musikern, Opfern und Behörden. Alle waren sich einig, dass es wichtig sei, das Bataclan wieder zu eröffnen, «so schnell wie möglich», erzählt Langlet.

Diese entsetzliche Nacht vergessen

Kann man diese Nacht, als Attentäter des IS neunzig Besucher des Konzertlokals niedermähten, je wieder vergessen? Das Blutbad, die Panik, das Sterben? Noch heute, ein Jahr später, sind 20 Leute in Spitalbehandlung und 600 Menschen sind immer noch traumatisiert, werden wegen psychischer Probleme behandelt.

Für sie spielte Sting, ohne Gage. Der Erlös aus den Konzerteintritten kommt den Opfervereinen zugute. «Wir mussten den Ort befrieden», sagt Jerôme Langlet. Alles wurde verändert, damit nichts so aussieht wie in der Nacht des Schreckens.

Alles neu im Bataclan

Nicht nur das Parkett wurde ausgewechselt und Wände gestrichen – auch die Decke ist neu, die Bar wurde komplett erneuert, neue Stühle angeschafft, der erste Stock umgebaut, der Saal vergrössert – alles wurde getan, damit niemand an das Massaker erinnert wird. Gesehen haben das renovierte Lokal bis jetzt nur die Architekten, die Arbeiter – und die Opfer. Für sie gab es schon im April eine Führung.

Und nun also hauchte Sting dem Bataclan als erster neues Leben ein. Das Konzert vom 12. November war innert weniger Minuten restlos ausverkauft. Als hätten die Leute nur darauf gewartet, zu zeigen, wie sehr sie entschlossen sind, sich von den Terroristen nicht einschüchtern zu lassen. Ein Teil der Tickets war für Angehörige der Opfer, und für diejenigen reserviert, die den Alptraum vor einem Jahr überlebt haben.

«Aus Gewalt wird nie etwas entstehen»

Vor dem Konzert sagte Sting auf französisch, das Publikum habe zwei Aufgaben: sich erinnern – und das Leben feiern. Dann begann er das Konzert mit einer Schweigeminute. «Aus Gewalt wird nie etwas entstehen» sang Sting zu Beginn in seinem Lied «Fragile».

Heute, am Jahrestag des Massakers, findet im Bataclan eine Gedenkveranstaltung statt. Mit den Opfer-Vereinen und der Band «The Eagles of Death Metal», die auf der Bühne standen, währenddem die Terroristen mit ihren Kalaschnikows neunzig Menschen niedermähten.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Sting ist der richtige, der die Musik vertritt, welche damals gespielt wurde. Für mich sind diese Musik und Leute leider auf einem absteigenden Zweig des Lebens. Aber wenn wir schon so viele davon haben, muss man auch diese beruhigen. Dass es drei Klassen in der Gesellschaft gibt ist wahrscheinlich überlebenswichtig für alle. Die unterste (alles bis Mittelklasse/Bünzli), die Mittelklasse und die Reichen.Leider wird von der heutigen Politik versucht, alles miteinander zu verschmelzen. Geht nicht!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Es ist gut, wenn für den Grossteil der Bevölkerung eine gewisse Normalität einkehrt. Natürlich kann es nicht wie früher werden. Aber die Menschheit verändert sich ständig und überlebt als Gesellschaft sogar Kriege. Man muss einfach damit leben. Für die betroffenen Hinterbliebenen und Opfer ist es schlimm. Trotz allem muss man in der Zukunft leben. Sogar Holocaust-Opfer mussten neu beginnen. Hart, aber wahr. Für Opfer ist ein Neubeginn eine gute Hilfe.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen